Hat Cannabis Auswirkungen auf Herz und Kreislauf?
Hat Cannabis Auswirkungen auf Herz und Kreislauf? Ja, nach Angaben der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen kann Cannabis die Herzfrequenz erhöhen. Bestehende Herzprobleme können sich im Einzelfall verschlechtern. Die Studienlage zu langfristigen Risiken ist umfangreicher, aber nicht abschließend geklärt. Dieser Artikel erklärt die akuten Wirkungen, die Studien und die praktischen Konsequenzen.
Akute Wirkungen auf das Herz
Nach dem Konsum kann das Herz schneller schlagen. Viele Menschen spüren ein Herzpochen. Diese Wirkungen treten meist kurzfristig auf. Bei Vorerkrankungen des Herzens sollte man sie ernst nehmen.
Die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen nennt das Herzpochen ausdrücklich zu den akuten Wirkungen. Wer den Puls spürt und unsicher ist, sollte deshalb eine Pause einlegen und Ruhe suchen.
Vorerkrankungen des Herzens
Die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen weist darauf hin, dass sich bestehende Herzprobleme im Einzelfall verschlechtern können, weil Cannabinoide manchmal die Herzfrequenz erhöhen. Das BIÖG schreibt, neueren Studien zufolge könne Cannabiskonsum das Herz-Kreislauf-System schädigen, zum Beispiel in Form von Herzrhythmusstörungen und Gefäßschäden. Das BIÖG nennt außerdem Forschende, nach deren Ergebnissen der Konsum illegaler Drogen wie Cannabis das Risiko für vorzeitige Herz-Kreislauf-Erkrankungen etwa um das Dreifache erhöht. Wer eine Herzerkrankung hat, sollte deshalb vor einem Konsum ärztlich Rat einholen.
Eine ärztliche Abklärung ist der richtige Weg, weil sie die persönliche Lage einschätzt.
Angst und Panik
Neben den körperlichen Wirkungen nennt die Prävention Angst und Panikgefühle als kurzfristige Risiken. Diese können sich auch im Herzschlag bemerkbar machen. Eine Panik kann sich mit Herzrasen und Atemnot anfühlen.
Wer das bei sich bemerkt, sollte sich hinsetzen, ruhig atmen und möglichst eine vertraute Person hinzuholen. Bleiben die Beschwerden bestehen oder sind sie sehr stark, ist ärztliche Hilfe nötig.
Die Studie aus Kanada
Eine kanadische Studie mit rund 30.000 Personen sieht ein um rund 60 Prozent erhöhtes Auftreten von Herz-Kreislauf-Erkrankungen bei Cannabiskonsum. Die Forschenden schränken aber ein, dass ihre Ergebnisse keinen Beleg für einen ursächlichen Zusammenhang liefern. Das ist wichtig, weil Konsum und Erkrankung gemeinsam auftreten können, ohne dass das eine das andere verursacht.
Es handelt sich um einen Zusammenhang, nicht um einen nachgewiesenen Auslöser.
Die Studie zu täglichem Konsum
Eine weitere Auswertung betrachtete rund 400.000 Erwachsene in den USA. Dort zeigte sich ein Zusammenhang zwischen täglichem Cannabiskonsum und Herzinfarkt sowie Schlaganfall. Auch hier gilt: Die Studie kann nicht belegen, dass Cannabis Herzinfarkte und Schlaganfälle verursacht.
Wer täglich konsumiert und sich Sorgen um sein Herz macht, kann das mit einer Ärztin oder einem Arzt besprechen, besonders bei weiteren Risikofaktoren.
Mischkonsum mit Alkohol
Cannabis und Alkohol zusammen belasten den Kreislauf stark. Laut BIÖG führt die Kombination oft zu Übelkeit und Erbrechen.
Verzichte nach dem Konsum auf das Fahren: Ab 3,5 ng/ml THC im Blutserum ist eine Fahrt ordnungswidrig (§ 24a Abs. 1a StVG), und die DHS rät berauschten Personen, keine Fahrzeuge oder Maschinen zu bedienen.
Wer besonders aufpassen sollte
Besonders aufmerksam sein sollten Menschen mit bestehenden Herzerkrankungen. Sie sollten vor einem Konsum ärztlichen Rat einholen, denn die DHS nennt Herzprobleme ausdrücklich als Bereich, in dem sich Beschwerden verschlimmern können.
Prävention: Herz schützen
Die wichtigste Prävention ist Wissen über die eigene Gesundheit. Wer Herzprobleme hat, spricht mit einer Ärztin oder einem Arzt, bevor er konsumiert. Wer Cannabis konsumiert, achtet auf Warnzeichen wie Herzrasen, Brustschmerzen oder Atemnot.
Wann du Hilfe holst
Bei Brustschmerzen, starkem Herzrasen, Ohnmacht oder Atemnot rufst du sofort den Notruf 112. Bei weniger starken Beschwerden, die anhalten, ist eine Ärztin oder ein Arzt der richtige Ansprechpartner. Bei Fragen zum eigenen Konsum erreichst du die Sucht und Drogen Hotline unter 01806 313031 (kostenpflichtig, täglich 8 bis 24 Uhr).
Was du bei Beschwerden beobachten solltest
Achte nach dem Konsum auf Herzrasen, Brustschmerzen, Schwindel und Atemnot. Notiere, wann die Beschwerden auftreten und wie lange sie anhalten. Diese Angaben helfen einer Ärztin oder einem Arzt bei der Einschätzung.
Herz schützen im Alltag
Wer Herzprobleme hat, sollte sich vor jedem Konsum ärztlich beraten lassen. Wer Alkohol trinkt, sollte ihn nicht mit Cannabis kombinieren, weil die Belastung für den Kreislauf dadurch steigt.
Weiterlesen: Welche Rolle spielt der THC-Gehalt für das Risiko?, Was passiert, wenn Cannabis und Alkohol zusammen konsumiert werden? und Wann braucht man bei Cannabis einen Notruf?
Was du jetzt tun kannst
- Lass dein Herz ärztlich prüfen, wenn du Vorerkrankungen hast oder täglich konsumierst.
- Verzichte auf die Kombination von Cannabis und Alkohol.
- Achte auf Herzrasen, Brustschmerzen und Atemnot und handle schnell.
- Im Notfall rufst du den Notruf 112.
Häufige Fragen
Erhöht Cannabis die Herzfrequenz?
Ja, nach Angaben der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen kann Cannabis die Herzfrequenz erhöhen. Herzpochen gehört zu den akuten Wirkungen. Bei bestehenden Herzproblemen kann sich die Lage im Einzelfall verschlechtern. Wer Vorerkrankungen hat, sollte ärztlich Rat einholen.
Erhöht Cannabis das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall?
Studien zeigen Zusammenhänge zwischen Konsum und Herz-Kreislauf-Erkrankungen, etwa bei täglichem Konsum. Eine Ursache beweisen sie nach den Angaben von drugcom nicht. Wer Vorerkrankungen hat oder sich Sorgen macht, bespricht das mit einer Ärztin oder einem Arzt.
Wann sollte man bei Herzbeschwerden den Notruf rufen?
Bei Brustschmerzen, starkem Herzrasen, Ohnmacht oder Atemnot rufst du sofort den Notruf 112. Bei länger anhaltenden, weniger starken Beschwerden ist eine Ärztin oder ein Arzt der richtige Ansprechpartner.