Wann braucht man bei Cannabis einen Notruf?
Du wählst sofort den Notruf 112, wenn eine Person bei Cannabiskonsum nicht ansprechbar ist, nicht richtig atmet, einen Krampfanfall hat oder keinen tastbaren Puls mehr hat. Mindzone schreibt: Im Zweifelsfall immer sofort einen Notarzt rufen und bis zu dessen Eintreffen dableiben. Die Seite beschreibt Drogennotfälle allgemein, nicht nur bei Cannabis; manche Hinweise gelten vor allem für andere Substanzen. Dieser Artikel zeigt die wichtigsten Warnzeichen, erklärt die ersten Schritte bis zum Eintreffen der Hilfe und nennt, wo du danach Unterstützung findest.
Wann du sofort 112 wählst
Die Seite mindzone nennt unter anderem diese Situationen, in denen der Notruf sofort nötig ist:
- Atemstillstand: Die Lippen verfärben sich lila, und man spürt keinen Luftzug mehr.
- Bewusstlosigkeit: Die Person reagiert nicht auf Ansprechen oder auf kräftiges Zwicken ins Ohr.
- Krampfanfall: Die Muskulatur verkrampft, die Augen rollen nach oben, und die Person fällt plötzlich hin. Nach dem Anfall wählst du 112, weil weitere Anfälle folgen können.
- Herzstillstand: An Handgelenk und seitlichem Hals ist kein Puls mehr zu tasten.
Nennst du am Telefon die Worte „Atemstillstand“ oder „Bewusstlosigkeit“, kommt laut mindzone so schnell wie möglich ein Rettungswagen mit Notarzt.
Warnzeichen, die früh auffallen
Nicht jeder Notfall beginnt mit Bewusstlosigkeit. Mindzone beschreibt Kreislaufprobleme an Blässe, plötzlichen Schweißausbrüchen und einem kaum fühlbaren Puls, begleitet von Übelkeit, Schwindel und Schwäche. Eine Überhitzung (roter, heißer Kopf, sehr warme Haut, schneller Puls) nennt die Seite vor allem im Zusammenhang mit Ecstasy und Amphetaminen. Angstzustände und Wahrnehmungsstörungen („Bad Trip“) können laut mindzone auch durch Cannabis ausgelöst werden und auch ohne Überdosierung auftreten.
Der Artikel Wann ist professionelle Hilfe bei Cannabis sinnvoll? hilft dir einzuschätzen, wann über den Notfall hinaus eine Beratung wichtig wird.
Was du bis zum Eintreffen der Hilfe tust
Ruf andere Menschen um Hilfe und bleib bei der Person. Bleib ruhig und sprich sie an. Erfrage, was und wie viel konsumiert wurde, und sichere Reste der Substanz, ohne sie selbst zu nehmen. Kläre außerdem, ob Vorerkrankungen bestehen, und gib diese Informationen an den Rettungsdienst weiter.
- Bei Bewusstlosigkeit: Atmung und Puls kontrollieren. Funktionieren beide, bringst du die Person in die stabile Seitenlage, rufst den Rettungsdienst (112) und hältst sie warm.
- Bei Überhitzung: die Person hinsetzen, für frische, kühle Luft sorgen und Wasser geben, keinen Alkohol. Puls und Atmung überwachen. Tritt keine Besserung ein, rufst du den Rettungsdienst.
- Bei Kreislaufproblemen: an die frische Luft bringen, hinlegen und die Beine hochlagern. Bessert sich der Zustand nicht, holst du medizinische Hilfe.
- Bei Panik oder einem unangenehmen Rausch: an einen ruhigen Ort mit frischer Luft bringen, Körperkontakt halten, beruhigend einreden und sagen, dass der Zustand durch die Drogenwirkung entsteht und vorübergeht. Mindzone empfiehlt warme Getränke wie Tee oder Wasser, keinen Kaffee. Bleib ständig bei der Person.
Die Seite betont, dass diese Hinweise einen Erste-Hilfe-Kurs nicht ersetzen. Wer öfter mit Notfällen rechnet, sollte einen solchen Kurs besuchen.
Wenn kein Atem da ist
Mindzone nennt die ABC-Regel: Atemwege freimachen, beatmen (Mund-zu-Nase oder Mund-zu-Mund, Kopf in den Nacken überstrecken) und bei Herzstillstand Herz und Kreislauf durch Herzmassage anregen. Folge am Telefon den Anweisungen der Leitstelle.
Das Herz im Blick behalten
Drugcom beschreibt, dass Cannabis das Herz-Kreislauf-System bei vorbelasteten Personen lebensbedrohlich überbeanspruchen kann. Wenn du selbst Herzprobleme hast oder eine Vorerkrankung kennst, solltest du das vorab mit einer Ärztin oder einem Arzt besprechen. Mehr dazu steht im Artikel Hat Cannabis Auswirkungen auf Herz und Kreislauf?.
Wenn es kein Notfall ist, aber eine Sorge bleibt
Nicht jede beunruhigende Situation ist ein Notfall. Wenn der Zustand stabil ist, aber du dir Sorgen machst, hilft ein Gespräch. Die Sucht & Drogen Hotline erreichst du unter 01806 313031 (kostenpflichtig, täglich 8 bis 24 Uhr). Eine Beratungsstelle kann mit dir einschätzen, wie es weitergeht. Der Artikel Wie finde ich eine Suchtberatung in meiner Nähe? zeigt, wie du eine Stelle findest.
Prävention: Notfälle vorbeugen
Die DHS zählt Cannabis zusammen mit Nikotin, Ecstasy, Amphetaminen, Kokain, Crystal Meth und Halluzinogenen zu den gefährlichen Mischungen. Bei Vorerkrankungen des Herzens kann sich nach der DHS die Lage im Einzelfall verschlechtern.
Was du jetzt tun kannst
- Speichere die 112 als Notruf und merke dir die Warnzeichen.
- Bleib bei einer Person in Not, bis Hilfe eintrifft. Mindzone ergänzt, dass Ärztinnen, Ärzte und Rettungssanitäter der Schweigepflicht unterliegen und du vor Ort offen sagen kannst, was konsumiert wurde.
- Kläre Vorerkrankungen mit einer Ärztin oder einem Arzt.
- Such nach dem Notfall eine Beratungsstelle, wenn der Konsum dich belastet.
Für Fragen außerhalb eines Notfalls erreichst du die Sucht & Drogen Hotline unter 01806 313031 (kostenpflichtig, täglich 8 bis 24 Uhr).
Häufige Fragen
Wann muss man bei Cannabis den Notruf 112 wählen?
Den Notruf 112 wählst du bei Atemstillstand, Bewusstlosigkeit, Krampfanfall oder fehlendem Puls. Auch nach einem Krampfanfall ist der Notruf wichtig, weil weitere Anfälle folgen können. Im Zweifel rufst du nach mindzone immer sofort einen Notarzt. Bleib bei der Person, bis Hilfe kommt, und folge den Anweisungen der Leitstelle.