Was ist CannaPeer und wie arbeiten Peers zu Cannabis?
CannaPeer ist ein Modellprojekt zur Cannabisprävention an Hochschulen. Studierende werden als Peers ausgebildet und setzen Prävention auf Augenhöhe um, das heißt: Gleichaltrige informieren, beantworten Fragen und regen zum Nachdenken an. Das Projekt zielt auf Prävention in Bayern und wird an drei Hochschulen pilotiert: Bamberg, Kempten und München. Es arbeitet mit Workshops und offenen Aktionsformaten. Eine Einzelberatung oder Behandlung bietet es nicht an.
Was Peer-Prävention bedeutet
Peer-Prävention setzt auf Nähe zur Lebensrealität, Glaubwürdigkeit und eine niedrigschwellige Ansprache. So beschreibt es die Projektseite von MINDZONE. Peers kennen den Alltag an Hochschule und Schule aus eigener Erfahrung, das macht Gespräche niedrigschwellig.
Die Peers von CannaPeer setzen Cannabisprävention nach eigener Beschreibung auf Augenhöhe um. Gemeint ist ein Umgang, der informiert und Fragen offen lässt. Für dich heißt das: Du kannst Fragen stellen, ohne dass sofort ein Urteil folgt.
Wer bei CannaPeer mitmacht
Die Peers sind Studierende, die für ihre Aufgabe geschult werden. Sie entwickeln eigene Präventionsangebote für Studierende und für Schülerinnen und Schüler an Berufsschulen und weiterführenden Schulen. Die Zielgruppe beginnt laut Projektseite bei Schülerinnen und Schülern ab Jahrgangsstufe 10.
Was Peers konkret tun
Die Projektseite nennt zwei Ziele. Die Peers wollen Nichtkonsumierende in ihrer Entscheidung stärken, nicht mitzumachen. Gleichzeitig regen sie Konsumierende an, den eigenen Konsum zu reflektieren. Beides geschieht ohne erhobenen Zeigefinger.
Die Angebote reichen von Workshops bis zu offenen Aktionsformaten, die sich an das jeweilige Umfeld anpassen. Die Inhalte umfassen sachliche Informationen zu Cannabis, die Förderung von Risikobewusstsein und Selbstreflexion sowie die Stärkung von Entscheidungs- und Handlungskompetenzen.
| Bereich | Was Peers tun |
|---|---|
| Information | Sachliche Fakten zu Cannabis und zu Risiken |
| Reflexion | Anregen, den eigenen Konsum und seine Gründe zu prüfen |
| Stärkung | Nichtkonsumierende in ihrer Entscheidung bestärken |
| Format | Workshops und offene Aktionen, je nach Umfeld |
Welche Fakten Peers weitergeben
Zu den sachlichen Informationen gehören Aussagen, wie sie auch das Präventionsportal cannabispraevention.de des BIÖG nennt. Danach stört THC die Reifeprozesse im Gehirn, und die Risiken von Cannabis sind für Jugendliche besonders hoch. Wer Cannabis mit Alkohol kombiniert, belastet laut cannabispraevention.de den Kreislauf stark und bekommt oft Übelkeit und Erbrechen. Alkohol führt außerdem dazu, dass man sich selbst überschätzt, wie feel-ok.ch beschreibt.
Auch Mythen lassen sich im Workshop prüfen. Dass Cannabis automatisch zu härteren Drogen führt, gilt laut drugcom in dieser einfachen Form als widerlegt, zumal vor dem ersten Cannabis in fast allen Fällen das Tabakrauchen kommt. Bei dauerhaftem Konsum kann sich dagegen eine psychische Abhängigkeit entwickeln, die sich vor allem in einem starken Verlangen nach Cannabis zeigt.
Wo die Grenze liegt
CannaPeer ist ein Präventionsangebot. Peers sind Studierende und keine Ärztinnen, Psychotherapeuten oder Suchtberaterinnen. Wenn du merkst, dass dein Konsum den Alltag bestimmt, ist eine Suchtberatungsstelle der bessere Ort. Eine Übersicht dazu findest du im Artikel zur Suchtberatungsstelle.
