Gibt es Gruppenangebote für Cannabiskonsumierende?
Gruppenangebote für Menschen mit Cannabiskonsum gibt es, aber nicht überall. Manche Suchtberatungsstellen bieten sie an, und in der Sucht-Selbsthilfe treffen sich Gruppen online und vor Ort. Ob in deiner Region ein passendes Angebot läuft, klärst du am besten direkt bei einer Beratungsstelle.
Wo du Gruppenangebote findest
Die erste Anlaufstelle ist eine Suchtberatungsstelle in deiner Nähe. Das Suchthilfeverzeichnis der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen (DHS) listet Einrichtungen nach Postleitzahl oder Ort und Umkreis. Die Angaben im Verzeichnis beruhen laut DHS auf Selbstauskünften der Einrichtungen. Ruf deshalb an und frag, ob es aktuell eine Gruppe für Cannabiskonsumierende gibt, wann sie sich trifft und wie die Anmeldung abläuft.
Die DHS verweist außerdem auf Verbände der Sucht-Selbsthilfe, zum Beispiel den Kreuzbund, das Blaue Kreuz, die Freundeskreise für Suchtkrankenhilfe und Narcotics Anonymous. Laut DHS gibt es Selbsthilfegruppen in Präsenz und online. Die Verbände haben unterschiedliche Schwerpunkte. Frag bei der jeweiligen Gruppe nach, ob sie für Cannabiskonsumierende offen ist.
Gruppe oder Einzelgespräch
Eine Beratungsgruppe bringt mehrere Menschen zusammen, die von Fachkräften begleitet werden. Wie oft sie sich trifft, wie lange sie läuft und welche Themen vorkommen, legt die jeweilige Stelle fest. Ein Einzelgespräch bietet Raum für Themen, die du in einer Runde nicht besprechen möchtest. Frag bei der Stelle, ob sie beides anbietet und was für dein Anliegen sinnvoll ist. Welche Form zu dir passt, kann ein Vorgespräch klären.
Was du vor dem ersten Termin klären kannst
Eine Gruppe ist für viele eine neue Situation. Diese Fragen helfen dir, vorab Klarheit zu bekommen:
- Für wen ist die Gruppe gedacht: für Menschen, die reduzieren wollen, für solche, die aufhören wollen, oder für eine bestimmte Altersgruppe?
- Läuft die Gruppe geschlossen (alle starten und enden gemeinsam) oder offen (neue Teilnehmende können später einsteigen)?
- Wie viele Termine sind vorgesehen, wie lange dauert eine Sitzung und wie groß ist die Gruppe?
- Wie viel musst du von dir erzählen, und darfst du anfangs auch nur zuhören?
- Welche Regeln zur Vertraulichkeit gelten, und was darf die Fachkraft weitergeben?
- Was kostet die Teilnahme, und findet sie online oder vor Ort statt?
Schreib dir die Antworten mit Datum auf. So kannst du zwei oder drei Angebote vergleichen, bevor du dich entscheidest.
Online-Gruppen und Datenschutz
Manche Angebote laufen online. Prüfe vor der Anmeldung, wer das Angebot betreibt, ob ein Impressum und eine Datenschutzerklärung vorliegen und welche Angaben du machen musst. Worauf es dabei ankommt, erklärt der Artikel Wie sicher sind meine Daten bei der Online-Beratung?. Wenn dir der Weg zur Stelle schwerfällt, vergleicht der Artikel Online-Beratung oder Beratungsstelle vor Ort beide Formen.
Angebote für junge Menschen
Altersgrenzen unterscheiden sich von Stelle zu Stelle. Frag nach, ob es eine Gruppe für Jugendliche oder junge Erwachsene gibt oder ab welchem Alter du teilnehmen kannst. Eine Übersicht über Beratung für junge Menschen bietet der Artikel Wo beraten Jugendberatungsstellen zu Cannabiskonsum?.
Wenn dir eine Gruppe zu viel ist
Eine Gruppe ist kein Muss. Wenn dir der Gedanke an eine Runde mit anderen Unbehagen bereitet, kannst du mit einem Einzelgespräch oder einer Online-Beratung beginnen, etwa bei DigiSucht oder mindzone, und später entscheiden, ob eine Gruppe für dich infrage kommt. Wie die Online-Beratung bei mindzone abläuft, beschreibt der Artikel Wie funktioniert die Online-Drogenberatung bei mindzone?.
Rückfälle und Rückschläge
Wenn du dein Konsumziel nicht einhältst, besprich das mit der Fachkraft, am besten bevor du die Gruppe verlässt. Frag schon vor dem Beitritt, wie die Gruppe mit Rückfällen umgeht. Was nach einem Rückfall hilft, erklärt der Artikel Was tun nach einem Rückfall beim Cannabis?.
Wo Gruppenangebote an Grenzen stoßen
Eine Gruppe ersetzt keine ärztliche Abklärung. Bei starken Entzugsbeschwerden, anhaltenden psychischen Problemen oder körperlichen Beschwerden sprichst du mit einer Ärztin oder einem Arzt. Bei akuter Gefahr wählst du den Notruf 112. Wenn du zuerst am Telefon sprechen möchtest, erreichst du die Sucht & Drogen Hotline unter 01806 313031. Kosten und Erreichbarkeit stehen auf der Website der Hotline.
Was du jetzt tun kannst
- Suche im Suchthilfeverzeichnis der DHS eine Beratungsstelle in deiner Nähe.
- Ruf an und frag nach Gruppen für Cannabiskonsumierende. Bitte um ein Vorgespräch, wenn du unsicher bist.
- Notiere vorher, was du dir von einer Gruppe erhoffst. Dabei hilft ein Konsumtagebuch.
- Frag auch bei einer Selbsthilfegruppe nach, wenn du lieber unter Gleichgesinnten sprichst.
Häufige Fragen
Gibt es Gruppenangebote für Cannabiskonsumierende?
Ja, aber nicht flächendeckend. Manche Suchtberatungsstellen bieten Gruppen an, außerdem gibt es Selbsthilfegruppen online und vor Ort. Ob in deiner Region eine Gruppe läuft, erfährst du bei der Beratungsstelle oder über das Suchthilfeverzeichnis der DHS.
Worauf sollte ich vor der Anmeldung achten?
Frag nach Zielgruppe, Terminen, Kosten, Gruppengröße und Vertraulichkeit. Klär auch, ob du anfangs nur zuhören darfst. Eine Gruppe ersetzt keine ärztliche Abklärung bei akuten Krisen.