Wie wirkt Cannabis auf Stimmung und Psyche?
Cannabis wirkt auf Stimmung und Psyche, und die Wirkung fällt von Mensch zu Mensch verschieden aus. Drugcom beschreibt Entspannung und Wohlbefinden als angenehm erlebte Wirkung, nennt aber auch eine niedergedrückte Stimmung als unangenehm erlebte Wirkung. Das BIÖG nennt ein häufigeres Auftreten von Psychosen bei Konsumierenden. Dieser Artikel erklärt beide Seiten und zeigt, wann du Hilfe holen solltest.
Die angenehme Seite der Wirkung
Drugcom beschreibt als angenehm erlebte Wirkung eine Anhebung der Stimmung sowie ein Gefühl von Entspannung und Wohlbefinden. Das ist nur ein Teil der Wirkung. Wie jemand reagiert, kann verschieden ausfallen, und eine Wirkung, die einmal angenehm war, kann ein anderes Mal anders ausfallen.
Die unangenehme Seite der Wirkung
Drugcom zählt zu den Wirkungen, die als unangenehm erlebt werden, eine niedergedrückte Stimmung. Cannabispraevention.de nennt Angst und Panikgefühle als kurzfristige Risiken. Wenn du nach dem Konsum häufiger traurig, ängstlich oder unruhig bist, ist das ein Warnzeichen.
Psychose und Stimmung
Die BIÖG-Seite zu langfristigen Risiken beschreibt, dass Menschen, die kiffen, häufiger eine Psychose bekommen als Menschen, die nicht kiffen. Drugcom ergänzt, dass das Psychoserisiko mit der Intensität des Konsums steigt. Drugcom schreibt, dass es keine eigenständige Cannabis-Psychose gibt, Cannabis aber Auslöser einer bislang verborgenen Schizophrenie sein kann. Zweifelsfrei belegt ist das noch nicht, doch die Hinweise mehren sich.
Eine Psychose ist ein ernster Zustand. Warnzeichen wie starke Verwirrung, Stimmen hören oder deutliche Veränderungen im Denken sind Anlass, sofort eine Ärztin oder einen Arzt aufzusuchen. Der Artikel Welche Warnzeichen sprechen für eine Psychose? beschreibt sie genauer.
Abhängigkeit und seelische Belastung
Bei dauerhaftem Konsum kann sich eine psychische Abhängigkeit entwickeln. Nach Angaben des BIÖG wird ungefähr eine von acht Personen, die Cannabis konsumieren, abhängig.
Der Zusammenhang mit der Psyche ist dabei doppelt. Psychische Probleme wie Depressionen oder Angst können das Risiko erhöhen, Cannabis zur Selbstmedikation zu nutzen. Der Artikel Ist Cannabis zur Selbstbehandlung von Problemen riskant? erklärt diesen Kreislauf.
Wenn Stimmung und Konsum zusammenhängen
Achte darauf, ob deine Stimmung nach dem Konsum besser oder schlechter wird. Achte auch darauf, ob du öfter konsumierst, wenn es dir schlecht geht. Solche Muster sind wichtige Hinweise. Der Artikel Verstärkt Cannabis Depressionen und Angst? greift diesen Zusammenhang auf.
Notiere dafür über ein bis zwei Wochen, wann du konsumierst und wie du dich davor und danach fühlst. Ein solches Konsumtagebuch macht Muster sichtbar. Der Artikel Hilft ein Konsumtagebuch bei der Selbstkontrolle? erklärt die Methode.
Wann du Hilfe holen solltest
Wenn du dich über Wochen niedergeschlagen, ängstlich oder innerlich leer fühlst, geh zu einer Ärztin oder einem Arzt. Das gilt besonders dann, wenn der Konsum deinen Alltag stärker bestimmt als früher. Auch Beratungsstellen können dir helfen, die Lage einzuordnen. Viele Angebote arbeiten vertraulich, und du entscheidest selbst, was du erzählst.
Wenn der Zustand akut wird, etwa bei starker Panik, Verwirrung oder Gedanken an Selbstverletzung, wählst du den Notruf 112. Der Artikel Können psychische Probleme den Konsum verstärken? zeigt, wie Beratung dabei ansetzen kann.
Prävention für Stimmung und Psyche
Vorbeugung heißt, früh auf Veränderungen zu achten. Wer merkt, dass Stimmung und Konsum sich gegenseitig beeinflussen, sollte nicht warten, bis es zur Krise kommt. Gespräche mit Vertrauten, ein geregelter Alltag und frühe Beratung sind wichtige Bausteine.
Veränderungen im Alltag wahrnehmen
Stimmungsschwankungen zeigen sich oft zuerst im Alltag. Du bist weniger unternehmungslustig, verlierst den Spaß an Hobbys oder ziehst dich von Freunden zurück. Auch eine veränderte Schlafroutine oder anhaltende Gereiztheit können Hinweise sein. Notiere solche Veränderungen über einige Wochen, damit du sie beim Arzttermin genau beschreiben kannst.
Was im Alltag Halt geben kann
Ein geregelter Alltag, Gespräche mit Vertrauten und frühe Beratung sind Bausteine, die du mit einer Fachkraft besprechen kannst. Sie ersetzen keine Behandlung.
Wenn du dich Freundinnen, Freunden oder Angehörigen öffnest, kannst du sagen, was dir hilft. Der Artikel Wie wirkt der Freundeskreis auf den eigenen Konsum? zeigt, wie das Umfeld den Konsum beeinflusst.
Was du jetzt tun kannst
- Beobachte für eine Woche, wie sich deine Stimmung nach dem Konsum verändert.
- Sprich mit einer Ärztin oder einem Arzt, wenn Niedergeschlagenheit oder Angst länger anhalten.
- Nutze eine Beratungsstelle oder ein Online-Angebot, um deine Lage zu sortieren.
- Wähle bei akuter Gefahr sofort den Notruf 112.
Für ein erstes Gespräch am Telefon erreichst du die Sucht & Drogen Hotline unter 01806 313031.
Häufige Fragen
Macht Cannabis psychische Probleme schlimmer?
Das kann passieren. Laut BIÖG bekommen Menschen, die kiffen, häufiger eine Psychose. Drugcom beschreibt, dass Cannabis eine niedergedrückte Stimmung hervorrufen kann. Bei dauerhaftem Konsum kann sich eine psychische Abhängigkeit entwickeln. Wenn du unter Depression oder Angst leidest, sprich mit einer Ärztin oder einem Arzt und suche eine Beratungsstelle auf.