Wo beraten Jugendberatungsstellen zu Cannabiskonsum?
Jugendberatungsstellen beraten junge Menschen zu Cannabiskonsum, zu Sorgen im Umfeld und zu Fragen rund um Schule, Ausbildung und Familie. Wie du Kontakt aufnehmen kannst, steht auf der Website der jeweiligen Stelle. Wo genau es solche Stellen gibt, hängt von deiner Region ab. Das Suchthilfeverzeichnis der DHS und kommunale Angebote helfen bei der Suche.
Wer als junger Mensch gilt
Für viele Angebote spielt das Alter eine wichtige Rolle. Minderjährige sind alle Menschen unter 18 Jahren. Für Menschen von 18 bis unter 21 Jahren verwendet das Jugendgerichtsgesetz den Begriff Heranwachsende. Die entsprechende Definition findest du in § 1 Abs. 2 des Jugendgerichtsgesetzes, auf das auch das Konsumcannabisgesetz verweist.
Nicht jede Einrichtung zieht dieselbe Altersgrenze. Frag deshalb vor dem Termin nach, für wen das Angebot gilt.
Was Jugendberatung von Erwachsenenberatung unterscheidet
Jugendberatung und Erwachsenenberatung unterscheiden sich je nach Träger in Zielgruppe, Altersgrenze und Schwerpunkt. Frag bei der Stelle, ob sie Schule, Ausbildungsbetrieb oder Familie einbezieht und ob das nur mit deiner Zustimmung geschieht.
Entscheidend ist, dass die Stelle zu deiner Situation passt. Wenn du unsicher bist, kannst du anrufen und fragen, ob die Stelle dich berät oder weitervermittelt.
Typische Anlässe für ein Gespräch
Junge Menschen kommen aus ganz unterschiedlichen Gründen. Oft steht ein Problem in der Schule im Vordergrund, etwa nachlassende Noten oder Fehlzeiten. Andere merken, dass der Konsum ihre Freundschaften oder ihre Pläne für die Ausbildung verändert. Manche machen sich Sorgen, weil Freunde viel konsumieren, und möchten wissen, wie sie sich selbst schützen können.
- Du merkst, dass Cannabis Schule, Ausbildung oder Arbeit beeinflusst.
- Du möchtest deinen Konsum prüfen, bevor er zur Gewohnheit wird.
- Du hast Stimmungsschwankungen oder Ängste, die du einordnen möchtest.
- Du machst dir Sorgen um einen Freund oder eine Freundin.
Auch Eltern und Lehrkräfte können nachfragen, ob eine Stelle sie berät. Wenn du minderjährig bist und das Gespräch mit Eltern schwierig ist, sprich das in der Beratung offen an.
Schule und Ausbildung als Anlaufpunkt
An vielen Schulen gibt es Schulsozialarbeit oder Vertrauenslehrkräfte. Sie können erste Gespräche führen und dich an eine passende Stelle vermitteln. Das ist besonders hilfreich, wenn du dir einen ersten Schritt nicht allein zutraust. Der Artikel Wer hilft Schülern bei Cannabisproblemen an der Schule? zeigt, welche Wege dir offenstehen.
Auch in Ausbildungsbetrieben gibt es manchmal Ansprechpersonen, etwa in der Personalabteilung oder bei der Jugend- und Auszubildendenvertretung. Wichtig bleibt, dass du dich vertraulich an eine Fachstelle wenden kannst, wenn du das möchtest.
Rechtliche Grenzen kennen
Das Konsumcannabisgesetz schützt Kinder und Jugendliche besonders. Erwachsene dürfen Cannabis nur in den gesetzlich festgelegten Grenzen besitzen (§ 3 KCanG). Für Minderjährige ist der Besitz nicht erlaubt, und die Weitergabe an Minderjährige ist strafbar (§ 34 KCanG). Eine ausführliche Übersicht gibt der Artikel Was regelt das KCanG zum Jugendschutz?.
Wenn du als Heranwachsender Fragen zu Besitz oder Konsum hast, kann eine Beratung helfen, die Regeln einzuordnen. Für Einzelfälle mit möglichen Strafen ist eine Rechtsberatung durch eine Fachanwältin oder einen Fachanwalt nötig. Die Beratungsstelle kann dir sagen, wo du sie findest.
Wie Eltern in die Beratung einbezogen werden
Viele junge Menschen fragen sich, ob ihre Eltern von dem Gespräch erfahren. Die Antwort hängt vom Alter, von der Situation und von der Stelle ab. Frag vor dem Gespräch, was vertraulich bleibt und in welchen Fällen Ausnahmen gelten.
Wenn Eltern sich Sorgen machen, können sie selbst eine Beratung nutzen. Frag, ob die Stelle auch Eltern berät. Dann lässt sich besprechen, wie in der Familie über Cannabis gesprochen wird.
Wichtig ist, dass du gefragt wirst, wenn Eltern eingebunden werden sollen. Sprich deine Bedenken an und bitte die Fachkraft, dir den Ablauf zu erklären. So behältst du die Kontrolle über die Informationen, die du teilst.
Was du jetzt tun kannst
- Suche eine Jugendberatungsstelle in deiner Nähe, etwa über Suchthilfeverzeichnisse oder kommunale Stellen.
- Frag nach der Altersgrenze und ob die Beratung auch online oder telefonisch möglich ist.
- Bring eigene Fragen mit und sprich offen über deine Situation.
- Nimm eine Person deines Vertrauens mit, wenn dir das den Einstieg erleichtert.
Junge Menschen müssen mit Cannabisfragen nicht allein bleiben. Eine Jugendberatung hilft dir, den eigenen Konsum ehrlich einzuordnen und den nächsten Schritt zu planen. Mehr Hinweise findest du im Bereich Hilfe und Beratung.
Häufige Fragen
Ab welchem Alter kann ich eine Jugendberatung zu Cannabis nutzen?
Die Altersgrenzen legt jede Stelle selbst fest. Frag vor dem Termin nach, für wen das Angebot gilt, und ob Minderjährige ohne Begleitung kommen können.
Erfahren Eltern von meinem Gespräch in der Jugendberatung?
Ob und wann Eltern einbezogen werden, hängt von deinem Alter, der Situation und der Stelle ab. Frag die Fachkraft vor dem Gespräch, was vertraulich bleibt und in welchen Fällen Ausnahmen gelten.
Kann ich Jugendberatung auch online oder telefonisch nutzen?
Bei DigiSucht kannst du laut Plattform per Nachricht, Chat oder Video beraten werden, Termine am Telefon oder vor Ort sind möglich. Welche Wege eine Stelle vor Ort anbietet, steht auf ihrer Website oder du erfährst es per Anruf.