Wo finde ich eine telefonische Beratung zu Cannabis?
Telefonische Beratung zu Cannabis erhältst du bei bundesweiten Telefonangeboten und bei Beratungsstellen, die telefonisch erreichbar sind. Die Sucht & Drogen Hotline erreichst du unter 01806 313031, laut Drogenbeauftragtem kostet ein Anruf 20 Cent. Das Infotelefon zur Suchtvorbeugung des BIÖG ist unter 0221 89 20 31 erreichbar, montags bis donnerstags von 10 bis 22 Uhr und freitags bis sonntags von 10 bis 18 Uhr. Dieser Artikel zeigt dir, wo du suchst, worauf du vor dem Anruf achten solltest und wann du lieber einen anderen Weg wählst.
Wo du telefonische Beratung findest
Neben den bundesweiten Nummern führt der Weg über Verzeichnisse. Das Suchthilfeverzeichnis der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen (DHS) listet Beratungsstellen, du suchst dort nach Ort und Umkreis. Prüfe bei jeder Stelle, ob sie telefonisch erreichbar ist. Eltern erreichen das Elterntelefon der Nummer gegen Kummer unter 0800 111 0 550.
Die Linksammlung des BIÖG-Portals cannabispraevention.de verweist außerdem auf Online-Angebote wie Quit the Shit, Chat-Beratung und E-Mail-Beratung. Wer eine Stelle gefunden hat, sollte deren Angaben direkt auf deren Website prüfen, weil sich Zeiten ändern können.
Telefon, Chat oder Video: die Unterschiede
Telefonische Beratung kann ein niedrigschwelliger Einstieg sein, wenn du lieber sprichst als schreibst. Chat und Video brauchen ein Gerät mit Internetzugang und oft eine Registrierung. Wer lieber schreibt, findet im Artikel Gibt es Chatberatung zu Cannabis? eine Übersicht. Für Videogespräche gilt der Artikel Gibt es Videoberatung bei Suchtproblemen?
Ein Telefonat hat den Vorteil, dass du deine Stimme hörst und Rückfragen direkt klären kannst. Schriftliche Angebote geben dir mehr Zeit zum Formulieren. Welcher Weg zu dir passt, hängt davon ab, wie du am besten sprichst oder schreibst.
Vor dem Anruf prüfen
Bevor du anrufst, schau dir die Erreichbarkeit an. Viele Stellen sind nur an bestimmten Wochentagen oder zu festen Uhrzeiten erreichbar. Frag nach, ob die Stelle für deinen Wohnort zuständig ist, denn bei regionalen Angeboten ist das oft Voraussetzung. Notiere dir außerdem:
- Öffnungszeiten und Erreichbarkeit
- Zuständigkeit nach Wohnort oder Region
- Ob ein Rückruf möglich ist, falls niemand abnimmt
- Ob eine Anmeldung oder ein Termin nötig ist
Hilfreich ist außerdem eine kurze Notiz, wie oft du konsumierst, in welchen Situationen und was dir gerade am wichtigsten ist. Mit dieser Notiz fällt das Gespräch leichter.
Was am Telefon passiert
Am Telefon geht es zunächst um dein Anliegen. Du musst nicht gleich alles erzählen. Die Fachkraft klärt, ob sie dir direkt weiterhelfen kann, ob ein Termin sinnvoll ist oder ob eine andere Stelle besser passt. Viele Gespräche dienen der Orientierung, ein längeres Beratungsgespräch kann später folgen.
Wenn du unsicher bist, was du sagen sollst, kannst du das offen sagen. Ein Satz wie „Ich weiß nicht, wo ich anfangen soll“ reicht als Einstieg. Die Fachkraft kann dir Fragen stellen, die dir den Einstieg erleichtern.
Gesprächsvorbereitung in drei Fragen
Drei Fragen helfen dir, das Gespräch knapp zu führen. Was ist der Anlass für meinen Anruf? Was möchte ich nach dem Gespräch wissen? Was brauche ich gerade am dringendsten: Information, Entlastung oder einen konkreten Termin? Mit diesen Antworten kannst du klar anfangen.
Notiere dir während des Gesprächs Namen, Datum und die besprochenen nächsten Schritte. So weißt du beim nächsten Anruf, woran du anknüpfen kannst.
Vertraulichkeit am Telefon
Fachkräfte in Beratungsstellen unterliegen in der Regel der Schweigepflicht. Du kannst vorab fragen, welche Angaben für die Terminvereinbarung nötig sind und welche nicht. Wie die Schweigepflicht im Einzelnen wirkt und wo sie endet, erklärt der Artikel Bleibt das Gespräch in der Suchtberatung vertraulich? Wer anonym bleiben möchte, sollte das am Anfang sagen.
