Woran erkennt man Schimmel in der Wohnung?
Schimmel in der Wohnung erkennst du an sichtbaren Flecken, an feuchten Stellen an Wänden und an einem muffigen Geruch, der trotz Lüftens bleibt. Typisch sind kalte Außenwände, Fensterlaibungen und Raumecken, wo sich Feuchte sammelt. Dieser Ratgeber zeigt dir die Warnzeichen, erklärt die häufigsten Ursachen und sagt, wann du Fachleute einbeziehen solltest.
Wo Schimmel typischerweise auftritt
Nach dem Umweltbundesamt wachsen Schimmelpilze nur auf feuchten Oberflächen. Es nennt als Ursachen erhöhter Feuchte unter anderem Kondensation an kalten Wänden, zu wenig Lüftung, Wasserschäden und Feuchte von außen. Entsprechend häufig findet man Schimmel an Fenstern, in Raumecken an Außenwänden und hinter Schränken sowie in Bad und Küche, wenn Dampf nicht gut abzieht. Wer weiß, wo die Feuchte sitzt, findet den Schimmel schneller.
- Fensterlaibungen und Fensterrahmen
- Raumecken an kalten Außenwänden
- Hinter Schränken und großen Möbeln an Außenwänden
- Bad, Küche und Stellen mit regelmäßigem Dampf
Sichtbare Warnzeichen
Sichtbarer Schimmel zeigt sich häufig als Flecken oder Beläge an Wänden, Silikonfugen und Decken. Das Umweltbundesamt beschreibt farbige, oft braune oder schwarze Flecken an Wänden, Decken oder Mobiliar. Verdächtig sind solche Stellen vor allem, wenn sie größer werden. Auch abblätternde Tapeten, Wellen im Putz und dunkle Verfärbungen hinter Möbeln sind Warnsignale. Prüfe solche Stellen regelmäßig, denn Schimmel wächst unbemerkt weiter, wenn die Feuchte bleibt.
Der Geruch als Hinweis
Schimmel wächst manchmal im Verborgenen hinter Schränken oder in abgehängten Decken. Das Umweltbundesamt nennt dann einen modrigen, muffigen Geruch als ersten Hinweis. Er kann auch nach dem Lüften zurückkehren. Notiere, wo der Geruch am stärksten ist, damit du die Stelle eingrenzen kannst. Der Geruch allein beweist nichts, deshalb solltest du nach Feuchte und Flecken suchen.
Feuchte als Ursache
Das Umweltbundesamt nennt Feuchte als Lebensbedingung für Schimmel und Dauerlüften oder Baumängel als häufige Ursachen für die Ausbreitung im Haus. Wer also Feuchtigkeit bemerkt, sollte die Quelle suchen, bevor er Flecken überstreicht. Das Umweltbundesamt rät bei Wandfeuchte von mehr als 80 Prozent als Sofortmaßnahme zu mehrmals täglichem kurzen Stoßlüften.
Verdeckter Schimmel
Nicht jeder Befall ist sichtbar. Schimmel kann hinter Tapeten, Möbeln oder in Hohlräumen wachsen. Dann zeigt sich oft nur der Geruch oder eine feuchte Stelle, die sich immer wieder bildet. Ein Fachbetrieb kann mit geeigneten Messungen prüfen, ob ein verdeckter Befall vorliegt. Eigene Öffnungen in Wänden sollte man vermeiden, bevor eine Fachstelle die Lage kennt.
Was du tust, wenn du Schimmel vermutest
Dokumentiere den Befund mit Fotos und Datum. Informiere den Vermieter oder die Hausverwaltung, denn Schäden an der Bausubstanz gehen über sie. Suche die Feuchtequelle und beseitige sie, soweit du das sicher kannst. Größere Flächen beseitigen Fachleute, weil eine unsachgemäße Entfernung die Sporen verteilen kann.
Wenn der Befund unklar bleibt
Bleibt unklar, woher die Feuchte kommt, hilft ein Fachbetrieb, der die Bausubstanz prüft. Er misst Feuchte, sucht Ursachen und empfiehlt Maßnahmen. Eine Beratungsstelle kann helfen, die Kosten und Zuständigkeiten zu klären. Die Verantwortung für die Gebäudetechnik liegt meist beim Eigentümer oder Vermieter.
