Wie lässt sich Geruch in der Wohnung allgemein eindämmen?
Gerüche in der Wohnung gehen meist auf Küche, Abfall, Textilien oder Feuchte zurück, und wer die Quelle kennt, kann gezielt ansetzen. Dieser Ratgeber beschreibt Alltagsmaßnahmen, die in jeder Wohnung gelten, und zeigt, wann die Ursache tiefer liegt. Eine wichtige Rolle spielt die Luftfeuchte. Das Umweltbundesamt nennt als Ursachen für die Schimmelausbreitung im Haus meist Dauerlüften oder Baumängel.
Woher kommen Gerüche in der Wohnung?
Die meisten Gerüche entstehen im Alltag. Küche und Abfall gehören dazu, ebenso Textilien, die Gerüche aufnehmen und langsam wieder abgeben. Polster, Vorhänge und Teppiche speichern sie besonders gut. Hinzu kommt Feuchtigkeit, die Gerüche in Wänden und hinter Möbeln halten kann. Notiere dir, in welchem Raum und zu welcher Tageszeit ein Geruch am stärksten ist. Das grenzt die Ursache ein und spart Zeit.
Wie lüftest du richtig?
Das Umweltbundesamt empfiehlt bei mehr als 80 Prozent Luftfeuchte direkt an der Wand als Sofortmaßnahme mehrmals täglich kurzes Stoßlüften. Als Ursache für Schimmel nennt es meist Dauerlüften. Öffne die Fenster deshalb mehrmals am Tag für kurze Zeit ganz und schließe sie wieder.
- Lüfte nach dem Kochen, Duschen und Wäschetrocknen kurz und kräftig, weil dabei Feuchte entsteht.
- Öffne Türen von Schränken und Abstellräumen ab und zu, damit auch dort die Luft wechselt.
- Dokumentiere, was sich nach einigen Tagen verändert hat.
Die ausführlichen Hinweise stehen im Beitrag Schimmel vorbeugen.
Welche Luftfeuchte ist ein Richtwert?
Ein Blick aufs Hygrometer genügt nach dem Umweltbundesamt, um sich über die relative Luftfeuchtigkeit in der Wohnung zu orientieren. Auf Dauer sollte es nicht mehr als 65 bis 70 Prozent anzeigen. Direkt an der Wand gelten mehr als 80 Prozent als Anlass für das beschriebene Stoßlüften. Ein Hygrometer misst nur einen Wert an einer Stelle und ersetzt keine Untersuchung des Bauteils. Wie du Werte einordnest und aufschreibst, erklärt der Artikel Luftfeuchte messen.
Welche Rolle spielen Textilien, Polster und Küche?
Textilien nehmen Gerüche auf und geben sie später wieder ab. Wasche Bettwäsche, Handtücher und Kleidung regelmäßig nach den Angaben auf dem Etikett, hänge Vorhänge und Kissen zum Auslüften an die Luft und sauge Teppiche häufiger ab. In der Küche hilft ein fester Rhythmus: Abfall regelmäßig hinausbringen, Biomüll verschlossen halten, Behälter reinigen und den Kühlschrank von Resten befreien. Ein Blick in den Kühlschrank und unter die Spüle zeigt schnell, wo es riecht.
Ein Wochenplan für den Alltag
Wer Gerüche dauerhaft verringern will, hilft sich mit wiederkehrenden Handgriffen. Lege einen festen Tag für Waschen und Staubsaugen fest und trage Zeiten zum Lüften in deinen Kalender ein. Prüfe nach zwei bis drei Wochen, ob sich der Geruch verändert hat. Das zeigt dir, ob die Schritte ausreichen oder ob die Ursache woanders liegt.
Wann liegt die Ursache tiefer?
Bleibt ein muffiger Geruch, obwohl du lüftest und sauber machst, kann Feuchte im Bauteil die Ursache sein. Achte auf Feuchteflecken, abblätternde Tapete und dunkle Stellen an Wänden, Fensterlaibungen oder hinter Schränken. Das Umweltbundesamt rät: Wenn du am Fenster, im Bad oder unter der Tapete Schimmel entdeckst, beseitigen ihn besser Fachleute. Auch die Beseitigung der Ursache ist unerlässlich. Wenn du die Ursache nicht findest, lass die Stelle von einem Fachbetrieb untersuchen und melde den Befund deinem Vermieter oder der Hausverwaltung.
Welche Gesundheitsrisiken hat Schimmel?
