Was tun, wenn das Aufhören immer wieder scheitert?
Wer schon mehrfach versucht hat, mit Cannabis aufzuhören, und immer wieder beim Konsum landet, fragt sich oft, was schiefläuft. Mehrere Anläufe sind kein Beweis für Versagen. Hilfreich kann ein neuer Anlauf sein, der auf einer Auswertung der bisherigen Versuche, einem konkreten Plan für typische Auslöser und professioneller Unterstützung aufbaut. Dieser Artikel zeigt, wie du das vorbereitest und wann eine Beratung sinnvoll ist.
Rückfall: ernst nehmen, aber nicht aufgeben
Ein Rückfall bedeutet nicht, dass alles umsonst war. Er sagt dir, in welcher Situation du schwach wirst, und diese Information kannst du für den nächsten Anlauf nutzen. Gleichzeitig sollte er nicht kleingeredet werden: Nach cannabispraevention.de kann Cannabis psychisch und körperlich abhängig machen, und gerade die psychische Abhängigkeit kann sehr stark werden. Dann ist der Wunsch zu kiffen übermächtig.
Warum Versuche scheitern können
Ein Versuch ohne Plan lässt den Alltag unverändert. Die gleichen Auslöser tauchen wieder auf, etwa Feierabend, Streit oder Langeweile, und der alte Ablauf greift. Auch der Freundeskreis kann es erschweren: Wer weiter in Runden sitzt, in denen konsumiert wird, steht immer wieder vor derselben Entscheidung. Den Einfluss des Umfelds beschreibt der Artikel Wie wirkt der Freundeskreis auf den eigenen Konsum?. Hinzu kommt der Entzug selbst, den viele als belastend erleben.
Den nächsten Versuch genauer planen
Bevor du einen neuen Anlauf startest, lohnt sich eine Analyse. Schreibe auf, wann du bisher konsumiert hast, was davor passierte und wie du dich dabei gefühlt hast. Wiederkehrende Muster sind der wichtigste Hinweis für deinen Plan.
- Auslöser benennen: Ort, Uhrzeit, Stimmung und Personen notieren.
- Für jede Situation eine Alternative festlegen, die sofort umsetzbar ist.
- Das Umfeld informieren und um Unterstützung bitten.
- Ein Datum setzen und den Verlauf in einem Tagebuch festhalten.
Die Methode erklärt der Artikel Hilft ein Konsumtagebuch bei der Selbstkontrolle?.
Mit Entzugsbeschwerden umgehen
Bei einer Pause können Beschwerden auftreten, etwa Reizbarkeit, Nervosität, Unruhe oder Schlafprobleme. Nach der drugcom-FAQ beginnen sie meist 24 bis 48 Stunden nach dem letzten Konsum und dauern in der Regel bis zu einer Woche, im Höchstfall bis zu 14 Tage. Ein anderes drugcom-Topthema nennt drei bis vier Wochen, bis der körperliche Entzug überstanden ist, und beschreibt ihn als unangenehm, aber anders als bei Alkohol oder Opioiden nicht gefährlich. Die psychische Abhängigkeit kann länger bestehen. Sind die Beschwerden stark oder halten sie lange an, sollte eine Ärztin oder ein Arzt darauf schauen. Mehr zu Schlaf und Konsum steht im Beitrag Stört Cannabis den Schlaf?.
Wann wiederholtes Scheitern ein Signal ist
Wenn du mehrere Versuche mit gutem Plan hinter dir hast und sie nicht halten, ist das ein Hinweis, dir Unterstützung zu holen. Nach drugcom gehören erfolglose Versuche, den Konsum einzustellen oder zu verringern, zu den Merkmalen einer Abhängigkeit. Liegen mindestens zwei von elf Merkmalen innerhalb von zwölf Monaten vor, gilt die Substanzgebrauchsstörung als erfüllt. Die Liste ersetzt keine Diagnose, sie hilft bei der ersten Einordnung.
Eine Übersicht zu Signalen gibt der Artikel Wann ist professionelle Hilfe bei Cannabis sinnvoll?. Auch der Beitrag Was bedeutet Kontrollverlust beim Konsum? erklärt, woran du dieses Muster erkennst.
Unterstützung finden
Eine Suchtberatungsstelle begleitet Menschen, die ihren Konsum verändern wollen. Dort lässt sich der Plan gemeinsam durchgehen. Wie du eine Stelle in deiner Nähe findest, zeigt der Beitrag Wie finde ich eine Suchtberatung in meiner Nähe?. Telefonisch erreichst du die Sucht & Drogen Hotline unter 01806 313031 (täglich 8 bis 24 Uhr, kostenpflichtig, Gebühr pro Anruf). Die Chat-Beratung auf drugcom.de ist nach Angaben des Portals anonym und kostenlos. Auch Selbsthilfe kann eine Unterstützung sein, mehr dazu steht im Artikel Welche Selbsthilfe gibt es für Cannabiskonsumierende?.
Rückfälle nüchtern auswerten
Nach einem Rückfall lohnt sich eine nüchterne Auswertung. Frag dich, was unmittelbar vorher passiert ist, wie du dich gefühlt hast und welche Entscheidung dich zum Konsum geführt hat. Notiere die Antworten in drei Stichworten, damit du sie später wiederfindest. Ein Auslöser lässt sich verändern, etwa eine Route, eine Verabredung oder eine Uhrzeit.
Was du jetzt tun kannst
Schreib deinen letzten Versuch in drei Sätzen auf: Was hat funktioniert, was nicht, und was war der Auslöser? Daraus entsteht dein nächster Plan. Plane außerdem eine Person ein, die du in schwierigen Momenten anrufen kannst. Wenn du dir unsicher bist, ob dein Konsum noch steuerbar ist, nutze den Selbsttest im Beitrag Wie erkennt man selbst, ob man abhängig ist?. Er ersetzt keine Diagnose. Mit Schuldgefühlen nach einem Rückfall befasst sich der Beitrag Wie gehe ich mit Schuldgefühlen beim Konsum um?. Die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen bietet außerdem Informationen zu Cannabis und Hilfsangeboten.
Häufige Fragen
Warum scheitert der Versuch, mit Cannabis aufzuhören, so oft?
Dafür gibt es keine einzelne Ursache. Cannabis kann nach cannabispraevention.de psychisch und körperlich abhängig machen, und gerade die psychische Abhängigkeit kann sehr stark werden. Ein Plan, der Auslöser benennt und Alternativen festlegt, sowie Unterstützung durch eine Beratung können den nächsten Versuch erleichtern.
Sind Entzugsgefühle bei einer Cannabispause normal?
Unruhe, Reizbarkeit oder Schlafprobleme können bei einer Pause auftreten. Nach der drugcom-FAQ beginnen sie meist 24 bis 48 Stunden nach dem letzten Konsum und dauern in der Regel bis zu einer Woche, im Höchstfall bis zu 14 Tage. Sind die Beschwerden stark oder halten sie lange an, sollte eine Ärztin oder ein Arzt sie prüfen.
Wann ist es Zeit, sich Hilfe zu holen?
Wenn mehrere Versuche nicht halten oder der Konsum trotz Problemen im Alltag weitergeht, ist Unterstützung sinnvoll. Eine Suchtberatung kann den Plan gemeinsam mit dir durchgehen.