Gibt es eine Hotline für Eltern bei Sucht?
Ja, für Eltern gibt es bundesweite Telefonangebote, wenn es um Sucht und Cannabis geht. Das Elterntelefon der Nummer gegen Kummer erreichst du unter 0800 111 0 550, es ist anonym und kostenlos. Die Sucht & Drogen Hotline erreichst du unter 01806 313031, täglich von 8 bis 24 Uhr, sie ist kostenpflichtig. Nummern können sich ändern, prüfe sie deshalb vor dem Anruf auf der Seite der Stelle.
Die beiden Nummern im Überblick
- Elterntelefon der Nummer gegen Kummer: 0800 111 0 550, anonym und kostenlos. Beratung montags, mittwochs und freitags von 9 bis 17 Uhr, dienstags und donnerstags von 9 bis 19 Uhr.
- Sucht & Drogen Hotline: 01806 313031, täglich von 8 bis 24 Uhr, kostenpflichtig. Sie steht laut Bundesdrogenbeauftragtem Menschen mit Suchtproblemen und deren Angehörigen offen.
Was eine Hotline leisten kann
Eine Hotline eignet sich für eine erste Einschätzung. Du kannst am Telefon schildern, was dich beunruhigt, und fragen, ob der Verdacht berechtigt wirkt. Viele Fachkräfte helfen dir auch, den nächsten Schritt zu planen, etwa einen Termin bei einer Beratungsstelle oder einer Ärztin.
Eine Hotline ersetzt keine persönliche Beratung über einen längeren Zeitraum. Sie ist eher der Einstieg, der dir hilft, die Lage zu sortieren.
Bundesweite Angebote finden
Die Bundesdrogenbeauftragte führt auf ihrer Seite eine Übersicht über Beratungsangebote. Dort findest du Hinweise, welche Stellen bundesweit erreichbar sind und welche regional arbeiten. Das ist ein verlässlicher Startpunkt, weil die Inhalte von einer staatlichen Stelle gepflegt werden.
Auch das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) stellt Informationen und Angebote für Eltern bereit. Dort findest du Materialien, die dir helfen, das Gespräch vorzubereiten, und Hinweise auf weiterführende Stellen.
Regionale Stellen in deiner Nähe
Neben bundesweiten Angeboten gibt es Suchtberatungsstellen vor Ort. Sie sind oft die schnellste Hilfe, weil sie im selben Landkreis arbeiten und persönliche Termine anbieten. Frag bei der Stelle nach, ob sie auch Telefon- oder Videoberatung macht.
In Niedersachsen stellt die Niedersächsische Landesstelle für Suchtfragen (NLS) Informationen zu Cannabis bereit. Für persönliche Beratung in deiner Region frag bei einer Suchtberatungsstelle vor Ort nach.
So prüfst du eine Nummer vor dem Anruf
Eine Nummer aus dem Netz ist nur dann verlässlich, wenn sie von der Stelle selbst stammt oder von einer Behörde genannt wird. Suche die Seite der Stelle, prüfe das Impressum und vergleiche die Nummer mit einer zweiten Quelle, bevor du wählst.
- Prüfe, ob der Träger klar benannt ist.
- Vergleiche die Nummer mit der offiziellen Seite der Stelle.
- Achte auf Angaben zu Erreichbarkeit und Zeiten.
- Wähle bei Unsicherheit eine regionale Beratungsstelle.
Was du beim Anruf vorbereiten kannst
Notiere dir vor dem Gespräch, was du beobachtet hast und seit wann. Schreib auf, welche Fragen du hast, zum Beispiel wie du mit dem Kind sprechen kannst oder welche Hilfe es gibt. Ein kurzer Stichpunktzettel hilft, auch wenn du aufgeregt bist.
Du kannst am Telefon auch fragen, wie die Stelle arbeitet, was passiert und welche Kosten entstehen. Eine seriöse Stelle erklärt das gern.
Wenn es akut wird
Ist dein Kind in akuter Gefahr, etwa nach einer Überdosis, bei Verletzungen oder wenn es Suizidgedanken äußert, ruf sofort den Notruf unter 112. Eine Fachhotline ist in solchen Situationen nicht der richtige erste Schritt. Auch bei starker Verwirrung oder Bewusstlosigkeit zählt jede Minute.
Prävention: Früh sprechen und begleiten
Wer früh Unterstützung sucht, kann Konflikte oft entschärfen. Das BIÖG weist darauf hin, dass Cannabis das Gedächtnis beeinträchtigen kann und im schlimmsten Fall der Schul- oder Berufsabschluss gefährdet ist. Der Beitrag Wie wirkt Cannabis auf Gedächtnis und Schulabschluss? erklärt die Zusammenhänge im Detail.
Was Anrufende oft erwartet
Viele Eltern haben beim ersten Anruf Hemmungen. Sie fürchten, ihre Sorge sei übertrieben, oder sie befürchten, dass das Kind Schwierigkeiten bekommt. Frag nach den möglichen Schritten und sag offen, wenn du dich am Telefon noch nicht entscheiden willst.
Du musst nicht alle Fakten parat haben. Es reicht, die wichtigsten Beobachtungen zu schildern. Die Fachkraft hilft dir, den Rest zu sortieren.
Hilfe für Angehörige, nicht nur für Betroffene
Das Elterntelefon richtet sich an Eltern. Frag bei anderen Stellen ausdrücklich, ob sie Eltern beraten. So vermeidest du ein Gespräch, das an deiner eigentlichen Frage vorbeigeht.
Vertraulichkeit am Telefon
Wie vertraulich ein Gespräch ist, hängt vom Angebot ab. Frag am Anfang, wie die Stelle mit Informationen umgeht und ob sie Notizen anlegt. Wenn du Sorge hast, dass dein Name weitergegeben wird, sprich das offen an. Eine seriöse Stelle erklärt ihre Regeln ohne Umschweife.
Nächste Schritte
- Such eine Beratungsstelle oder die offizielle Übersicht der Bundesdrogenbeauftragten auf.
- Prüfe die Nummer auf der Seite der Stelle, bevor du anrufst.
- Notiere dir vorab deine Fragen und Beobachtungen.
Wo du weitere Beratung findest, zeigt Wo bekommen Eltern Beratung bei Cannabis?. Das erste Vorgehen beschreibt Was sollten Eltern als Erstes tun, wenn sie Cannabiskonsum vermuten?.
Häufige Fragen
Gibt es eine kostenlose Hotline für Eltern bei Sucht?
Ja. Das Elterntelefon der Nummer gegen Kummer (0800 111 0 550) ist anonym und kostenlos. Die Sucht & Drogen Hotline (01806 313031) ist kostenpflichtig. Bei Suchtberatungsstellen vor Ort frag vorab nach den Kosten.
Welche Nummer rufe ich bei einem Notfall mit Drogen an?
Bei einem akuten Notfall, etwa einer Überdosis, Verletzungen oder einer Bedrohung, wählst du den Notruf unter 112. Eine Beratungshotline ersetzt die Rettung nicht. Sprich nach dem Notruf klar über Substanz, Menge und Zustand des Kindes, damit die Helfenden gezielt handeln können.