Erfährt die Führerscheinstelle von einer Kontrolle mit THC?
Wer im Straßenverkehr mit THC auffällt, fragt sich oft, ob die Führerscheinstelle davon erfährt. Das Gesetz regelt es für die Polizei so: Sie hat Informationen über Tatsachen, die auf nicht nur vorübergehende Mängel hinsichtlich der Eignung schließen lassen, den Fahrerlaubnisbehörden zu übermitteln, soweit dies für die Überprüfung aus Sicht der übermittelnden Stelle erforderlich ist (§ 2 Abs. 12 StVG). Ob deine Kontrolle diese Schwelle erreicht, lässt sich allgemein nicht sagen. Wer betroffen ist, sollte die nächsten Schritte früh klären und Post der Behörden nie ignorieren.
Was nach einer Polizeikontrolle passiert
Die Polizei dokumentiert den Vorfall, stellt Fakten fest und kann eine Blutprobe veranlassen. Ergibt die Untersuchung einen Verstoß gegen die Grenzwerte des Straßenverkehrsgesetzes, kann ein Bußgeldverfahren folgen. Rechtsgrundlage ist der Paragraf 24a des Straßenverkehrsgesetzes. Die Höhe eines Bußgeldes richtet sich nach der Art des Verstoßes und steht im Bescheid.
Ein Schnelltest ersetzt in diesem Verfahren keine Blutprobe. Er liefert einen Hinweis, mit dem die Polizei weiterarbeitet. Wie ein Schnelltest einzuordnen ist, behandelt ein eigener Artikel auf dieser Seite.
Warum die Behörde informiert werden kann
Die Fahrerlaubnisbehörde prüft, ob jemand weiterhin geeignet ist, ein Kraftfahrzeug zu führen (§ 46 FeV). Mitteilungen der Polizei sind dafür eine Grundlage. Soweit die mitgeteilten Informationen für die Beurteilung nicht erforderlich sind, sind die Unterlagen unverzüglich zu vernichten (§ 2 Abs. 12 StVG). Das bedeutet nicht, dass jede Kontrolle automatisch in ein Verfahren zur Fahreignung mündet. Ein Vorfall kann aber im Hintergrund weiterwirken.
Welche Grenzwerte gelten
Für Alkohol liegt die Grenze im Blut bei 0,5 Promille. Für THC liegt der Grenzwert bei 3,5 ng/ml Tetrahydrocannabinol im Blutserum. Das Gesetz behandelt außerdem die Kombination aus THC und Alkohol gesondert. Der Tatbestand betrifft den Fall, dass nach dem Cannabiskonsum zusätzlich Alkohol getrunken wird oder unter Alkoholeinfluss eine Fahrt beginnt.
| Stoff | Grenze oder Regel | Grundlage |
|---|---|---|
| Alkohol | 0,5 Promille im Blut | StVG § 24a Abs. 1 |
| THC | 3,5 ng/ml im Blutserum | StVG § 24a Abs. 1a |
| THC und Alkohol | Eigener Tatbestand | StVG § 24a Abs. 2a |
Die Tabelle zeigt die Grenzwerte. Für die Folgen zählt der Einzelfall, und der Bescheid ist die verbindliche Grundlage.
Vorbeugen, bevor etwas passiert
Der sicherste Weg ist, nach Cannabiskonsum nicht zu fahren. Ein Gefühl der Nüchternheit sagt nichts Verlässliches über den Blutwert aus, und eine feste Stundenzahl gibt es nicht. Alternativen sind eine Fahrgemeinschaft, öffentliche Verkehrsmittel oder ein Taxi.
Welche Folgen für die Fahreignung drohen
Das Bußgeldverfahren und die Frage der Fahreignung sind zwei getrennte Themen. Ein Bußgeld regelt den Verstoß. Die Fahreignung fragt, ob jemand geeignet ist, ein Fahrzeug sicher zu führen. Nach § 13a FeV ordnet die Fahrerlaubnisbehörde ein medizinisch-psychologisches Gutachten (MPU) unter anderem an, wenn wiederholt Zuwiderhandlungen unter Cannabiseinfluss begangen wurden oder Anzeichen für Missbrauch vorliegen. Ob die Behörde ein Gutachten verlangt, hängt vom Einzelfall ab.
