Welches Cannabis-Material eignet sich für den Unterricht?
Für den Unterricht zur Cannabisprävention stellt das Bundesinstitut für öffentliche Gesundheit (BIÖG) Materialien bereit, die Lehrkräfte nutzen können. Das BIÖG hieß früher BZgA. Geeignet ist Material, das zur Altersgruppe passt, nachprüfbare Fakten nennt, nichts verharmlost und Raum für Fragen lässt. Dieser Artikel zeigt, worauf du bei der Auswahl achtest und welche Angebote sich ergänzen lassen.
Was gutes Präventionsmaterial leisten soll
Präventionsmaterial informiert, ohne zu erschrecken, und es bleibt bei Fakten. Die Fachseite für Lehrkräfte bei cannabispraevention.de betont, dass Präventionsarbeit auch Wissensvermittlung bedeutet. Das Material muss deshalb nachvollziehbar sein: Was steht drin, woher stammt es und was lässt sich im Unterricht damit belegen?
Außerdem sollte das Material die Lebenswelt der Jugendlichen ernst nehmen. Die Fachseite rät, Jugendliche sachlich und differenziert anzusprechen. Aus unserer Sicht sollte Material auch Gründe nennen und nicht nur Verbote aufzählen.
Die Auswahl: Vier Prüffragen
Bevor du ein Material einsetzt, beantworte vier Fragen:
- Für welche Altersgruppe ist es gemacht, und passt die Sprache zur Klasse?
- Welche Gesundheitsaussagen macht es, und stammen sie aus einer Quelle, die du nachprüfen kannst?
- Enthält es rechtliche Angaben, und stimmen diese mit dem Konsumcannabisgesetz überein?
- Lässt es Raum für Fragen und Diskussion, oder gibt es nur eine Lösung vor?
Rechtliche Angaben prüfst du am besten am Gesetz selbst. Das Konsumverbot in Schulen steht in § 5 KCanG. Wer Cannabis an Kinder oder Jugendliche weitergibt, begeht eine Straftat nach § 34 KCanG.
Ein Vergleich der wichtigsten Angebote
Die folgende Tabelle zeigt, welche Angebote für welche Zwecke geeignet sind. Sie dient der Orientierung und ersetzt keine eigene Prüfung des Inhalts.
| Angebot | Für wen | Wofür es sich eignet |
|---|---|---|
| BIÖG-Materialien | Lehrkräfte und Schulklassen | Wissensvermittlung im Unterricht |
| drugcom-Cannabis-Check | Jugendliche | Einschätzung des eigenen Konsums der letzten zwölf Monate |
| Suchthilfeverzeichnis der DHS | Betroffene und Familien | Beratungsstellen finden, filterbar nach Postleitzahl, Ort, Umkreis und Bundesland |
| Sucht und Drogen Hotline | Betroffene und Angehörige | Anonyme Beratung zu Sucht und Drogen |
Material im Unterricht einsetzen
Ein Material wirkt am besten, wenn es in eine Einheit eingebettet ist. Sinnvoll ist eine Abfolge: Fakten vermitteln, Fragen sammeln, Gesundheitsrisiken gemeinsam einordnen und zum Schluss Hilfsangebote nennen. So bleibt die Stunde nicht abstrakt.
Sinnvoll sind Themen, die Jugendliche selbst betreffen. Die Konzentration ist ein solches Thema, weil häufiges Kiffen sie stört, was auch zu Problemen in der Schule und Ausbildung führen kann, wie das BIÖG auf seiner Seite zu den Gefahren für Jugendliche schreibt. Das BIÖG betont außerdem, dass das junge Gehirn sich in einer wichtigen Entwicklungsphase befindet. Der Artikel Wie wirkt sich Cannabis auf Schulleistungen aus? vertieft dieses Thema. Mehr zum Schutz junger Menschen steht auf der Seite Jugendschutz.
Was Material nicht leisten kann
Kein Unterrichtsmaterial ersetzt eine Beratung für Einzelfälle. Wenn ein Schüler bereits konsumiert und Hilfe braucht, reicht eine Stunde nicht aus. Die Schulsozialarbeit und Beratungsstellen übernehmen dann die Einzelberatung. Das Suchthilfeverzeichnis der DHS findet passende Stellen nach Postleitzahl.
