Wie sicher sind meine Daten bei der Online-Beratung?
Online-Beratung zu Cannabis ist nur dann eine gute Option, wenn du den Schutz deiner Daten einschätzen kannst. Bei DigiSucht sind Nachrichten laut Plattform Ende-zu-Ende verschlüsselt. Das Angebot mindzone beschreibt seine Verbindung als SSL-verschlüsselt. Wie sicher deine Daten am Ende sind, hängt aber auch davon ab, was du selbst preisgibst.
Verschlüsselung: was die Begriffe bedeuten
SSL ist eine Verschlüsselung der Verbindung zwischen deinem Gerät und dem Server. Sie verhindert, dass Dritte während der Übertragung mitlesen. Ende-zu-Ende-Verschlüsselung geht einen Schritt weiter. Dabei können nur die beteiligten Personen die Inhalte lesen, also du und die Beratungsperson.
Für dich heißt das: Achte auf eine verschlüsselte Verbindung, erkennbar an einer Adresse, die mit https beginnt. Wenn ein Anbieter zur Verschlüsselung nichts sagt, nimm dir Zeit, bevor du dort Persönliches schreibst.
Anonymität und Anmeldedaten
Bei DigiSucht ist die Beratung auf Wunsch anonym. Der Nutzername ist frei wählbar, eine E-Mail-Adresse ist freiwillig. Auch mindzone beschreibt die Online-Beratung als anonym, dort ist für den Kontakt keine E-Mail-Adresse nötig.
Im Freitext solltest du keine Angaben machen, die dich erkennbar machen, etwa Wohnort, Schule, Arbeitgeber oder Namen von Personen aus deinem Umfeld. Das gilt besonders, wenn du über Familie oder Freunde sprichst. Allgemeine Formulierungen reichen für den Anfang oft aus.
Löschen und Teilen von Einträgen
Du kannst dein Konto bei DigiSucht selbst löschen. Die endgültige Löschung erfolgt nach Angaben der Plattform innerhalb von 48 Stunden und ist danach nicht mehr rückgängig zu machen. Wenn du Notizen oder Einträge behalten willst, sichere sie vorher auf deinem eigenen Gerät.
Die Plattform gibt außerdem an, dass du selbst entscheidest, ob Einträge in den Tools mit der Beratungsperson geteilt werden. Die Beratungsperson sieht zudem nicht, ob du online bist.
Vor der Anmeldung prüfen
Bevor du dich registrierst, lohnt sich eine kurze Prüfung. Wer betreibt das Angebot? Gibt es ein Impressum und eine Datenschutzerklärung? Bei DigiSucht verlinkt der Footer beides. Auch bei mindzone lohnt ein Blick auf die Datenschutzhinweise, bevor du Persönliches schreibst.
Lege dir außerdem eine Frage zurecht: Was muss die Beratungsperson wissen, damit sie dir helfen kann? Alles, was darüber hinausgeht, musst du nicht schreiben. Die Beratung soll dir helfen, deine Situation zu ordnen.
Datensicherheit auf deinem Gerät
Wenn du ein Gerät mit anderen teilst, melde dich nach jeder Sitzung ab und schließe den Browser. Nutze kein Gerät, das anderen Personen offen zugänglich ist, wenn du über persönliche Themen schreibst. Diese Vorsicht kostet wenig und schützt deine Privatsphäre.
Anonym heißt nicht unsichtbar
Bei den genannten Angeboten musst du keinen Klarnamen angeben. Anonym bedeutet damit vor allem, dass dein Name nicht im Gespräch steht. Die Verbindung zum Angebot läuft trotzdem über Technik, nämlich über dein Gerät, deinen Browser und dein Netz. Wer ganz sicher gehen will, nutzt ein Gerät, das nur einem selbst gehört, und meldet sich nach jeder Sitzung ab.
Diese Vorsicht ergänzt die Anonymität des Angebots. Sie ersetzt sie nicht. Wie das Angebot selbst mit Daten umgeht, steht in der Datenschutzerklärung. Genau dort lohnt sich der Blick vor der Anmeldung.
Fragen an den Anbieter vor der Anmeldung
- Wer betreibt das Angebot, und steht ein Impressum mit Anschrift auf der Seite?
- Welche Angaben sind für die Anmeldung zwingend, und welche sind freiwillig?
- Wie lange werden Nachrichten gespeichert, und wer kann sie einsehen?
- Gilt die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung auch für Videocalls, und wo steht das?
- Wie lösche ich mein Konto, und was passiert mit meinen Einträgen dabei?
