Wie finde ich eine Suchtberatung in meiner Nähe?
Eine Suchtberatung in deiner Nähe findest du am schnellsten über das Suchthilfeverzeichnis der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen (DHS). Dort gibst du Postleitzahl oder Ort ein und wählst einen Umkreis, die Auswahl reicht von 2 bis 100 Kilometern. Telefonisch erreichst du die Sucht & Drogen Hotline unter 01806 313031. Dieser Artikel zeigt, wie du die passende Stelle findest, was du vorab klären kannst und worauf du beim ersten Kontakt achten kannst.
Wo du Beratungsstellen findest
Der beste Startpunkt ist ein Verzeichnis. Die DHS führt ein Suchthilfeverzeichnis, in dem du nach Einrichtungen in deiner Region suchen kannst. Der Beauftragte der Bundesregierung für Sucht- und Drogenfragen listet außerdem Beratungsangebote auf, darunter die bundesweite Sucht & Drogen Hotline. Welche Stelle zu Cannabis berät und welche Zielgruppe sie betreut, siehst du in der Beschreibung der Einrichtung. Wenn das nicht klar wird, frag direkt nach.
Das Verzeichnis richtig nutzen
- Die Postleitzahl oder den Ort eingeben und den Umkreis zunächst klein wählen.
- Die Angebote nach Zielgruppe, Sprechzeiten und Erreichbarkeit vergleichen, denn manche Stellen richten sich an Jugendliche, andere an Erwachsene.
- Mehrere Stellen notieren, falls eine keinen Termin frei hat.
- Bei Unklarheiten anrufen und fragen, ob die Stelle zu Cannabis berät.
Was du vor dem ersten Kontakt klären kannst
Bevor du anrufst oder schreibst, lohnt sich eine kurze Vorbereitung. Notiere, wie oft und in welchen Situationen du konsumierst und welche Fragen dich beschäftigen. Das erleichtert das erste Gespräch. Eine Hilfe dafür ist ein Konsumtagebuch, das der Beitrag Hilft ein Konsumtagebuch bei der Selbstkontrolle? erklärt. Wer unsicher ist, ob ein Gespräch nötig ist, findet im Beitrag Welche Fragen helfen bei der Selbsteinschätzung? Anhaltspunkte. Nach drugcom beginnt problematischer Konsum meist früher als eine Abhängigkeit, ein Gespräch ist also auch bei Unsicherheit möglich.
Telefonisch oder online
Neben Beratungsstellen vor Ort gibt es Angebote ohne Anfahrt. Die Sucht & Drogen Hotline ist unter 01806 313031 täglich von 8 bis 24 Uhr erreichbar. Der Anruf ist kostenpflichtig, aus dem Festnetz und aus dem Mobilfunknetz fällt eine Gebühr pro Anruf an. Die Chat-Beratung auf drugcom.de ist nach Angaben des Portals anonym und kostenlos, die Sprechzeiten sind montags, dienstags und donnerstags von 15 bis 17 Uhr sowie mittwochs und freitags von 13 bis 15 Uhr. DigiSucht (suchtberatung.digital) bietet nach eigenen Angaben kostenlose und anonyme digitale Suchtberatung an. Digitale Angebote ersetzen nicht immer ein persönliches Gespräch, können aber den Weg dorthin erleichtern. Wer zuerst eine Selbsteinschätzung möchte, findet im Beitrag Welche Online-Tests zur Selbsteinschätzung gibt es? einen Überblick.
Das erste Gespräch
Im ersten Gespräch geht es um dich. Du kannst schildern, wie es dir geht, welche Muster du bemerkst und was du dir wünschst. Wer anonym bleiben möchte, spricht das am Telefon offen an. Mehr dazu steht im Artikel Wo kann man anonym über den eigenen Konsum sprechen?.
Wenn die Stelle nicht passt
Wenn die Wartezeit zu lang ist oder die Stelle nicht zu dir passt, kannst du eine andere ausprobieren. Liegt eine Stelle weit entfernt, frag nach Online-Terminen oder nach Angeboten in der Nachbarstadt. Der Beitrag Wann ist professionelle Hilfe bei Cannabis sinnvoll? beschreibt Signale, die für ein Gespräch sprechen.
Selbsthilfe und Angehörige
Neben der Beratung gibt es Selbsthilfegruppen. Sie ersetzen keine fachliche Hilfe, können aber den Austausch mit Menschen ergänzen, die Ähnliches erlebt haben. Eine Übersicht bietet der Artikel Welche Selbsthilfe gibt es für Cannabiskonsumierende?. Auch Angehörige können sich beraten lassen. Eltern erreichen das Elterntelefon der Nummer gegen Kummer unter 0800 111 0 550. Nach Angaben des Angebots ist der Anruf anonym und kostenlos.
Kosten
Welche Kosten entstehen, hängt vom Angebot ab. Frag deshalb vor dem ersten Termin bei der Stelle nach, damit es keine Überraschungen gibt. Die Angaben stehen häufig auf der Website der Einrichtung. Bei privaten Angeboten außerhalb der Beratung kannst du prüfen, wer dahintersteht und ob die Leistung fachlich begleitet wird.
Was du jetzt tun kannst
Suche heute drei Stellen in deiner Nähe und notiere Telefonnummer, Sprechzeiten und Angebote. Schreib dir zwei Fragen auf, die dich am meisten beschäftigen, und nimm sie in das erste Gespräch mit. Das reicht als Start. Eine Übersicht zu Hilfsangeboten für Cannabis findet sich bei der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen. Der Beitrag Was tun, wenn das Aufhören immer wieder scheitert? zeigt, wie du einen neuen Anlauf planst, wenn es bereits Rückschläge gab.
Häufige Fragen
Wie finde ich schnell eine Suchtberatung in meiner Nähe?
Nutze das Suchthilfeverzeichnis der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen und gib Postleitzahl oder Ort und einen Umkreis ein. Notiere mehrere Stellen, falls eine keinen Termin frei hat, und frage nach, ob die Stelle zu Cannabis berät.
Beraten Suchtberatungsstellen auch zu Cannabis?
Das hängt von der Einrichtung ab. Im Verzeichnis findest du Angaben zu den Stellen, im Zweifel fragst du direkt nach. Bundesweit erreichst du außerdem die Sucht & Drogen Hotline unter 01806 313031 (kostenpflichtig, Gebühr pro Anruf).
Kann ich mich auch online beraten lassen?
Ja, es gibt Online-Angebote. Die Chat-Beratung auf drugcom.de ist nach Angaben des Portals anonym und kostenlos, und DigiSucht bietet nach eigenen Angaben kostenlose und anonyme digitale Suchtberatung. Die Angebote unterscheiden sich in Zeiten und Umfang, prüfe die jeweilige Website.
Quellen
- Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen: Suchthilfeverzeichnis
- Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen: Cannabis
- Bundesdrogenbeauftragter: Beratungsangebote
- BIÖG: Sucht & Drogen Hotline
- DigiSucht: digitale Suchtberatung
- drugcom.de: Chat-Beratung
- Nummer gegen Kummer: Elterntelefon
- drugcom.de: Bin ich abhängig von Cannabis?