Was zeigt der Cannabis-Check von drugcom.de?
Der Cannabis-Check von drugcom.de ist ein Selbsttest, mit dem du herausfinden kannst, wie riskant dein Cannabiskonsum ist. Er dauert laut drugcom ungefähr 5 bis 10 Minuten, danach bekommst du eine auf deine Angaben zugeschnittene Rückmeldung. Der Test richtet sich an Menschen, die Cannabis vorwiegend zu Freizeitzwecken und nicht aus medizinischen Gründen konsumieren. Die Rückmeldung ist eine Orientierung und ersetzt weder eine ärztliche Diagnose noch ein Beratungsgespräch. Dieser Artikel erklärt, was der Test leisten kann und wo seine Grenzen liegen.
Was der Test abfragt
Die Fragen beziehen sich auf deinen Konsum der letzten zwölf Monate, zum Beispiel darauf, ob du den Eindruck hattest, den Konsum nicht mehr unter Kontrolle zu haben. drugcom erklärt auf der Seite „Bin ich abhängig von Cannabis?“, dass der Check über die Abhängigkeit hinaus weitere Merkmale des Konsums prüft und am Ende eine detaillierte Rückmeldung mit Empfehlungen gibt. Lies die Fragen aufmerksam und beantworte sie so ehrlich, wie es dir möglich ist.
Wie du die Auswertung liest
Die Rückmeldung ist auf deine Angaben zugeschnitten, bleibt aber eine Orientierung und kein Urteil. Wenn dich ein Ergebnis überrascht, notiere dir die Frage, die dazu geführt hat, und nimm sie mit in ein Gespräch. Welche Formulierungen die Rückmeldung nutzt, liest du am besten auf der Seite selbst nach.
Was Fachleute unter Abhängigkeit verstehen
drugcom erklärt auf einer eigenen Seite, dass das US-amerikanische Klassifikationssystem DSM-5 von einer Substanzgebrauchsstörung spricht (der Begriff Abhängigkeit wird dort nicht mehr verwendet), die sich an 11 Kriterien festmachen lässt. Treffen mindestens zwei Merkmale innerhalb von 12 Monaten zu, gilt sie als erfüllt, und je mehr Kriterien vorliegen, desto schwerer ist sie. Zu den Kriterien zählen unter anderem größere Mengen oder längerer Konsum als geplant, erfolglose Versuche aufzuhören, starkes Verlangen, Konsum trotz Problemen und Entzugssymptome.
Menge und Häufigkeit des Konsums sind dabei nach drugcom nicht entscheidend, wichtiger ist, ob der Konsum bereits negative Folgen hatte. Mehr zu den Anzeichen steht im Artikel Woran erkenne ich eine Cannabisabhängigkeit?
Wo der Test an Grenzen stößt
Ein Selbsttest kann nicht erkennen, wie es dir im Inneren geht. Er sieht nicht, wie deine Gesundheit aussieht, ob du Medikamente nimmst oder ob andere Substanzen eine Rolle spielen. Auch Gefühle und Lebensumstände lassen sich nur begrenzt abfragen. Deshalb gilt: Der Test ist ein Anfang, kein Abschluss. Wenn du dir unsicher bist, bespreche das Ergebnis mit einer Fachkraft.
Datenschutz vor dem Test
Die Seite bittet vor der Nutzung um Einwilligung in eine statistische Webanalyse (Matomo); du kannst ablehnen. Laut drugcom wird die IP-Adresse umgehend anonymisiert und 90 Tage gespeichert. Wie deine Antworten im Test verarbeitet werden, steht in den Datenschutzhinweisen der Seite. Gib keine Angaben ein, die du nicht machen möchtest.
Was du mit dem Ergebnis tun kannst
Nutze die Auswertung als Anlass, deinen Konsum bewusst anzuschauen. Notiere dir zwei oder drei Situationen, in denen du konsumierst, und überlege, was dir in diesen Momenten fehlt. Ein Konsumtagebuch hilft dabei, die Muster über einige Wochen zu erkennen. Die Methode erklärt der Artikel Hilft ein Konsumtagebuch beim Aufhören mit Cannabis?
Was du nach dem Test beachten solltest
Ein Hinweis auf ein Risiko bedeutet nicht automatisch, dass du abhängig bist, und ein beruhigendes Ergebnis heißt nicht, dass alles in Ordnung ist. Achte deshalb auf dein Gefühl nach dem Test. Wenn du dich schlechter fühlst, Schuldgefühle oder Druck spürst, sprich mit jemandem darüber. Wenn du dich eher bestätigt fühlst, prüfe die Auswertung trotzdem am Alltag.
Hilfreich ist auch, den Test zu wiederholen, wenn sich etwas in deinem Leben verändert hat, etwa ein neuer Job, Stress in der Familie oder ein Umzug. Dann siehst du, ob sich dein Konsum verschoben hat. Vergleiche deine Antworten nicht mit denen anderer Menschen, denn jede Lebenslage ist anders.
Prävention heißt, früh hinzuschauen
Je jünger man ist und je öfter man kifft, desto größer ist laut cannabispraevention.de das gesundheitliche Risiko. Häufiges Kiffen stört dort zufolge die Konzentration, was zu Problemen in Schule und Ausbildung führen kann. Ein Selbsttest ist ein Weg, den eigenen Konsum früh anzuschauen. Mehr dazu liest du im Artikel Wie wirkt Cannabis auf Gedächtnis und Schulabschluss?
Nächste Schritte
Mach den Test, wenn du neugierig bist oder dir Gedanken machst. Wenn die Auswertung dich beschäftigt, ruf eine Beratungsstelle an. Die passende Stelle findest du über Wo finde ich eine Suchtberatungsstelle für Cannabis? Auch der Artikel Woran erkenne ich eine Cannabisabhängigkeit? hilft bei der Einordnung.
Häufige Fragen
Ersetzt der Cannabis-Check eine ärztliche Diagnose?
Nein. Der Test gibt dir eine grobe Orientierung zu deinem Konsum, mehr nicht. Eine Diagnose stellt nur eine Fachperson nach einem persönlichen Gespräch, gegebenenfalls mit weiteren Untersuchungen. Nimm die Auswertung als Anlass für ein Gespräch, nicht als endgültiges Ergebnis.
Muss ich mich für den Cannabis-Check registrieren?
Auf der Startseite des Tests ist von einer Registrierung nicht die Rede. Die Seite bittet allerdings um Einwilligung in eine statistische Webanalyse, die du ablehnen kannst. Schau vor dem Start in die Datenschutzhinweise und gib nur Angaben ein, die du machen möchtest.