Was leistet eine Fachstelle für Suchtprävention?
Eine Fachstelle für Suchtprävention arbeitet vor allem vorbeugend. Sie entwickelt Angebote, damit Menschen gar nicht erst in riskanten Konsum geraten, und unterstützt Fachkräfte, Eltern und Einrichtungen dabei. Wer eine persönliche Beratung zum eigenen Konsum sucht, findet sie meist woanders, nämlich bei einer Suchtberatungsstelle oder einem Online-Angebot. Die Unterscheidung lohnt sich, damit du die richtige Anlaufstelle findest.
Prävention und Einzelberatung
Prävention heißt, Risiken zu verringern, bevor Probleme entstehen. Dazu gehören Informationen über Wirkungen und Gefahren, Gespräche über Gruppendruck und Regeln im Umgang mit Substanzen. Eine Fachstelle für Suchtprävention arbeitet dabei meist mit Gruppen, Schulklassen, Eltern und Fachkräften, nicht mit Einzelnen in akuten Krisen.
Die Berliner Fachstelle für Suchtprävention ist dafür ein gutes Beispiel. Sie setzt sich laut ihrer Website dafür ein, Suchtmittelkonsum und riskantes Verhalten zu verringern. Der Auftrag kommt von der Berliner Senatsgesundheitsverwaltung, und die Arbeit läuft dort seit 2005. Die Stelle versteht sich als zentrale Kompetenzstelle und entwickelt suchtpräventive Angebote in Berlin.
Für wen eine Fachstelle arbeitet
Die Berliner Fachstelle nennt als Felder unter anderem Eltern und Familie, Schule und Jugendarbeit, Kinder aus suchtbelasteten Familien, Sucht im Alter und betriebliche Suchtprävention. Dazu kommen Projekte für Geflüchtete und für junge Menschen.
- Eltern: je nach Fachstelle Veranstaltungen und Materialien zum Umgang mit Cannabis in der Familie.
- Schulen und Jugendarbeit: Angebote für den Unterricht, soweit die Fachstelle sie anbietet.
- Fachkräfte: Fortbildungen, soweit die Fachstelle sie anbietet.
- Betriebe: betriebliche Suchtprävention ist auf der Berliner Seite ein eigenes Feld.
Was eine Fachstelle nicht leistet
Eine Fachstelle für Suchtprävention führt in der Regel keine Entzugsbehandlung durch und übernimmt keine Therapie. Wenn du selbst Probleme mit Cannabis hast, bist du bei einer Suchtberatungsstelle besser aufgehoben.
Auch für Angehörige ist eine Präventionsstelle nicht immer der erste Weg. Dort lernst du viel über Vorbeugung und Wirkungen. Für eine persönliche Beratung zu deiner Familiensituation ist aber eine Beratungsstelle meist passender. Der Artikel Wo finden Angehörige Beratung bei Cannabiskonsum? erklärt, wann das sinnvoll ist.
Die Rolle der Landesstellen
In vielen Bundesländern gibt es Landesstellen für Suchtfragen. Die NLS in Niedersachsen nennt sich Dachorganisation der Suchthilfe-Einrichtungen und Selbsthilfe-Organisationen der Freien Wohlfahrtspflege in Niedersachsen. Sie hat eine eigene Seite zu Cannabis. Welche Angebote es in deinem Bundesland gibt, erfährst du bei der Landesstelle selbst.
Typische Fragen an eine Fachstelle
Wer mit einer Fachstelle zu tun hat, stellt oft ähnliche Fragen. Das sind häufig:
- Welche Materialien eignen sich für einen Elternabend?
- Wie gehen wir als Schule mit einem Vorfall um?
- Welche Methoden passen zu einer Jugendgruppe?
- Wer in unserer Region bietet Beratung an?
Die letzte Frage beantwortet die Fachstelle oft mit einem Verweis auf die passende Beratungsstelle.
Prävention, die im Alltag wirkt
Prävention arbeitet mit Information und Gesprächen. Welche Materialien eine Fachstelle bereitstellt, steht auf ihrer Website.
Ablauf einer Anfrage
Wenn du eine Fachstelle für einen Vortrag, eine Schulung oder Materialien anfragen möchtest, hilft eine kurze E-Mail mit Angaben zu deiner Einrichtung, deiner Zielgruppe und dem gewünschten Termin. Beschreib, was du erreichen willst: Information, eine Gesprächsrunde, eine Fortbildung oder ein Projekt über mehrere Wochen. Dann kann die Fachstelle schneller sagen, ob sie passende Angebote hat.
Prävention in Schule, Familie und Betrieb
Die Berliner Fachstelle nennt Schule und Jugendarbeit, Eltern und Familie sowie betriebliche Suchtprävention als eigene Felder. Das zeigt, wie breit Prävention ansetzt.
Mehr zu Fortbildungen für Lehrkräfte steht im Artikel Gibt es Fortbildungen für Lehrkräfte zu Cannabis?.
Wie du eine Fachstelle findest
Viele Landesstellen haben Websites mit Informationen. Wenn du eine konkrete Frage hast, nimm Kontakt mit der Fachstelle auf; Erreichbarkeit steht auf ihrer Website. Frag nach, ob sie Angebote für deine Zielgruppe hat und ob sie dich an eine passende Beratungsstelle weitergeben kann.
Was Schulen vor einer Zusammenarbeit klären sollten
Eine Schule, die mit einer Fachstelle zusammenarbeiten möchte, sollte zuerst ihr Ziel festlegen. Geht es um Information für Lehrkräfte, um Projekttage für Klassen oder um ein Konzept für die ganze Schule? Die Antwort entscheidet, welches Angebot passt und wie viel Zeit es braucht.
Hilfreich ist außerdem eine Ansprechperson im Kollegium, die den Kontakt hält. Schulsozialarbeit und Beratungslehrkräfte können als Brücke dienen, wenn es um einzelne Schülerinnen und Schüler geht. Der Artikel Wie läuft Cannabisprävention an Schulen ab? beschreibt den Ablauf genauer.
Was du jetzt tun kannst
- Kläre, ob du Prävention oder persönliche Beratung brauchst.
- Suche die Landesstelle oder Fachstelle deines Bundeslandes.
- Frag nach Materialien für deine Zielgruppe, etwa Eltern, Schule oder Betrieb.
- Lass dich bei Bedarf an eine Beratungsstelle vermitteln.
Wenn du gerade selbst Hilfe brauchst, rufst du am besten die Sucht & Drogen Hotline unter 01806 313031 an. Bei akuter Gefahr wählst du den Notruf 112.
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen einer Fachstelle für Suchtprävention und einer Suchtberatung?
Eine Fachstelle für Suchtprävention arbeitet vorbeugend. Sie richtet sich an Eltern, Schulen, Jugendarbeit und Betriebe; welche Angebote es konkret gibt, steht auf der Website der jeweiligen Fachstelle. Eine Suchtberatung spricht dagegen persönlich mit Menschen, die Fragen oder Probleme mit Konsum haben. Wenn du selbst Beratung brauchst, ist die Suchtberatung der passende Weg. Die Fachstelle kann dich aber gern weiterverweisen.