Welche Schritte im Einzelfall folgen, hängt von Vorfall, Vorgeschichte und Verlauf ab. Bei einer Geldbuße nach § 24a Abs. 1 bis 2a StVG ist in der Regel auch ein Fahrverbot anzuordnen (§ 25 Abs. 1 Satz 2 StVG), nach dem Bußgeldkatalog beim ersten Verstoß für einen Monat. Ob im Einzelfall eine Ausnahme greift, prüft eine Fachperson anhand des Bescheids. Wer einen Bescheid erhält, sollte die Fristen und die Möglichkeiten zum Widerspruch genau lesen.
Was du tun kannst, wenn Post kommt
- Schreiben nicht ignorieren und die Fristen notieren.
- Unterlagen sammeln: Bescheid, Protokoll, Blutbefund und medizinische Unterlagen.
- Nicht vorschnell reagieren, bevor du den Inhalt verstanden hast.
- Eine Beratung oder eine Anwältin für Verkehrsrecht einschalten.
Eine Antwort an die Behörde sollte sachlich sein. Wer unsicher ist, was er schreiben soll, bekommt in einer Beratungsstelle Unterstützung, bevor eine Frist abläuft. Verfahren können sich über längere Zeit ziehen, deshalb lohnt es sich, Schriftverkehr geordnet abzulegen.
Was ein Bußgeldbescheid enthält
Ein Bußgeldbescheid nennt den Vorwurf, die Rechtsgrundlage und die Frist für eine Reaktion. Am Ende steht die Rechtsbehelfsbelehrung, die sagt, wie und bis wann man Einspruch einlegen kann. Diese Angaben sind der wichtigste Teil des Schreibens und sollten zuerst gelesen werden.
Ob ein Bescheid kommt, wie lange das Verfahren dauert und welche Folgen daraus entstehen, hängt vom Einzelfall ab. Wer den Bescheid nicht versteht, sollte nicht auf Verdacht reagieren. Eine schnelle Beratung hilft meist mehr als eine eigene Deutung.
Nachweise und Fristen im Überblick
Wer die Fahreignung wiedererlangen will, muss meist Nachweise vorlegen. Dazu gehören je nach Fall Belege zur Abstinenz, Gutachten oder Bescheinigungen über eine Beratung. Welche Nachweise verlangt werden, steht im Schreiben der Behörde.
- Bescheid und Schreiben der Behörde vollständig sammeln
- Medizinische Unterlagen und Befunde ordnen
- Nachweise zur Abstinenz, sofern verlangt, frühzeitig klären
- Fristen für Anträge im Kalender festhalten
Was du jetzt tun kannst
Wenn du unsicher bist, ob die Behörde von einem Vorfall weiß, lies das Schreiben genau und notiere das Datum. Eine Übersicht über die Abläufe nach einer Kontrolle bietet der Artikel zu den Folgen eines positiven Schnelltests. Zur Frage, wie die Behörde die Fahreignung prüft, lies den Artikel zur Prüfung der Fahreignung.
Für die Einordnung der Grenzwerte hilft der Artikel zum THC-Grenzwert von 3,5 ng/ml. Weitere Hinweise findest du im Bereich Straßenverkehr.
Häufige Fragen
Erfährt die Führerscheinstelle automatisch von einer THC-Kontrolle?
Die Polizei hat Informationen über Tatsachen, die auf nicht nur vorübergehende Eignungsmängel schließen lassen, an die Fahrerlaubnisbehörde zu übermitteln, soweit das aus ihrer Sicht erforderlich ist (§ 2 Abs. 12 StVG). Ob deine Kontrolle dazu führt, lässt sich nicht allgemein sagen. Lies jedes Schreiben genau, notiere Fristen und hole dir bei Unsicherheit eine Beratung.
Wie hoch ist die Grenze für THC im Straßenverkehr?
Nach dem Straßenverkehrsgesetz liegt der Grenzwert bei 3,5 ng/ml Tetrahydrocannabinol im Blutserum. Die Kombination mit Alkohol behandelt das Gesetz gesondert. Welche Folgen ein Verstoß hat, steht im Bescheid und hängt vom Einzelfall ab.
Was ist eine MPU?
Die MPU ist eine medizinisch-psychologische Untersuchung durch eine Begutachtungsstelle für Fahreignung. Bei Cannabis ordnet die Behörde sie nach § 13a FeV in bestimmten Fällen an, etwa bei Anzeichen für Missbrauch oder wiederholten Verstößen unter Cannabiseinfluss. Den Ablauf und die Vorbereitung erklären eigene Artikel auf dieser Seite.