Gibt es Fortbildungen für Lehrkräfte zu Cannabis?
Ja, für Lehrkräfte gibt es Fortbildungen zu Cannabis. Auf cannabispraevention.de nennt das BIÖG zum Beispiel den Online-Kurs „Cannabisprävention: wissen, verstehen, handeln“ für Lehr- und Fachkräfte und Eltern (Gesamtdauer etwa vier Stunden) und die Schulung „MOVE Cannabis“ in motivierender Gesprächsführung für Fachkräfte. Welche Angebote in deinem Bundesland verfügbar sind, erfährst du bei den Landesstellen für Suchtfragen. Entscheidend ist, dass die Inhalte sachlich sind und zu deiner Rolle im Schulalltag passen.
Wer Fortbildungen anbietet
Landesstellen für Suchtfragen, in Niedersachsen die Niedersächsische Landesstelle für Suchtfragen (NLS), stellen Informationen und Materialien zum Thema Cannabis bereit. Für Methodensets wie den „Grünen Koffer“ (ab Klasse 8) nennt cannabispraevention.de die Fachstellen für Suchtprävention als Ausleihstellen.
Auf Bundesebene listet das BIÖG auf cannabispraevention.de Programme und Angebote für Schulen mit Angaben zu Klassenstufe und Zielgruppe auf. Der Beauftragte der Bundesregierung für Sucht- und Drogenfragen hat 2024 eine Konferenz zur Rolle der Schulen in der Suchtprävention veranstaltet und darüber informiert.
Welche Inhalte eine gute Fortbildung hat
Eine gute Fortbildung vermittelt grundlegende Fakten über Cannabis, die aktuelle Rechtslage und die Wirkung auf junge Menschen. Sie zeigt außerdem, wie Gespräche mit Schülerinnen und Schülern gelingen und wie Lehrkräfte Warnzeichen früh erkennen.
- Fakten zu Wirkung, Risiken und Gesundheitsfolgen
- Rechtslage für Minderjährige, etwa Besitzgrenzen und Konsumverbote
- Gesprächsführung im Unterricht und im Einzelgespräch
- Umgang mit Vorfällen und Kooperation mit Beratungsstellen
Worauf du bei der Auswahl achtest
Prüfe den Träger, die Qualifikation der Referierenden und die Aktualität der Inhalte. Frag nach, ob die Fortbildung belegte Aussagen verwendet und wie sie mit Fragen umgeht, die über das Angebot hinausgehen. Eine seriöse Veranstaltung nennt Quellen und unterscheidet klar zwischen Wissen und Meinung.
Achte auch darauf, ob die Fortbildung Angebote verkauft. Eine Veranstaltung, die vor allem für ein bestimmtes Produkt oder einen bestimmten Anbieter wirbt, ist kein neutraler Rahmen.
Fortbildung im Schulalltag verankern
Eine Fortbildung nützt dem Kollegium mehr, wenn das Gelernte in den Schulalltag einfließt. Plane deshalb, wie du es weitergibst: in Teamsitzungen, in der Elternarbeit und im Unterricht. Eine Kollegin oder ein Kollege, die oder der sich besonders auskennt, kann als Ansprechperson dienen.
Hilfreich ist ein kurzes Protokoll nach der Fortbildung. Es hält fest, welche Inhalte du übernehmen willst und welche Fragen offen bleiben.
Umgang mit Schulkonflikten nach der Fortbildung
Auch nach einer Fortbildung sollten Lehrkräfte nicht in Eigenregie handeln. Vorfälle brauchen einen abgestimmten Ablauf mit Schulleitung und Beratung. Wer Sanktionen plant, sollte rechtliche Fragen vorab klären lassen. Dazu gehört auch die Frage, wann die Polizei einbezogen wird.
Prävention: Eigene Sicherheit im Gespräch stärken
Die Fachseite cannabispraevention.de rät zu einer sachlichen und differenzierten Ansprache der Jugendlichen. Nach dem BIÖG ist im schlimmsten Fall der Schul- oder Berufsabschluss gefährdet, weil das Gedächtnis viel schlechter funktioniert. Eine Übersicht dazu bietet der Beitrag Wie wirkt Cannabis auf Gedächtnis und Schulabschluss?.
Kosten und Förderung prüfen
Fortbildungen können kostenpflichtig sein, müssen es aber nicht. Frag vorab nach Teilnahmebeiträgen, Reisekosten und möglichen Förderungen. Kläre mit der Schulleitung, wer die Kosten übernimmt, bevor du dich anmeldest.
Wenn du eine Fortbildung über einen privaten Anbieter buchst, lies die Vertragsbedingungen genau. Achte auf Stornoregeln und darauf, welche Leistungen tatsächlich enthalten sind.
Fortbildung für Schulleitung und Kollegium
Sinnvoll ist es, wenn Schulleitung und Kollegium gemeinsam an einem Thema arbeiten. Gemeinsame Fortbildungstage können eine einheitliche Sprache schaffen und klären, wie die Schule im Ernstfall reagiert. Die Schulleitung kann außerdem Zeit für die Nachbereitung im Stundenplan einplanen.
Netzwerke und Arbeitskreise nutzen
Ob es in deiner Region einen Arbeitskreis für Suchtprävention gibt, in dem Schulen, Jugendhilfe und Beratungsstellen zusammenarbeiten, erfährst du bei der Landesstelle für Suchtfragen oder der Suchtberatung vor Ort. Dort lernst du Ansprechpersonen kennen und hörst von Angeboten in der Region.
Warum regelmäßige Auffrischung hilft
Wissen veraltet, auch im Bereich Cannabis. Rechtslage und Forschung können sich ändern. Plane deshalb regelmäßige Auffrischungen ein, etwa einmal im Jahr. Das hält die Fachkenntnis aktuell und gibt dir Sicherheit im Gespräch mit Schülerinnen und Schülern.
Nächste Schritte
- Recherchiere Angebote bei der Landesstelle für Suchtfragen deines Bundeslandes.
- Vergleiche Inhalte, Träger und Qualifikation, bevor du dich anmeldest.
- Plane mit deinem Kollegium, wie das Gelernte in den Schulalltag kommt.
Wie Prävention im Schulalltag aufgebaut sein kann, zeigt Wie läuft Cannabisprävention an Schulen ab?. Zu den Materialien für den Unterricht liest du Welches BZgA-Material eignet sich für den Unterricht?.
Häufige Fragen
Wo finde ich Fortbildungen für Lehrkräfte zu Cannabis?
Gute Anlaufstellen sind die Landesstellen für Suchtfragen in deinem Bundesland und die Angebote des BIÖG für Lehrkräfte, etwa der Online-Kurs „Cannabisprävention: wissen, verstehen, handeln“. Dort erfährst du, welche Veranstaltungen aktuell stattfinden. Frag auch bei der Schulaufsicht oder bei Fachstellen der Suchtprävention nach. Prüfe Termine und Inhalte, bevor du dich anmeldest.
Woran erkenne ich eine seriöse Fortbildung zu Cannabis?
Seriöse Fortbildungen nennen Träger und Referierende, verwenden belegte Fakten und zeigen die aktuelle Rechtslage. Sie trennen klar zwischen Wissen und Meinung und verkaufen kein bestimmtes Produkt. Eine Fortbildung, die Patentrezepte verspricht, sollte dich misstrauisch machen. Vergleiche mehrere Angebote, bevor du dich entscheidest.