Ist Cannabis zur Selbstbehandlung von Problemen riskant?
Ja, Cannabis zur Selbstbehandlung von Problemen kann riskant sein. Das Drogenlexikon von drugcom beschreibt, dass psychische Probleme wie Depressionen oder Angst das Risiko erhöhen, Cannabis zur Selbstmedikation zu nutzen. Dieser Artikel erklärt den Kreislauf dahinter und zeigt Wege, die das Problem an der Wurzel angehen.
Warum Cannabis als Mittel gegen Anspannung wirkt
Drugcom nennt Entspannung und Wohlbefinden als angenehm erlebte Wirkung von Cannabis und eine niedergedrückte Stimmung als unangenehm erlebte Wirkung. Wer Cannabis gegen Anspannung oder Niedergeschlagenheit einsetzt, kann also genau das Gegenteil erreichen.
Das eigentliche Problem liegt nach drugcom in vielen Fällen in der psychischen Grundproblematik. Dann wird das Kiffen zur Krücke, um den Alltag zu bewältigen, und die Ursache bleibt unbehandelt.
Warum der Kreislauf kippt
Drugcom beschreibt, dass zu den Wirkungen, die als unangenehm erlebt werden, eine niedergedrückte Stimmung zählt. Wer Cannabis gegen Niedergeschlagenheit einsetzt, kann also genau das Gegenteil erreichen. Dazu kommt das Risiko einer psychischen Abhängigkeit. Nach Angaben des BIÖG wird ungefähr eine von acht Personen, die Cannabis konsumieren, abhängig.
Wenn der Konsum steigt, verschiebt sich außerdem der Alltag. Schule, Ausbildung, Arbeit oder Freundschaften geraten unter Druck. Die BIÖG-Seite nennt plötzlich schlechtere Leistungen in Schule oder Ausbildung als mögliches Anzeichen einer Sucht. Dieses Muster ist ein wichtiger Hinweis, dass die Selbstmedikation nicht funktioniert.
Wenn psychische Probleme dahinterstecken
Depressionen und Angst sind ernst zu nehmende Erkrankungen. Sie brauchen eine ärztliche Abklärung und oft eine Behandlung, die über das hinausgeht, was ein Gespräch leisten kann. Der Artikel Verstärkt Cannabis Depressionen und Angst? erklärt, wie Konsum und diese Erkrankungen zusammenhängen.
Auch Psychosen sind ein Thema. Laut BIÖG bekommen Menschen, die kiffen, häufiger eine Psychose. Wer nach dem Konsum Verwirrung, Wahrnehmungsstörungen oder starke Ängste erlebt, sollte sofort ärztliche Hilfe suchen. Mehr zu diesen Warnzeichen steht im Artikel Welche Warnzeichen sprechen für eine Psychose?.
Stress als Auslöser erkennen
Wer unter Druck steht, sollte früh gegensteuern. Notiere, in welchen Situationen du konsumierst und welcher Druck davor herrscht. Der Artikel Wird Cannabis als Stressabbau zum Problem? zeigt, wann aus Stressabbau ein Problem wird.
Warnzeichen für eine Selbstmedikation
- Du konsumierst regelmäßig, um Gefühle zu regulieren.
- Du spürst ohne Cannabis deutliche Unruhe oder Niedergeschlagenheit.
- Dein Konsum steigt, obwohl die Probleme gleich bleiben oder größer werden.
- Du hast das Gefühl, ohne Cannabis nicht mehr zurechtzukommen.
Wenn mehrere dieser Punkte auf dich zutreffen, ist eine Beratung ein sinnvoller Schritt. Der Artikel Können psychische Probleme den Konsum verstärken? beschreibt diesen Zusammenhang genauer.
Bessere Wege finden
Ein Problem braucht eine Lösung, die es tatsächlich angeht. Dazu gehören ein Gespräch mit einer Ärztin oder einem Arzt, eine psychotherapeutische Abklärung bei Bedarf und eine Beratungsstelle, die deinen Konsum einordnet. Auch Gespräche mit Vertrauten helfen, weil sie den Druck aus dem Alltag nehmen können.
Schreib dir auf, welche Belastung du spürst und welche Hilfe du dir wünschst. Dieser Zettel ist eine gute Grundlage für den ersten Termin bei der Ärztin oder dem Arzt.
Prävention im Alltag
Vorbeugung heißt, Belastungen früh anzusprechen, bevor sie zum Konsum führen. Wer Stress, Schlafprobleme oder Sorgen offen benennt, hat mehr Auswahl an Hilfen. Eine Beratungsstelle hilft dir, einen Plan zu machen, der nicht allein auf Cannabis setzt.
Wenn du in einer Krise steckst
Eine Krise kann sich in starker Unruhe, in Schlaflosigkeit oder in dem Gefühl zeigen, nicht weiterzuwissen. Wenn du in diesem Zustand Cannabis nutzt, kann sich die Lage verschärfen. Deshalb ist es sinnvoll, Hilfe zu holen, bevor der nächste Konsum zur Gewohnheit wird.
Vertrauenspersonen können dir in dieser Lage Halt geben. Sag ihnen direkt, was du brauchst, etwa ein Gespräch, eine Begleitung zur Ärztin oder zum Arzt oder einfach Zeit. Bei akuter Gefahr für dich oder andere wählst du den Notruf 112. Der Artikel Wann braucht man bei Cannabis einen Notruf? zeigt, welche Warnzeichen sofortiges Handeln erfordern.
Das Gespräch mit der Ärztin oder dem Arzt vorbereiten
Schreib vorab auf, welche Beschwerden du hast, seit wann sie bestehen und wie oft du Cannabis nutzt. Notiere auch, welche Wirkung du dir erhoffst und was du tatsächlich erlebst. Diese Angaben helfen, die Lage einzuschätzen.
- Beschwerden in einem Satz benennen, etwa Unruhe, Niedergeschlagenheit oder Schlafprobleme.
- Den Konsum offen angeben, auch wenn dir das schwerfällt.
- Fragen zu möglichen Behandlungen aufschreiben.
Eine offene Angabe hilft dabei, dass die Behandlung auf deinen tatsächlichen Zustand abgestimmt wird.
Was du jetzt tun kannst
- Schreib auf, welche Belastung dich am meisten beschäftigt.
- Notiere, wann und wie oft du Cannabis zur Beruhigung nutzt.
- Vereinbare einen Termin bei einer Ärztin oder einem Arzt.
- Ziehe eine Beratungsstelle hinzu, wenn der Konsum dein Leben bestimmt.
Für ein erstes Gespräch am Telefon erreichst du die Sucht & Drogen Hotline unter 01806 313031. Bei akuter Gefahr wählst du den Notruf 112.
Häufige Fragen
Ist es riskant, Cannabis gegen Stress oder Angst zu nehmen?
Ja, das kann riskant sein. Drugcom beschreibt, dass psychische Probleme wie Depressionen oder Angst das Risiko erhöhen, Cannabis zur Selbstmedikation zu nutzen. Die kurzfristige Erleichterung kann eine niedergedrückte Stimmung und eine psychische Abhängigkeit nach sich ziehen. Wer Stress oder Angst hat, sollte das ärztlich abklären lassen und eine Beratungsstelle nutzen.