Welche Warnzeichen sprechen für eine Psychose?
Bei einer Psychose verliert man laut BIÖG vorübergehend den Bezug zur Realität und entwickelt Halluzinationen und Wahnvorstellungen. Das BIÖG weist darauf hin, dass Menschen, die kiffen, häufiger eine Psychose bekommen als Menschen, die nicht kiffen. Gesundheitsinformation.de beschreibt, dass sich akute Psychosen oft Wochen oder Monate vorher andeuten: Betroffene sind ruhelos und angespannt, schlafen schlecht und haben Konzentrations- und Gedächtnisprobleme. Dieser Artikel erklärt, worauf du achten kannst, welche Rolle Cannabis spielt und wann du ärztliche Hilfe suchen solltest.
Was eine Psychose ist
Gesundheitsinformation.de nennt als wesentliche Symptome Halluzinationen wie Stimmenhören, Wahnvorstellungen wie Verfolgungswahn, das Gefühl, das eigene Erleben und Denken werde durch andere gesteuert, sowie fahrige Gedanken oder wirre Sprache. Psychosen treten meist in vorübergehenden Phasen auf. Eine Psychose ist eine ernsthafte Erkrankung, sie braucht ärztliche Begleitung und gehört nicht in die Hand von Freundinnen und Freunden allein.
Die Beschwerden, Ursachen und der Verlauf sind laut Gesundheitsinformation.de oft sehr unterschiedlich.
Warum Cannabis das Risiko beeinflusst
Das BIÖG nennt das häufigere Auftreten von Psychosen bei Menschen, die kiffen. Der Zusammenhang ist statistisch, eine Verursachung ist nicht bewiesen. Wie stark das Risiko im Einzelfall ist, hängt von mehreren Faktoren ab, und eine genaue Zahl für den einzelnen Menschen lässt sich nicht angeben.
Für junge Menschen gilt diese Warnung besonders, weil sich ihr Gehirn in einer wichtigen Entwicklungsphase befindet. Das BIÖG schreibt, Jugendliche sollten aus gesundheitlichen Gründen gar kein Cannabis konsumieren, weil bis etwa zum Alter von 25 Jahren wichtige Reifungsprozesse im Gehirn stattfinden.
Warnzeichen, die man ernst nehmen sollte
Nach Gesundheitsinformation.de sind mögliche Vorboten und Symptome:
- schlechter Schlaf, Ruhelosigkeit und Anspannung,
- Konzentrations- und Gedächtnisprobleme,
- leichte Halluzinationen oder das Gefühl, von anderen beobachtet und beeinflusst zu werden,
- Stimmenhören oder Verfolgungswahn,
- fahrige Gedanken oder wirre Sprache.
Diese Liste ersetzt keine ärztliche Diagnose. Einzelne Punkte wie schlechter Schlaf kommen auch ohne Psychose vor. Sie helfen dir, Veränderungen einzuordnen und das Gespräch mit einer Fachperson vorzubereiten.
Was tun, wenn du Warnzeichen bemerkst?
Wenn du bei dir selbst Warnzeichen erkennst, sprich mit einer Vertrauensperson und suche eine Ärztin oder einen Arzt auf. Eine Hausärztin oder ein Hausarzt kann an Fachleute überweisen. Bei akuter Gefahr oder starker Verwirrung wählst du den Notruf 112.
Wenn du dir Sorgen um eine nahestehende Person machst, sprich sie vorsichtig an und frag, wie es ihr geht. Drängen und Vorwürfe helfen selten. Hilfe holst du dir auch selbst, etwa bei einer Beratungsstelle für Angehörige.
Konsum, Medikamente und ärztliche Beratung
Die DHS schreibt, dass sich bestehende psychische Erkrankungen bei hochgradigem Cannabiskonsum verschlimmern und schlummernde Psychosen neu ausbrechen können. Wer eine psychische Erkrankung hat oder in der Familie eine Psychose kennt, bespricht den Konsum deshalb mit einer Ärztin oder einem Arzt, auch bei regelmäßiger Medikamenteneinnahme.
Wo du Unterstützung findest
Zum Konsum findest du Hilfe auf suchtberatung.digital und im Suchthilfeverzeichnis der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen, anonym erreichst du die Sucht & Drogen Hotline unter 01806 313031 (kostenpflichtig, täglich 8 bis 24 Uhr). Informationen zu Wirkung und Risiken bietet drugcom.de. Bei akuten Krisen gehört der Notruf 112 zur ersten Hilfe.