Auch bei körperlichen Beschwerden oder psychischen Krisen gehören Fachleute ins Spiel. Ein Gespräch mit Peers kann den Weg dorthin ebnen, es ersetzt ihn aber nicht.
Was du von einem Peer-Angebot erwarten kannst
Die Projektseite beschreibt zwei Formate: Workshops, in denen eine Gruppe über Cannabis spricht, und offene Aktionsformate, die sich an das jeweilige Umfeld anpassen, etwa an eine Hochschule oder eine Berufsschule. Im Mittelpunkt stehen sachliche Informationen zu Cannabis und zu seinen Risiken, dazu Selbstreflexion und Entscheidungskompetenz.
Was Peer-Arbeit leisten kann und was nicht
Die Projektseite nennt als Ziel, Nichtkonsumierende in ihrer Entscheidung zu stärken und Konsumierende zu einer bewussten Auseinandersetzung mit dem eigenen Konsum anzuregen. Ein Gespräch unter Gleichaltrigen kann Denkanstöße geben und Fragen klären. Es ersetzt keine medizinische oder psychotherapeutische Einschätzung. Wer schon länger Schwierigkeiten hat, sollte den nächsten Schritt zur Beratung gehen.
Neue Peers werden laut Projektseite regelmäßig gewonnen und von erfahrenen Studierenden eingearbeitet. Damit soll das Projekt langfristig bestehen bleiben. MINDZONE, das vom Landescaritasverband Bayern getragen wird, kooperiert mit CannaPeer an der Hochschule München.
Das Projekt verfolgt laut Projektseite das Ziel, einen nachhaltigen Peer-to-Peer-Ansatz zur Cannabisprävention in Bayern zu entwickeln und zu erproben. MINDZONE wird vom Bayerischen Staatsministerium für Gesundheit, Pflege und Prävention gefördert. Wer sich für ein Angebot interessiert, erfährt Termine und Ansprechpersonen am besten bei der Hochschule vor Ort.
Wenn du Unterstützung brauchst
Wenn du unsicher bist, ob dein Konsum noch in Ordnung ist, hilft der Cannabis-Check als erste Orientierung. Für ein persönliches Gespräch ist die Sucht & Drogen Hotline unter 01806 313031 erreichbar, die laut dem Drogenbeauftragten der Bundesregierung 20 Cent pro Anruf kostet. Wer anonym sprechen möchte, findet im Ratgeber zum anonymen Gespräch weitere Wege. Bei Fragen zu Selbsthilfe bietet sich der Artikel zu Selbsthilfe für Konsumierende an.
Häufige Fragen
Was ist CannaPeer?
CannaPeer ist ein Modellprojekt zur Cannabisprävention an Hochschulen in Bayern. Geschulte Studierende arbeiten als Peers und machen Angebote für Studierende sowie für Schülerinnen und Schüler ab Jahrgangsstufe 10. Das Projekt setzt auf Information, Selbstreflexion und die Stärkung der Entscheidungsfähigkeit.
Ersetzen Peers eine Suchtberatung?
Nein. CannaPeer ist ein Präventionsangebot von Studierenden für Studierende und Schüler. Wenn dein Konsum den Alltag bestimmt, ist eine Suchtberatungsstelle der richtige Ort. Für eine erste Einschätzung kann auch der Cannabis-Check helfen.
Wo finde ich ein Peer-Angebot in meiner Nähe?
Laut Projektseite wird CannaPeer an drei Hochschulen pilotiert: Bamberg, Kempten und München. Ob dort gerade Angebote laufen, erfährst du bei der Studierendenberatung oder der Hochschule vor Ort. Die Sucht & Drogen Hotline unter 01806 313031 kann dir sagen, an wen du dich bei Fragen zum Konsum wenden kannst.
Quellen
- mindzone.info: CannaPeer
- cannabispraevention.de: Gefahren für Jugendliche
- cannabispraevention.de: Kurzfristige Risiken
- feel-ok.ch: Mischkonsum
- drugcom.de: Einstiegsdroge Cannabis?
- suchtschweiz.ch: Cannabis, Wirkung und Risiken
- Drogenbeauftragter der Bundesregierung: Beratungsangebote
- Sucht & Drogen Hotline