Ebenso wenig ersetzt Material eine eigene Haltung. Lehrkräfte sollten mit Rückfragen rechnen, auch zu eigenem Konsum. Die Fachseite empfiehlt, die eigene Haltung vorab zu überdenken. Wer eine Frage nicht sicher beantworten kann, sagt das offen und klärt die Antwort später mit einem Material oder einer Fachstelle. Das ist besser als eine ungesicherte Antwort.
Materialien für Eltern und Familien
Nicht nur die Klasse braucht Information. Eltern profitieren von klaren Angaben, die zu Hause verwendet werden können. Die Fachseite cannabispraevention.de bietet Informationen für verschiedene Zielgruppen. Wer Material für Eltern auswählt, achtet darauf, dass es Gesundheitsfakten mit Quellen verbindet und nicht nur warnt.
Gut ist ein kurzes Informationsblatt mit den wichtigsten Regeln, einer Liste mit Anlaufstellen und einem Hinweis auf das Elterngespräch. Ein solches Blatt kann am Elternabend verteilt und auf der Website der Schule veröffentlicht werden.
Materialien im Kollegium prüfen
Bevor ein Material in den Unterricht kommt, sollten zwei oder drei Lehrkräfte es gemeinsam lesen. Jede Person stellt andere Fragen. Die eine achtet auf die Sprache, die andere auf die Fakten, eine dritte auf die Frage, ob Hilfsangebote genannt werden. So entsteht ein Urteil, das über den persönlichen Eindruck hinausgeht. Wichtig ist außerdem, dass das Material zu den Vorgaben der eigenen Schule passt.
Notiere nach dem Einsatz, was gut funktioniert hat und was die Klasse verwirrt. Dieses Protokoll hilft beim nächsten Schuljahr. Materialien veralten, deshalb ist die Überprüfung eine Daueraufgabe.
Anlaufstellen am Ende der Einheit
Jede Einheit endet mit einer Liste der Angebote. Nenne die Sucht und Drogen Hotline unter 01806 313031 und das Suchthilfeverzeichnis der DHS. Schülerinnen und Schüler, die später Fragen haben, wissen dann, wo sie anfangen können. Der Einstieg in die Stunde hilft ebenfalls: Eine Frage aus der Klasse, anonym gesammelt, zeigt, was die Jugendlichen wirklich beschäftigt.
Was du als Nächstes tun kannst
Lege zuerst fest, welches Ziel die Einheit hat: Wissen, Haltung oder Hilfe. Wähle dann ein Material, das zu diesem Ziel passt, und prüfe es mit den vier Fragen. Ergänze es um eine Information über Hilfsangebote, damit die Schülerinnen und Schüler wissen, wohin sie sich wenden können. Eine Übersicht über alle Präventionsthemen bietet die Seite Prävention. Für Einzelfälle nutze die Sucht und Drogen Hotline unter 01806 313031.
Häufige Fragen
Welche Materialien gibt das BIÖG Schulen?
Das BIÖG stellt Materialien für die Cannabisprävention bereit, die Lehrkräfte nutzen können. Es hieß früher BZgA. Die Fachseite für Lehrkräfte bei cannabispraevention.de verweist auf diese Angebote. Vor dem Einsatz prüfst du Altersgruppe, Inhalt und Quellen.
Woran erkenne ich gutes Präventionsmaterial?
Gutes Material nennt Fakten mit Quelle, verharmlost den Konsum nicht und schreckt nicht ab. Es lässt Raum für Fragen und zeigt Hilfsangebote. Rechtliche Angaben sollten mit dem Konsumcannabisgesetz übereinstimmen, zum Beispiel beim Konsumverbot in Schulen nach § 5.
Welches Angebot eignet sich für Jugendliche, die selbst Fragen haben?
Der Cannabis-Check von drugcom hilft bei der Einschätzung des eigenen Konsums der letzten zwölf Monate. Bei Sucht und Drogen berät die Sucht und Drogen Hotline unter 01806 313031. Das Suchthilfeverzeichnis der DHS zeigt Beratungsstellen in der Nähe.