Begriffe: Risiko, Ursache und Auslöser
Ein erhöhtes Risiko bedeutet, dass ein Ereignis in einer Gruppe häufiger auftritt als in einer anderen. Es bedeutet nicht, dass jeder Mensch mit Konsum eine Psychose bekommt. Cannabis ist nach dem Stand der Angaben ein Faktor unter mehreren. Drugcom beschreibt es als möglichen Stressfaktor bei vorhandener Anfälligkeit, und Gesundheitsinformation.de nennt unter anderem Drogenkonsum, Schlafstörungen, psychischen Stress und traumatische Erfahrungen.
Das BIÖG schreibt, bei einer angeborenen Neigung für eine Psychose könnten schon geringe Mengen Cannabis ausreichen, um eine auszulösen. Ob man selbst dazugehört, lässt sich nicht ohne Weiteres sagen.
Was in den ersten Tagen hilft
Wenn Veränderungen auftreten, sorge für einen ruhigen, geschützten Rahmen. Mindzone rät im Umgang mit akut psychotischen Personen, ruhig zu bleiben und nicht über wahnhafte Inhalte zu diskutieren oder sie mit Tatsachen überzeugen zu wollen.
Danach ist der nächste Schritt die ärztliche Abklärung. Eine Hausärztin oder ein Hausarzt kann einschätzen, ob eine fachärztliche Behandlung nötig ist.
Weil Cannabis bestehende psychische Erkrankungen laut DHS verschlimmern kann, ist es naheliegend, in dieser Phase nicht zu konsumieren. Ob sich Veränderungen zurückbilden, klärt die Ärztin oder der Arzt im Verlauf.
Typische Missverständnisse
Nach Gesundheitsinformation.de erleben manche Betroffene nur einmal oder wenige Male eine psychotische Phase, andere haben dauerhafte Beschwerden. Ob das bei dir oder jemand anderem zutrifft, klärt nur eine ärztliche Untersuchung. Akute Psychosen deuten sich laut der Seite oft lange vorher an, und meist spüren auch Angehörige, dass sich etwas verändert.
Was du jetzt tun kannst
- Warnzeichen bei dir oder einer nahestehenden Person notieren, mit Datum.
- Eine Ärztin oder einen Arzt aufsuchen, wenn die Veränderungen anhalten oder dich beunruhigen.
- Bei akuter Gefahr den Notruf wählen und nicht allein bleiben.
- Den eigenen Konsum ehrlich prüfen und bei Unsicherheit eine Beratungsstelle fragen.
Wie sich Depression und Angst im Zusammenhang mit Cannabis einordnen lassen, erklärt der Artikel zu Cannabis, Depression und Angst. Welche Vorerkrankungen das Risiko erhöhen, zeigt der Artikel zu Risikofaktoren für Psychosen. Den Stand der Studienlage fasst der Artikel zur Studienlage zum Psychoserisiko zusammen.
Häufige Fragen
Woran erkenne ich eine beginnende Psychose?
Nach Gesundheitsinformation.de deuten sich akute Psychosen oft Wochen oder Monate vorher an, etwa durch Ruhelosigkeit, Anspannung, schlechten Schlaf sowie Konzentrations- und Gedächtnisprobleme. Dazu können leichte Halluzinationen oder das Gefühl kommen, beobachtet und beeinflusst zu werden. Eine sichere Einordnung kann nur eine ärztliche Untersuchung leisten.
Erhöht Cannabis das Psychoserisiko?
Das BIÖG weist darauf hin, dass Menschen, die kiffen, häufiger eine Psychose bekommen als Menschen, die nicht kiffen. Der Zusammenhang ist statistisch, eine Verursachung ist damit nicht bewiesen. Eine genaue Zahl für eine einzelne Person lässt sich nicht angeben.
Wohin wende ich mich, wenn jemand aus meinem Umfeld Warnzeichen zeigt?
Zuerst an eine Hausärztin oder einen Hausarzt, die an Fachleute weitervermitteln können. Bei akuter Gefahr wählst du den Notruf 112. Für Fragen zum Konsum gibt es Suchtberatungsstellen, auch online über suchtberatung.digital.
Quellen
- BIÖG: Langfristige Risiken und Sucht
- BIÖG: Gefahren für Jugendliche
- Suchtberatung digital: Cannabis
- Gesundheitsinformation.de: Schizophrenie, Symptome und Ursachen
- DHS: Cannabis, Risiken
- BIÖG: Häufige Fragen
- drugcom: Cannabis im Drogenlexikon
- Sucht & Drogen Hotline
- DHS: Suchthilfeverzeichnis
- mindzone: Drogennotfall