Wie stark stiegen die Importe von Medizinalcannabis im ersten Halbjahr 2025?
Stand: Oktober 2025 (BMG-FAQ vom 8. Oktober 2025). Im ersten Halbjahr 2025 stiegen die Importe von Medizinalcannabis laut Bundesgesundheitsministerium (BMG) gegenüber dem Vorjahreszeitraum von rund 19 auf rund 80 Tonnen. Das ist mehr als das Vierfache, beide Mengen sind gerundet. Warum die Importe so stark stiegen, lässt sich aus diesen Angaben nicht direkt ablesen. Klar ist: Die Zahl der Kassenverordnungen stieg nur im einstelligen Prozentbereich.
Was die Zahlen konkret sagen
Die Angaben stammen aus den häufigen Fragen (FAQ) des BMG zur geplanten Änderung des Medizinal-Cannabisgesetzes, Stand 8. Oktober 2025. Sie beziehen sich auf Einfuhren aus dem Ausland. Ein Import ist die Einfuhr einer Ware oder eines Stoffes nach Deutschland. Die Seite nennt zwei Kernpunkte:
- Die Importe stiegen im ersten Halbjahr 2025 gegenüber dem Vorjahreszeitraum von rund 19 auf rund 80 Tonnen.
- Die Zahl der Verordnungen zulasten der gesetzlichen Krankenkassen stieg nur im einstelligen Prozentbereich.
Warum Importe nicht gleich Verordnungen sind
Eine Einfuhr ist keine Verschreibung. Eine Importmenge zeigt nur, wie viel eingeführt wurde. Sie sagt nicht, wie viele Menschen behandelt werden oder wie viel davon tatsächlich verordnet wird.
Die Angaben zu den Kassenverordnungen zeigen zudem: Der starke Zuwachs bei den Importen fällt nicht mit einem vergleichbaren Zuwachs bei den Kassenverordnungen zusammen. Wer die Zahlen einordnet, sollte diese beiden Größen getrennt betrachten.
Die Entwicklung seit 2017
Der Trend ist älter als das Jahr 2025. Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) beschreibt in einer Meldung vom 4. März 2022, dass die Importmengen seit 2017 stetig steigen. Für 2021 nennt die Behörde rund 20,6 Tonnen. Die Menge stieg also über Jahre, und 2025 kam im ersten Halbjahr eine besonders große Steigerung hinzu.
Mehr Details zur BfArM-Meldung stehen im Artikel zur Entwicklung der Importmengen laut BfArM.
Was das für die Versorgung heißt
Für Patientinnen und Patienten ist die Importzahl weniger wichtig als die Frage, wie die Kasse ihre Behandlung erstattet. Seit dem 30. Juli 2026 zahlt die gesetzliche Krankenkasse keine getrockneten Blüten mehr. Der Artikel zu laufenden Therapien erklärt, was das für bestehende Behandlungen bedeutet.
Die Importzahlen allein sagen über die Lage im Einzelfall nichts. Entscheidend sind die Verordnung, die Genehmigung und der Stand der eigenen Therapie.
Wie es mit der geplanten Änderung weitergeht
Das BMG beschreibt in seinem Änderungsvorhaben einen persönlichen Kontakt vor der Verschreibung von Cannabisblüten. Mehr zu diesem geplanten Kontakt und zum Stand des Verfahrens steht im Artikel zur geplanten Novelle und dem persönlichen Arztkontakt.
Prävention und Hinweise für Patientinnen und Patienten
Wer Medizinalcannabis nimmt, sollte Dosis, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen mit anderen Mitteln mit der Praxis besprechen. Das gilt besonders dann, wenn mehrere Medikamente gleichzeitig eingenommen werden. Große Zahlen in Schlagzeilen wirken schnell wie ein Urteil über Menschen. Wer sie einordnet, bleibt bei der eigenen Therapie und fragt bei Unklarheiten nach.
Was der Anstieg für die Debatte bedeutet
Die Zahlen werden in der Debatte über die Versorgung und die geplante Änderung des Gesetzes genutzt. Dabei spielt die Frage eine Rolle, wie stark die Versorgung auf Einfuhren angewiesen ist. Ob und wie sich die Einfuhren in den kommenden Jahren verändern, lässt sich aus diesen Angaben allerdings nicht ablesen.
Was die Zahlen für Patientinnen und Patienten bedeuten
Für Einzelne ist die Importmenge kaum relevant. Wichtig ist, ob die eigene Verordnung und die Erstattung stabil bleiben. Das hängt von der Kasse, der Praxis und dem Präparat ab. Wer unsicher ist, sollte seine Verordnung mit der Praxis durchsprechen und den Termin für die nächste Folgeverordnung im Blick behalten.
Was die Zahlen über die Zukunft nicht sagen
Aus einem Anstieg im ersten Halbjahr 2025 lässt sich nicht auf die künftige Entwicklung schließen. Der Zeitraum ist ein Halbjahr und keine Jahresbilanz. Wer Prognosen liest, sollte prüfen, ob sie auf amtlichen Zahlen beruhen oder auf Schätzungen. Für die Versorgung einzelner Menschen bleiben Verordnung, Genehmigung und Therapieverlauf entscheidend.
Wer wissen will, wie viele Verordnungen über die Kasse laufen und wie viele privat erfolgen, fragt am besten bei den Krankenkassen und der Kassenärztlichen Vereinigung nach. Auch regionale Unterschiede in der Versorgung sind ein Thema, das die bundesweiten Zahlen allein nicht abbilden.
Was du jetzt tun kannst
- Lies die Angaben des BMG im Original, bevor du Zahlen weitergibst.
- Unterscheide zwischen Einfuhrmengen, Verordnungen und der Zahl der Behandelten.
- Frage bei konkreten Fragen zu deiner Versorgung deine Praxis oder deine Krankenkasse.
Alle Meldungen zu Cannabis findest du unter Aktuelles und Rechtsentwicklung.
Häufige Fragen
Wie stark sind die Importe von Medizinalcannabis 2025 gestiegen?
Laut BMG stiegen die Importe im ersten Halbjahr 2025 gegenüber dem Vorjahreszeitraum von rund 19 auf rund 80 Tonnen. Die Zahl der Verordnungen zulasten der gesetzlichen Krankenkassen stieg nur im einstelligen Prozentbereich.
Sagen die Importzahlen, wie viele Menschen Medizinalcannabis bekommen?
Nein. Eine Importmenge zeigt nur, wie viel eingeführt wurde. Sie sagt nichts darüber, wie viele Menschen behandelt werden. Dafür braucht es Angaben zu Verordnungen und Behandlungen.