Die normalerweise harmlosen Schimmelpilzsporen sind nach dem Umweltbundesamt überall in der Natur zu finden. Nehmen sie in Innenräumen überhand, können sie zu allergischen Reaktionen wie Asthma und Schleimhautreizungen oder zu grippeartigen Symptomen führen. Das trifft besonders Menschen, die schon empfindlich reagieren. Bei Beschwerden, die du auf die Wohnung zurückführst, sprich mit einer Ärztin oder einem Arzt. Mehr zu den Anzeichen steht im Artikel Schimmel in der Wohnung erkennen.
Wer hilft weiter?
Bei Problemen mit der Bausubstanz sind Hausverwaltung oder Vermieter die ersten Ansprechpartner, in einer Eigentumswohnung die Hausverwaltung und die Gemeinschaft. Der Mieterverein berät, wenn es um das Mietverhältnis geht. Bei Streit über Gerüche mit Nachbarn lohnt sich das Gespräch, wie es der Artikel Geruchsbeschwerden der Nachbarn beschreibt. Fragen zur Haustechnik beantwortet ein Fachbetrieb.
Wie prüfst du Bad und Schlafzimmer?
Das Umweltbundesamt führt Schimmel auf Feuchtigkeit zurück. Im Bad entsteht sie täglich, im Schlafzimmer über Nacht. Lüfte nach dem Duschen kurz und kräftig, wische nasse Flächen ab und schaue regelmäßig hinter Möbel, die an Außenwänden stehen. Entdeckst du Flecken oder abblätternde Tapete, dokumentiere sie mit Datum und Foto.
Welche Räume gehst du der Reihe nach durch?
- Küche: Abfall, Abflüsse, Kühlschrank.
- Bad: Fugen, Duschvorhang, Waschmaschinenanschluss, Wäscheständer.
- Schlafzimmer: Bettwäsche, Matratze, Vorhänge, Fenster.
- Flur und Keller: Schuhe, Jacken, Abstellflächen, Kellertür.
Eine solche Runde dauert wenige Minuten und zeigt, ob der Geruch in einem bestimmten Raum seinen Ursprung hat. Notiere deine Beobachtungen, damit du Vermieter oder Fachbetrieb später genaue Hinweise geben kannst.
Wie meldest du einen Mangel?
Melde Feuchtigkeit, Schimmel oder einen dauerhaft muffigen Geruch dem Vermieter oder der Hausverwaltung schriftlich, mit Datum, Ort, Foto und einer kurzen Beschreibung. So bleibt nachvollziehbar, wann du den Befund gemeldet hast. Bitte um einen Termin zur Besichtigung. Bei Zweifeln, wer für die Beseitigung zuständig ist, berät der Mieterverein.
Was du jetzt tun kannst
- Finde die Quelle: Raum, Tageszeit, Auslöser.
- Lüfte mehrmals täglich kurz und vermeide Dauerlüften.
- Kontrolliere die Luftfeuchte mit einem Hygrometer.
- Melde Feuchteflecken und Schimmel dem Vermieter oder der Hausverwaltung.
Gerüche sind oft ein früher Hinweis auf Feuchte. Wer lüftet, Textilien pflegt und die Luftfeuchte im Blick hat, erkennt Probleme früh. Mehr zu Schäden durch Wasser steht im Artikel Wasserschäden vorbeugen.
Häufige Fragen
Wie lüftet man richtig, um Feuchte abzuführen?
Das Umweltbundesamt empfiehlt bei mehr als 80 Prozent Luftfeuchte direkt an der Wand als Sofortmaßnahme mehrmals täglich kurzes Stoßlüften. Als Ursache für Schimmelausbreitung im Haus nennt es meist Dauerlüften oder Baumängel. Öffne die Fenster deshalb für kurze Zeit ganz und schließe sie danach wieder.
Welche Luftfeuchte ist ein guter Richtwert?
Nach dem Umweltbundesamt sollte ein Hygrometer in der Wohnung auf Dauer nicht mehr als 65 bis 70 Prozent anzeigen. Direkt an der Wand sind mehr als 80 Prozent ein Grund für mehrmals tägliches kurzes Stoßlüften.
Was tun, wenn der Geruch trotz Lüften und Reinigen bleibt?
Suche nach Feuchteflecken, abblätternder Tapete und dunklen Stellen. Entdeckst du Schimmel, beseitigen ihn nach dem Umweltbundesamt besser Fachleute, und die Ursache muss ebenfalls beseitigt werden. Informiere Vermieter oder Hausverwaltung und lass die Bausubstanz von einem Fachbetrieb prüfen.