Transportverschlüsselung und Ende-zu-Ende unterscheiden
Zwei Begriffe werden oft gleich benutzt, meinen aber Verschiedenes. Transportverschlüsselung schützt die Verbindung zwischen deinem Gerät und dem Server, damit Dritte auf dem Weg nicht mitlesen können. Ende-zu-Ende-Verschlüsselung geht weiter: Nur die beteiligten Personen können die Inhalte lesen.
Ein Angebot kann eine verschlüsselte Verbindung haben und trotzdem keine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung nutzen. Erkennbar ist die Verbindung an einer Adresse, die mit https beginnt. Ob Nachrichten Ende-zu-Ende geschützt sind, steht in der Erklärung des Anbieters und muss dort klar benannt sein.
Was im Freitext wirklich nötig ist
Für eine gute erste Einschätzung braucht die Beratung selten Namen, Adressen oder den Arbeitgeber. Beschreibe lieber, was dich belastet, seit wann es so ist und was du schon versucht hast. Das reicht meist für eine erste Einordnung.
Schreibst du über andere Menschen, betreffen die Angaben auch sie. Nenne nur das, was für dein Anliegen nötig ist.
Geteilte Geräte und Benachrichtigungen
Wenn du ein Gerät mit anderen teilst, melde dich nach jeder Sitzung ab und schließe den Browser. Schalte Vorschauen von Nachrichten aus, wenn Mitbewohnende den Bildschirm sehen können. Lösche Downloads, die du nicht mehr brauchst. Diese Schritte kosten wenig und verringern das Risiko, dass andere mitlesen.
Eigene Einträge sichern, bevor du löschst
Wenn du das Konto löschst, sind die Einträge danach nicht mehr verfügbar. Sichere Notizen, die du behalten willst, vorher auf deinem eigenen Gerät. Eine Kopie der Gesprächsnotizen hilft auch dann, wenn du später eine andere Beratungsstelle aufsuchst. Für Angehörige gibt es eigene Angebote, etwa Beratung für Angehörige bei Cannabis.
Abmelden ist nicht gleich Löschen
Ein Abmelden beendet die aktuelle Sitzung, mehr nicht. Ob deine Daten danach weiter gespeichert bleiben, steht in der Erklärung des Anbieters. Schau dort nach, bevor du das Konto nutzt, und frag nach, wenn etwas unklar ist.
Die Löschung des Kontos ist ein eigener Schritt. Wenn du sicher gehen willst, lösche das Konto ausdrücklich und prüfe anschließend, ob dein Name oder deine E-Mail-Adresse noch sichtbar ist.
Was du jetzt tun kannst
- Prüfe die Datenschutzerklärung und das Impressum des Anbieters, bevor du dich anmeldest.
- Wähle einen Nutzernamen, der dich nicht erkennbar macht.
- Gib im Freitext nur die Angaben weiter, die die Beratung für dein Anliegen braucht.
- Lies bei Bedarf den Artikel Gibt es Videoberatung bei Suchtproblemen? zur Technik der Videocalls.
Häufige Fragen
Kann die Beratungsperson sehen, ob ich online bin?
Nach Angaben von DigiSucht sieht die Beratungsperson nicht, ob du online bist. Du entscheidest außerdem selbst, welche Einträge in den Tools mit ihr geteilt werden. Die Nachrichten sind laut Plattform Ende-zu-Ende verschlüsselt, auch Videocalls sind geschützt.
Was passiert mit meinem Konto, wenn ich es lösche?
Du kannst dein Konto bei DigiSucht selbst löschen. Die endgültige Löschung erfolgt laut Plattform innerhalb von 48 Stunden. Danach lässt sich der Vorgang nicht mehr rückgängig machen. Sichere vorher Notizen oder Einträge, die du behalten willst, auf deinem eigenen Gerät.
Welche Angaben sollte ich bei der Anmeldung vermeiden?
Wenn du anonym bleiben willst, brauchst du keine echte E-Mail-Adresse. Vermeide Namen, Wohnort, Schule oder Arbeitgeber im Nutzernamen und im Freitext. Ein Nutzername, der mit deinem Alltag nichts zu tun hat, schützt dich besser als ein Klarname. Gib nur das preis, was die Beratung für dein Anliegen braucht.
Was bedeutet Ende-zu-Ende-Verschlüsselung für mich?
Bei Ende-zu-Ende-Verschlüsselung können nur die beteiligten Personen die Inhalte lesen. Bei DigiSucht gilt das laut Plattform für Nachrichten und Videocalls. Zusätzlich sollte die Verbindung verschlüsselt sein, erkennbar an einer Adresse, die mit https beginnt.