Wie viele junge Menschen haben Erfahrung mit illegalen Drogen?
Stand: Juni 2026. In der Drogenaffinitätsstudie 2025 haben 18,7 Prozent der 18- bis 25-Jährigen und 2,5 Prozent der 12- bis 17-Jährigen Erfahrung mit illegalen Drogen angegeben. Das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) hat die Zahlen am 24. Juni 2026 zum Weltdrogentag veröffentlicht. Befragt wurden 7.001 Personen im Alter von 12 bis 25 Jahren, die Befragung lief von April bis Juli 2025.
Die Zahlen nach Altersgruppen
Die Meldung nennt den Anteil der Befragten mit Erfahrung mit illegalen Drogen:
| Altersgruppe | Anteil mit Erfahrung |
|---|---|
| 12 bis 17 Jahre | 2,5 Prozent |
| 18 bis 25 Jahre | 18,7 Prozent |
Der Anteil steigt mit dem Alter deutlich. In der älteren Gruppe liegt er mehr als siebenmal so hoch wie in der jüngeren. Bei den 18- bis 25-Jährigen liegt der Anteil bei jungen Männern bei 23,8 Prozent und bei jungen Frauen bei 12,9 Prozent. Bei den 12- bis 17-Jährigen gibt es laut Meldung keinen Unterschied zwischen Jungen und Mädchen.
Was die Angabe Erfahrung nennt
Die Angabe bezieht sich auf illegale Drogen insgesamt. Cannabis wird in der Meldung nicht gesondert ausgewiesen. Daraus lassen sich deshalb keine Cannabiszahlen ableiten. Wer Cannabis gesondert betrachten will, braucht eine Auswertung nach einzelnen Substanzen.
Im Mittelpunkt der Meldung steht der Kokainkonsum: Bei den 18- bis 25-Jährigen stieg der Anteil im Zehnjahresvergleich von 1,2 auf 4,1 Prozent. Am häufigsten nennt die Meldung Lachgas, das 8,0 Prozent der jungen Erwachsenen und 1,3 Prozent der Jugendlichen mindestens einmal konsumiert haben. Für Cannabis bleibt die Zahl deshalb eine Aussage über das Gesamtbild.
Warum das Alter eine Rolle spielt
Die Informationsseite des BIÖG zu den Gefahren für Jugendliche nennt das junge Gehirn in einer wichtigen Entwicklungsphase. Nach dieser Seite kann häufiges Kiffen die Konzentration stören, was zu Problemen in Schule und Ausbildung führen kann. Diese Aussagen stehen nicht in der Meldung zum Weltdrogentag.
Die Fachstelle drugcom beschreibt, dass ein früher Einstieg in den Konsum nachhaltige Beeinträchtigungen der kognitiven Leistungsfähigkeit zur Folge hat. Wenn Jugendliche früh einsteigen, zählt deshalb jedes Jahr. Eltern und Schulen können früh über Risiken sprechen.
Was das Gesetz für Jugendliche regelt
Das Konsumcannabisgesetz (KCanG) schützt junge Menschen mit festen Regeln. Auf dem befriedeten Besitztum einer Anbauvereinigung haben Personen unter 18 Jahren keinen Zutritt (§ 23 Abs. 1 KCanG). Konsum ist in Schulen, auf Kinderspielplätzen und in Kinder- und Jugendeinrichtungen verboten, auch in deren Sichtweite (§ 5 Abs. 2 KCanG).
Die Weitergabe von Cannabis ist nach § 34 Abs. 1 Nr. 7 KCanG strafbar (Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe). Gibt eine Person über 21 Jahre Cannabis an ein Kind oder einen Jugendlichen ab, liegt in der Regel ein besonders schwerer Fall vor (§ 34 Abs. 3 KCanG, Freiheitsstrafe von drei Monaten bis zu fünf Jahren).
