Gibt es aktuell Lieferengpässe bei Medizinalcannabis?
Ob es aktuell Lieferengpässe bei Medizinalcannabis gibt, lässt sich in einem Ratgeber nicht tagesaktuell beantworten. Verlässlich prüfst du den Stand bei deiner Apotheke vor Ort und auf den Seiten des BfArM.
Was ein Lieferengpass im Alltag bedeutet
Von einem Lieferengpass spricht man, wenn ein Arzneimittel zeitweise nicht in gewohnter Menge verfügbar ist. Für Patientinnen und Patienten heißt das meist, dass die Verordnung nicht sofort eingelöst werden kann. Die Behandlung muss dann geplant weitergehen, damit keine Lücke entsteht.
Für dich zählt meist, was du jetzt tun kannst.
So erkennst du, ob ein Engpass vorliegt
Ein erster Hinweis ist, wenn deine Stammapotheke ein Präparat nicht vorrätig hat und einen unklaren Liefertermin nennt. Frag dann genau nach: Ist das Präparat generell betroffen oder nur in dieser Apotheke? Wann ist mit einer Lieferung zu rechnen? Gibt es eine gleichwertige Alternative, die die Ärztin oder der Arzt verordnen könnte?
Notiere Datum, Name der Apotheke und die Auskunft. Diese Notizen helfen dir, wenn du später den Verlauf nachweisen musst, etwa gegenüber deiner Krankenkasse oder deiner Ärztin oder deinem Arzt.
- Stammapotheke nach dem Vorrat und dem Liefertermin fragen.
- Prüfen, ob eine andere Apotheke in der Nähe liefern kann.
- Die Ärztin oder den Arzt über den Engpass informieren.
Wo du den aktuellen Stand findest
Die Bundesopiumstelle beim BfArM veröffentlicht Informationen zum medizinischen Cannabis. Dort findest du den Rahmen und Hinweise, die sich auf die Versorgung beziehen. Fachberichte im Netz ersetzen keine Auskunft deiner Apotheke.
Achte bei Berichten auf das Datum. Ältere Meldungen beschreiben oft eine Lage, die sich inzwischen verändert hat. Aussagen einzelner Verbände sind Positionen.
Was Apotheken bei einem Engpass tun können
Welche Wege im Einzelfall offenstehen, etwa eine Bestellung, erklärt dir deine Apotheke. Sie darf Cannabis nur im Rahmen des Apothekenbetriebs und nur gegen Vorlage der Verschreibung abgeben, und daran ändert ein Engpass nichts.
Frag ruhig, ob die Apotheke die Verschreibung vormerken kann. Frag außerdem, ob die Apotheke eine Bestellung auslösen kann, sobald der Vorrat zurückkehrt. Bitte in jedem Fall um einen Termin oder eine Rückmeldung, damit du nicht täglich nachfragen musst.
Wenn die Versorgung länger stockt
Ein Engpass darf nicht dazu führen, dass eine Behandlung ungeplant endet. Sprich deshalb frühzeitig mit deiner Ärztin oder deinem Arzt. Gemeinsam lässt sich klären, ob eine andere Zubereitung infrage kommt oder ob die Verordnung angepasst werden muss. Eigenmächtige Ersatzbeschaffung ist dagegen riskant und sollte unterbleiben.
Wenn du längere Zeit ohne Versorgung bleibst, kann auch die Krankenkasse eine Rolle spielen. Frag sie direkt und lass dir die Auskunft schriftlich geben.
Gesundheit und Sicherheit bei jeder Änderung
Wenn sich deine Versorgung verändert, achte auf deine Gesundheit. Berichte deiner Ärztin oder deinem Arzt von Entzugserscheinungen, neuen Beschwerden oder Unsicherheiten. Setze die Behandlung nicht ohne Rücksprache ab oder um.
Greif außerdem nicht ungeprüft auf Angebote aus dem Internet oder von Unbekannten zurück, auch dann nicht, wenn sie als schnelle Lösung erscheinen. Cannabis zu medizinischen Zwecken darf an Endverbraucher nur in der Apotheke gegen Vorlage der Verschreibung abgegeben werden (§ 3 Abs. 2 MedCanG).
Wie du eine Lücke im Alltag überbrückst
Wenn die Versorgung stockt, hilft ein Plan. Trage den nächsten Abholtermin, den letzten Vorrat und den geschätzten Liefertermin in einen Kalender ein. So siehst du früh, ob eine Lücke droht, und hast Zeit, gemeinsam mit deiner Ärztin oder deinem Arzt zu reagieren.
Überlege außerdem, welche Apotheke in deiner Nähe liefern kann, bevor du sie brauchst. Ein kurzer Anruf vorab ist entspannter als eine Suche unter Zeitdruck. Frag bei einer anderen Apotheke nach dem Vorrat und der Lieferzeit, und notiere die Antworten.
Was du in der Apotheke konkret fragst
- Ist das verordnete Präparat aktuell vorrätig oder bestellbar?
- Wie lange dauert eine Bestellung, und gibt es eine Rückmeldung?
- Gibt es eine gleichwertige Alternative, und muss die Ärztin oder der Arzt sie verordnen?
- Kann die Verschreibung vorgemerkt werden?
Die Antworten bestimmen, wie du weiter vorgehst. Wenn die Apotheke keine verlässliche Auskunft geben kann, frag nach dem Namen der Person, die die Auskunft gibt, und nach dem Datum, bis zu dem die Angabe gilt.
Wann du die Behandlung anpassen lassen solltest
Sprich mit deiner Ärztin oder deinem Arzt, sobald absehbar ist, dass die Lieferung länger dauert. Gemeinsam lässt sich klären, ob eine Übergangslösung medizinisch vertretbar ist oder ob die Behandlung pausieren sollte. Diese Entscheidung trifft die Ärztin oder der Arzt, nicht die Apotheke.
Was du als Nächstes tun kannst
Frag heute noch deine Apotheke nach dem aktuellen Stand und halte die Auskunft fest. Informiere deine Ärztin oder deinen Arzt, wenn die Lieferung länger dauert. Weitere Hinweise zur Abgabe bietet der Artikel Was tun, wenn die eigene Apotheke nicht liefern kann? und zur Meldung von Engpässen der Artikel Wo melden Apotheken Lieferengpässe?
Mehr Informationen zur Versorgung findest du im Themenbereich Medizinalcannabis. Diese Übersicht ersetzt keine ärztliche Beratung.
Häufige Fragen
Wo finde ich aktuelle Informationen zu Lieferengpässen?
Den tagesaktuellen Stand erfährst du am schnellsten bei deiner Apotheke. Ergänzend bietet die Bundesopiumstelle beim BfArM Informationen zum medizinischen Cannabis. Achte bei allen Quellen auf das Datum der Meldung, denn ältere Berichte beschreiben oft eine veraltete Lage.
Was tue ich, wenn meine Apotheke nicht liefern kann?
Frag nach dem Liefertermin, nach einer Vormerkung und nach einer anderen Apotheke in der Nähe. Informiere deine Ärztin oder deinen Arzt, damit geprüft werden kann, ob eine Alternative passt. Eigenmächtige Ersatzbeschaffung über unbekannte Wege solltest du vermeiden. Halte alle Auskünfte schriftlich fest.