Angehörige und Eltern
Auch Eltern und Angehörige können sich an Beratungsstellen wenden. Frag bei der Stelle, ob sie Angehörige berät und wie das abläuft. Wenn du dir Sorgen um ein Kind machst, das Cannabis konsumiert, findest du im Artikel Gibt es eine Hotline für Eltern bei Sucht? eine Übersicht.
Wann du den Notruf wählst
Eine Beratungshotline übernimmt keinen Notdienst. Wenn jemand bewusstlos ist, Atemprobleme hat, starke Panik erlebt oder sich selbst oder anderen Schaden zufügen könnte, wählst du den Notruf 112. Auch bei einer akuten Vergiftung gilt: sofort Hilfe holen. Der Artikel Wann reicht Online-Beratung nicht aus und Hilfe vor Ort ist nötig? erklärt die Grenzen solcher Angebote genauer.
Prävention: früh anrufen
Eine Telefonberatung ist oft der niedrigschwelligste Einstieg. Gerade wenn du noch nicht weißt, ob dein Konsum ein Problem ist, kannst du mit einer kurzen Frage anrufen. Das BIÖG beschreibt, dass Menschen, die kiffen, häufiger eine Psychose bekommen als Menschen, die nicht kiffen. Drugcom beschreibt außerdem, dass ein früher Einstieg in den Konsum nachhaltige Beeinträchtigungen der kognitiven Leistungsfähigkeit zur Folge hat. Gerade bei jungen Menschen lohnt deshalb ein früher Anruf.
Telefon oder Beratung vor Ort
Ein Anruf ersetzt kein persönliches Gespräch. Wenn du regelmäßig begleitet werden möchtest, kann eine Beratungsstelle vor Ort mehr Unterstützung bieten. Den Vergleich zeigt der Artikel Online-Beratung oder Beratungsstelle vor Ort: was passt?
Was du nach dem Anruf tun kannst
Nach dem Gespräch hilft es, die besprochenen Schritte noch am selben Tag aufzuschreiben. Vielleicht hast du einen Termin vereinbart, eine andere Stelle genannt bekommen oder Material zugesandt bekommen. Ohne Notiz gerät das schnell in Vergessenheit, besonders wenn das Gespräch emotional war.
Wenn das Gespräch dich nicht weitergebracht hat, liegt das oft daran, dass die Stelle nicht zu deiner Situation passt. Frag dann nach einer anderen Anlaufstelle und probiere ein anderes Angebot aus. Der Artikel Ist die Online-Suchtberatung für Cannabis kostenlos? zeigt Alternativen, die sich ohne Anfahrt nutzen lassen.
Nächste Schritte
- Suche im Verzeichnis nach einer Stelle mit Telefonberatung in deiner Region.
- Notiere dir die Zeiten und die Zuständigkeit.
- Ruf an. Wenn niemand abnimmt, probiere es zu einer anderen Uhrzeit oder frag nach einem Rückruf.
Eine Übersicht über alle Wege findest du unter Wo finde ich eine Suchtberatungsstelle für Cannabis?
Häufige Fragen
Was mache ich, wenn bei der Hotline niemand abnimmt?
Probiere es zu einer anderen Uhrzeit. Das Infotelefon des BIÖG hat feste Zeiten, montags bis donnerstags von 10 bis 22 Uhr und freitags bis sonntags von 10 bis 18 Uhr. Findest du keine Erreichbarkeit, nimm Kontakt zu einer anderen Stelle aus dem Verzeichnis auf. Bei akuter Gefahr wählst du sofort den Notruf 112.
Brauche ich für ein Telefonat einen Termin?
Das hängt vom Angebot ab. Manche Stellen nehmen Anrufe zu festen Sprechzeiten entgegen, andere vereinbaren ein Gespräch für einen späteren Zeitpunkt. Ein kurzer Orientierungsanruf ist aber oft ohne Termin möglich. Frag bei der Stelle, wie sie das handhabt.
Quellen
- cannabispraevention.de: Linksammlung (Online-Angebote des BIÖG)
- DHS: Suchthilfeverzeichnis
- Drogenbeauftragter der Bundesregierung: Beratungsangebote
- BIÖG: Infotelefon zur Suchtvorbeugung
- Nummer gegen Kummer: Elterntelefon
- Sucht & Drogen Hotline
- cannabispraevention.de: Langfristige Risiken und Sucht
- drugcom.de: Drogenlexikon Cannabis