Wo Eltern und Jugendliche Hilfe finden
Die Nummer gegen Kummer bietet ein Elterntelefon unter 0800 111 0 550 an. Die Sucht und Drogen Hotline ist unter 01806 313031 erreichbar, der Anruf ist kostenpflichtig. Beide Angebote beraten zu Konsum und Sorgen im Umfeld junger Menschen. Die Website der jeweiligen Stelle nennt die Sprechzeiten.
Wer sich um einen Jugendlichen sorgt, kann zuerst das Gespräch suchen. Konkrete Fragen zu Verhalten, Schule und Gesundheit lassen sich darin oft klären, bevor eine Beratung nötig wird.
Wie die Befragung zu lesen ist
Eine Umfrage erfasst Angaben der Befragten und keine Messungen im Körper. Der Anteil zeigt, wie viele Befragte Erfahrung mit mindestens einer illegalen Droge angegeben haben. Wie häufig oder wie lange jemand konsumiert, sagt er nicht aus.
Die Meldung weist die beiden Altersgruppen getrennt aus. Die Ansprache in der Prävention sollte zur jeweiligen Altersgruppe passen.
Was das für Eltern heißt
Eltern müssen nicht alles über Drogen wissen, um ein Gespräch zu beginnen. Wichtig sind offene Fragen, klare Regeln und das Wissen, wohin man sich wenden kann.
Das Elterntelefon der Nummer gegen Kummer ist unter 0800 111 0 550 erreichbar. Die Sprechzeiten nennt die Website der Stelle, und dort findet man weitere Hinweise.
Was Jugendliche wissen sollten
Der Gesetzgeber setzt Grenzen, die für junge Menschen gelten. Unter 18 Jahren gibt es keinen Zutritt zum befriedeten Besitztum einer Vereinigung (§ 23 Abs. 1 KCanG). Konsum in Schulen und Jugendeinrichtungen ist verboten (§ 5 Abs. 2 KCanG).
Wer sich selbst informieren will, nutzt Angebote mit Quellen. Die Angaben der BIÖG und von drugcom sind dafür geeignet.
Was die Zahlen für die Prävention bedeuten
Der hohe Anteil bei den 18- bis 25-Jährigen zeigt, dass Präventionsangebote auch junge Erwachsene erreichen müssen. Angebote der Schule erreichen junge Erwachsene nach dem Schulabschluss nicht mehr automatisch. Für diese Gruppe kommen Angebote in Ausbildung und Studium infrage.
Die Zahl für die 12- bis 17-Jährigen ist deutlich niedriger. Eltern, Schulen und Vereine können früh über Risiken sprechen.
Wer Angebote für junge Menschen plant, sollte beide Altersgruppen im Blick behalten. Die Unterschiede zwischen ihnen sind groß und verlangen unterschiedliche Ansprache.
Was du jetzt tun kannst
- Die Meldung des BIÖG vom 24. Juni 2026 lesen, bevor du die Zahlen weitergibst.
- Bei Sorgen um ein Kind das Elterntelefon anrufen: 0800 111 0 550.
- Bei Fragen zum eigenen Konsum die Sucht und Drogen Hotline anrufen: 01806 313031.
Mehr zu Prävention findest du auf der Jugendschutz-Seite und im Bereich Prävention und Jugendschutz. Zu den Destatis-Zahlen zu Verurteilungen siehe den Artikel zu den BtMG-Verurteilungen.
Häufige Fragen
Wie viele junge Menschen haben Erfahrung mit illegalen Drogen?
Laut BIÖG haben 18,7 Prozent der 18- bis 25-Jährigen und 2,5 Prozent der 12- bis 17-Jährigen Erfahrung mit illegalen Drogen. Befragt wurden 7.001 Personen im Alter von 12 bis 25 Jahren.
Gibt es in der Studie Zahlen nur zu Cannabis?
Nein. Die Meldung weist die Erfahrung mit illegalen Drogen insgesamt aus. Cannabiswerte werden nicht gesondert genannt.
Wo bekommen Eltern Beratung, wenn sie sich um ein Kind sorgen?
Das Elterntelefon der Nummer gegen Kummer ist unter 0800 111 0 550 erreichbar. Die Sprechzeiten nennt die Website der Stelle.