Welche Träger bieten Suchtberatung an?
Suchtberatung wird in Deutschland von verschiedenen Trägern angeboten. Dazu gehören kommunale Stellen, also Städte und Landkreise, und freie Träger wie Caritas, Diakonie oder Vereine. Der Träger ist die Organisation, die eine Beratungsstelle betreibt und für ihre Arbeit verantwortlich ist. Nach Angaben des Bundesdrogenbeauftragten verzeichnet die Einrichtungsdatenbank der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen (DHS) bundesweit über 1.400 ambulante Suchtberatungsstellen. Welcher Träger hinter einer Stelle steht, erfährst du auf deren Website oder am Telefon.
Kommunale Träger
Kommunale Suchtberatungsstellen gehören zur Stadt oder zum Landkreis. Ihr Angebot unterscheidet sich von Ort zu Ort. Der Bundesdrogenbeauftragte weist darauf hin, dass manche Beratungsstellen auf bestimmte Suchtmittel oder Suchtformen spezialisiert sind. Ob eine Stelle zu Cannabis berät, klärst du deshalb am besten vorab, zum Beispiel mit einem kurzen Anruf.
Freie Träger und Wohlfahrtsverbände
Freie Träger sind eigenständige Organisationen, die Beratung anbieten. Dazu gehören Wohlfahrtsverbände wie Caritas und Diakonie, aber auch Vereine und Fachverbände. Wie ein Träger sein Selbstverständnis beschreibt, steht in der Regel in seinem Leitbild auf der Website. Wenn dir das wichtig ist, lies es vor dem ersten Termin nach. Bei offenen Fragen, etwa zu Voraussetzungen oder zum Einzugsgebiet, hilft ein Anruf bei der Stelle.
- Kommunale Träger: Stellen der Stadt oder des Landkreises
- Wohlfahrtsverbände wie Caritas und Diakonie: freie Träger mit eigenen Beratungsstellen
- Fachverbände und Vereine: teils spezialisierte Programme, die du bei der Stelle erfragst
Warum der Träger für dich wichtig ist
Der Träger betreibt die Stelle und trägt die Verantwortung für ihre Arbeit. Deshalb ist er die richtige Adresse, wenn du etwas klären oder dich beschweren möchtest. Auf der Website der Stelle sollte der Träger genannt sein, meist im Impressum. Fehlt diese Angabe, frag nach. Mehr dazu erklärt der Artikel Wie erkenne ich eine seriöse Beratungsstelle?.
Finanzierung und Angebot der Träger
Die DHS hat 2026 zum zweiten Mal erhoben, wie es um die Finanzierung der Beratungsstellen steht. Bei 76,9 Prozent der Rückmeldenden ist sie nicht kostendeckend oder noch nicht abschließend geklärt, nur 12,7 Prozent gehen von einer gesicherten Finanzierung aus. Die DHS berichtet außerdem von verkürzten Öffnungs- und Sprechzeiten und von Schließungen einzelner Stellen.
Für dich heißt das: Sprechzeiten und Angebote einer Stelle können sich ändern. Prüfe sie vor dem Anruf auf der Website des Trägers. Ob für die Beratung Kosten entstehen, erfährst du bei der Stelle. Der Artikel Kostet die Suchtberatung für Cannabis etwas? beantwortet diese Frage ausführlicher.
Verbände und Verzeichnisse als Orientierung
Die DHS betreibt auf ihrer Website ein Suchthilfeverzeichnis. Dort suchst du nach Postleitzahl oder Ort und wählst einen Umkreis von 2 bis 100 Kilometern. Die Website der DHS führt außerdem die Landesstellen für Suchtfragen auf. Das Verzeichnis hilft vor allem, wenn du in einer ländlichen Region wohnst und wissen willst, welche Stellen im Umkreis liegen. Wie die Versorgung auf dem Land aussieht, zeigt der Artikel Gibt es Suchtberatung im ländlichen Raum?.
Digitale Angebote und Selbsthilfe
Neben Stellen vor Ort gibt es digitale Beratung. DigiSucht bietet nach Angaben des Bundesdrogenbeauftragten kostenlose und anonyme Suchtberatung für erwachsene Betroffene, Angehörige und Eltern an. Selbsthilfegruppen beruhen auf gegenseitiger Unterstützung von Menschen mit ähnlichen Erfahrungen. Der Bundesdrogenbeauftragte nennt rund 8.700 Selbsthilfegruppen für suchtgefährdete und suchtkranke Menschen und ihre Angehörigen und verweist für Adressen auf die Nationale Kontakt- und Informationsstelle NAKOS.
Wie du den passenden Träger findest
Überlege zuerst, was du brauchst. Geht es um Einzelberatung, um eine Gruppe oder um Beratung als Angehörige? Suche dann im Suchthilfeverzeichnis nach deinem Ort und lies auf den Websites der Stellen nach, welche Angebote sie nennen. Frag bei Bedarf die Hausarztpraxis, ob sie Stellen in der Nähe kennt. Eine Übersicht zur Suche bietet der Artikel Wo finde ich eine Suchtberatungsstelle für Cannabis?.
Fragen, die du dem Träger stellen kannst
- Wer betreibt die Beratungsstelle?
- Berät die Stelle zu Cannabis, und für welche Zielgruppen?
- Wie geht die Stelle mit Schweigepflicht und Daten um?
- Entstehen für mich Kosten?
- Gibt es weitere Standorte, telefonische oder digitale Angebote?
Eine seriöse Stelle beantwortet diese Fragen klar oder sagt dir, wer sie beantworten kann.
Was du jetzt tun kannst
Such dir zwei bis drei Stellen in deiner Nähe heraus, zum Beispiel über das Suchthilfeverzeichnis der DHS. Prüfe auf den Seiten der Träger, welche Angebote bestehen. Ruf dann an und frag nach Ablauf, Kosten und Schweigepflicht. So findest du mit wenig Aufwand eine Stelle, die zu dir passt.
Häufige Fragen
Welche Träger bieten Suchtberatung an?
Es gibt kommunale Träger wie Städte und Landkreise sowie freie Träger. Zu den freien Trägern gehören Wohlfahrtsverbände wie Caritas und Diakonie, außerdem Vereine und Fachverbände. Welche Stelle in deiner Nähe liegt, zeigt das Suchthilfeverzeichnis der DHS.
Warum sollte ich den Träger einer Beratungsstelle kennen?
Der Träger betreibt die Stelle und ist für sie verantwortlich. Er ist deshalb die richtige Adresse, wenn du etwas klären oder dich beschweren möchtest. Auf der Website sollte der Träger genannt sein. Fehlt diese Angabe, frag direkt nach.