Wo finde ich eine Suchtberatungsstelle für Cannabis?
Eine Suchtberatungsstelle für Cannabis findest du über bundesweite Verzeichnisse, über die Stadt oder den Landkreis und über das Gesundheitsamt. Am schnellsten kommst du ans Ziel, wenn du zuerst nach Cannabis und deiner Postleitzahl suchst und danach zwei oder drei Stellen anrufst. Dieser Artikel zeigt dir die Wege, die in der Praxis gut funktionieren, und erklärt, worauf du bei der Auswahl achten solltest.
Bundesweite Verzeichnisse nutzen
Die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen (DHS) betreibt ein Suchthilfeverzeichnis. Dort suchst du nach Postleitzahl oder Ort mit einem Umkreis von 2 bis 100 Kilometern und kannst die Suche eingrenzen, etwa auf Angebote für Angehörige oder junge Menschen. Nicht jede Stelle nennt Cannabis im Namen. Lies deshalb die Angebotsbeschreibung, bevor du eine Stelle aussortierst.
Auf der Seite des Drogenbeauftragten der Bundesregierung findest du zusätzlich eine Übersicht über Beratungsangebote auf Bundesebene. Dazu zählen die Sucht & Drogen Hotline (01806 313031, 20 Cent pro Anruf) und die Online-Beratung DigiSucht. Die Einrichtungsdatenbank der DHS enthält laut Drogenbeauftragtem bundesweit über 1.400 ambulante Suchtberatungsstellen. Der Vorteil solcher Verzeichnisse: Du siehst auf einen Blick, welche Stellen es überhaupt gibt, und musst nicht jeden Treffer einzeln suchen.
Stadt, Landkreis und Gesundheitsamt
Ein Anruf beim Gesundheitsamt oder bei der Kreisverwaltung kann ebenfalls zu einer passenden Stelle führen, weil dort oft bekannt ist, welche Beratungsangebote es in der Region gibt. Frag am Telefon nach Ansprechpartnern für Suchtberatung.
Wer in Niedersachsen wohnt, kann sich außerdem an die Niedersächsische Landesstelle für Suchtfragen (NLS) wenden. Die NLS hat auf ihrer Website einen Bereich zu Cannabis. Sie ist ein Orientierungspunkt, die konkrete Beratung findest du danach bei der Stelle vor Ort.
Was du vor dem Anruf bereithalten solltest
Ein kurzes Vorab-Notizbuch hilft, damit du am Telefon nichts vergisst. Lege dir deine Postleitzahl bereit, denn viele Stellen arbeiten für festgelegte Gebiete. Überlege, ob du für dich selbst anrufst oder für jemand anderen. Halte fest, ob dir ein Termin vor Ort oder ein Online-Gespräch lieber ist. Schreib dir außerdem zwei oder drei Fragen auf, etwa zu Kosten, Wartezeit und Ablauf.
- Postleitzahl oder Wohnort, damit die Zuständigkeit klar ist
- Angabe, ob du selbst betroffen bist oder Angehörige fragst
- Wunsch nach einem Termin vor Ort, online oder am Telefon
- deine wichtigsten Fragen in Stichworten
Woran du eine gute Stelle erkennst
Eine gute Beratungsstelle erklärt am Telefon, welche Angebote sie macht, wer die Gespräche führt und wie lange die Wartezeit ungefähr ist. Sie beantwortet Fragen zu Kosten und Datenschutz, ohne dich unter Druck zu setzen. Wenn eine Stelle dir nichts davon sagen kann oder will, lohnt sich der Blick auf eine zweite. Wie du seriöse Angebote erkennst, erklärt der Artikel Wie erkenne ich eine seriöse Beratungsstelle?
Was tun, wenn die Wartezeit lang ist?
Längere Wartezeiten kommen vor, besonders im ländlichen Raum. Frag nach, ob du auf eine Warteliste kommst, ob dich die Stelle an einen Partner weitervermitteln kann oder ob es ein Online-Angebot gibt, das schneller verfügbar ist. Die Unterschiede zwischen digitaler und persönlicher Beratung vergleicht der Artikel Online-Beratung oder Beratungsstelle vor Ort. Merkst du in der Wartezeit, dass sich dein Konsum verschärft, sprich das bei einer Stelle oder bei deiner Hausärztin oder deinem Hausarzt an.
Für Angehörige gibt es eigene Stellen
Wer sich um jemanden sorgt, der Cannabis konsumiert, muss nicht warten, bis die betroffene Person selbst anruft. Viele Stellen beraten Angehörige direkt, auch wenn der Konsum nicht von dir selbst kommt. Mehr dazu steht im Artikel Wo finden Angehörige Beratung bei Cannabiskonsum?.
Prävention: früh anrufen lohnt sich
Beratung muss nicht auf eine Krise warten. Wer schon bei ersten Anzeichen anruft, etwa wenn der Konsum regelmäßiger wird oder wenn Schule, Arbeit oder Schlaf leiden, hat mehr Spielraum für Veränderungen. Konsum ist nicht bei jedem Menschen gleich riskant. Gerade junge Menschen reagieren empfindlicher, weil sich ihr Gehirn noch entwickelt. Eine Beratung hilft bei dieser Einschätzung, ohne dass du sofort eine Entscheidung treffen musst. Zu den gesundheitlichen Fragen rund um das junge Gehirn lies den Artikel Schadet Cannabis dem jungen Gehirn?
Nächste Schritte
- Such im Verzeichnis nach Cannabis und deiner Postleitzahl.
- Ruf zwei Stellen an und frag nach Ablauf, Kosten und Wartezeit.
- Vereinbare einen Erstkontakt. Dafür musst du dich noch auf kein Ziel festlegen.
Auf den Erstkontakt bereitest du dich am besten mit dem Artikel Wie bereite ich mich auf das erste Beratungsgespräch vor? vor. Wie das Gespräch selbst aufgebaut ist, erklärt der Artikel zum ersten Gespräch in der Suchtberatung. Alle Themen rund um Hilfe und Beratung findest du unter Hilfe und Beratung.
Häufige Fragen
Wie finde ich schnell eine Suchtberatungsstelle für Cannabis in meiner Nähe?
Gib im Suchthilfeverzeichnis der DHS Cannabis oder dein Anliegen und deine Postleitzahl ein und wähle einen Umkreis. Findest du keine passende Stelle, ruf beim Gesundheitsamt oder bei der Kreisverwaltung an. Auch DigiSucht ist eine Möglichkeit, aus dem Saarland und aus Schleswig-Holstein ist die Teilnahme laut Anbieter aktuell eingeschränkt. Frag am Telefon nach Ablauf, Kosten und Wartezeit, dann kannst du zwei Angebote direkt vergleichen.
Muss ich schon einen Plan haben, bevor ich anrufe?
Nein. Du kannst mit einer offenen Frage anrufen und dich unverbindlich informieren. Die Stelle klärt mit dir, welcher nächste Schritt sinnvoll ist. Ein fertiges Ziel brauchst du für den ersten Anruf nicht.