Feuchte messen und Stellen markieren
Ein einfaches Hygrometer hilft, die Feuchte zu beurteilen, bevor du Flecken siehst. Miss an Außenwänden und in der Raummitte und vergleiche die Werte. Das Umweltbundesamt nennt als Richtwert für die Dauer nicht mehr als 65 bis 70 Prozent. Liegt die Feuchte an der Wand über 80 Prozent, ist mehrmals tägliches kurzes Stoßlüften die Sofortmaßnahme. Markiere auffällige Stellen mit Klebeband und einem Datum, damit du Veränderungen erkennst.
Schimmel an Möbeln und Textilien
Schimmel zeigt sich an Wänden ebenso wie an Möbeln, Polstern und Textilien. Wenn Kleidung oder Bücher muffig riechen oder einen Belag tragen, deutet das auf Feuchte im Schrank oder an der Außenwand hin. Räume den betroffenen Schrank leer, lüfte ihn und prüfe die Wand dahinter. Befallene Textilien solltest du vorsichtig behandeln und nicht im Wohnraum ausschütteln. Wenn der Befall an Möbeln wiederkehrt, lohnt sich ein Blick auf die Wand dahinter, denn dort liegt die Feuchtequelle oft verborgen.
Kleinen Befall selbst beseitigen?
Das Umweltbundesamt rät, Schimmel am Fenster, im Bad oder unter der Tapete besser von Fachleuten beseitigen zu lassen. Nach seinen Angaben können Personen, die nicht allergisch auf Schimmelpilze reagieren, kleineren und nur oberflächlichen Befall (zum Beispiel unter 0,5 Quadratmetern) selbst beseitigen. Materialien, auf denen Schimmel wächst, müssen gereinigt oder entfernt werden. Die Ursache der erhöhten Feuchtigkeit muss geklärt und abgestellt werden. Als Schutzmaßnahmen nennt das Umweltbundesamt unter anderem, schwer zu reinigende Gegenstände wie Textilien abzudecken oder aus dem Bereich zu entfernen, Lebensmittel, Kinderspielzeug und Kleidung vor der Sanierung aus dem Raum zu bringen und möglichst staubarm zu arbeiten. Wer unsicher ist, beauftragt einen Fachbetrieb.
Was du jetzt tun kannst
- Prüfe Außenwände, Fensterlaibungen und Raumecken auf Flecken.
- Achte auf muffigen Geruch, der nach dem Lüften zurückkehrt.
- Dokumentiere Befunde mit Fotos und Datum.
- Informiere die Hausverwaltung und lass größere Befälle fachlich beseitigen.
Früh erkannt, bleibt Schimmel meist klein. Die Grundlagen zur Vorbeugung stehen im Beitrag zu Schimmel bei feuchter Raumluft, und die gesundheitlichen Aspekte im Beitrag zu Gesundheitsrisiken für die Atemwege.
Häufige Fragen
Wo tritt Schimmel in der Wohnung am häufigsten auf?
Typische Stellen sind Fensterlaibungen, Raumecken an kalten Außenwänden und Bereiche hinter Möbeln. Auch Bäder und Küchen sind betroffen, wenn Dampf nicht gut abzieht. Das Umweltbundesamt nennt die Kondensation der Luftfeuchte an kalten Wänden als eine Ursache erhöhter Feuchte.
Ist ein muffiger Geruch ein Zeichen für Schimmel?
Er kann darauf hinweisen, besonders wenn er nach dem Lüften zurückkehrt. Er beweist aber nichts allein. Suche nach Feuchte und Flecken an den Stellen, an denen der Geruch am stärksten ist.
Darf ich Schimmel selbst entfernen?
Am Fenster, im Bad oder unter der Tapete rät das Umweltbundesamt zu Fachleuten. Kleinen, oberflächlichen Befall (zum Beispiel unter 0,5 Quadratmetern) können nach seinen Angaben Personen selbst beseitigen, die nicht allergisch reagieren. Melde den Befund dem Vermieter oder der Hausverwaltung.