Gibt es Suchtberatung speziell für Frauen?
Ja, es gibt Suchtberatung mit gendersensibler Ausrichtung. Im Suchthilfeverzeichnis der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen (DHS) findest du sie über den Filter „Gendersensible Suchtarbeit (Frauen, Männer, Divers)“. Ob eine Stelle speziell für Frauen da ist, klärst du am besten direkt bei der Stelle. Dieser Artikel zeigt, wie du vorgehst und welche Fragen sich lohnen.
Warum das Geschlecht im Gespräch eine Rolle spielen kann
Konsum, Sorgen und Schuldgefühle erleben Menschen unterschiedlich. Manche Frauen sprechen lieber mit einer Fachperson des eigenen Geschlechts. Andere sorgen sich um Familie, Kinder oder Beziehungen, und das Gespräch soll genau dort ansetzen. Wenn dir solche Punkte wichtig sind, sprich sie beim Erstkontakt an. Sag beim Erstkontakt, was dir wichtig ist.
Wie eine Stelle konkret arbeitet, erfährst du durch Nachfragen.
So filterst du im Suchthilfeverzeichnis
Das Suchthilfeverzeichnis der DHS arbeitet mit einem Suchformular. Du kannst nach Postleitzahl oder Ort, Umkreis, Bundesland, Thema, Angebot, Sprache und Zielgruppe („Für Wen“) filtern. Eine Postleitzahl reicht zum Start.
- Öffne das Suchthilfeverzeichnis auf dhs.de.
- Gib Postleitzahl oder Ort und einen passenden Umkreis an.
- Wähle unter „Für Wen“ den Filter „Gendersensible Suchtarbeit (Frauen, Männer, Divers)“.
- Notiere zwei bis drei Stellen und ruf sie an.
Die Einträge beruhen auf Angaben der Einrichtungen selbst. Eine Angabe zur Zielgruppe ist deshalb ein Anhaltspunkt, keine Garantie. Frag am Telefon nach, ob eine Fachperson für Frauen zur Verfügung steht.
Fragen, die du an eine Stelle stellen kannst
Mit gezielten Fragen klärst du schnell, ob eine Stelle zu dir passt. Diese Fragen eignen sich gut:
- Gibt es Beraterinnen, mit denen ich sprechen kann?
- Wird das Thema Familie oder Beziehung im Gespräch berücksichtigt?
- Wie lange dauert es, bis ich einen Termin bekomme?
- Ist das Gespräch vertraulich, und was wird dokumentiert?
Schreib dir die Antworten auf. Wenn eine Stelle deine Fragen nicht beantworten kann, ist das auch eine Information. Dann suchst du weiter.
Frauen mit Kindern im Haushalt
Manche Frauen kommen zur Beratung, weil sie sich um ihre Kinder sorgen oder weil der Konsum den Familienalltag beeinflusst. Im Suchthilfeverzeichnis der DHS gibt es unter „Für Wen“ außerdem den Filter „Betroffene mit Kind“. Der Artikel Wie hilft die Suchtberatung für Eltern? erklärt, wie solche Gespräche ablaufen können.
Wer die eigene Belastung nicht aus dem Blick verlieren möchte, findet im Artikel Wie schütze ich mich als Mutter oder Vater selbst? Hinweise, wie man auf die eigenen Grenzen achtet.
Online-Beratung als Alternative
Online-Angebote können eine Hürde senken, wenn du zunächst anonym sprechen möchtest. Die Online-Beratung von mindzone ist vertraulich, anonym und kostenfrei. Dort findest du Beratung zu Wirkungen, Risiken, Konsumverhalten und Abhängigkeit.
Ob du lieber online oder vor Ort sprichst, hängt von deinem Alltag ab. Der Artikel Online-Beratung oder Beratungsstelle vor Ort: was passt? vergleicht beide Wege.
Schwangerschaft und Cannabis
Wer schwanger ist, einen Kinderwunsch hat oder stillt, sollte das Thema früh mit einer Ärztin oder einem Arzt besprechen. Die DHS rät deshalb: „Wenn du einen Kinderwunsch hast, schwanger bist oder stillst, solltest du auf den Konsum von Cannabis verzichten.“ Wenn du dazu Fragen hast, nimm sie in das Gespräch mit der Beratung oder der Ärztin mit.
Gewalt und Abhängigkeit in der Beziehung
Manche Frauen erleben, dass der Konsum eines Partners oder einer Partnerin das eigene Leben stark beeinflusst. Wenn du dich bedroht oder unsicher fühlst, ist die Beratung ein erster Schritt. Das Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“ ist laut eigener Seite unter 116 016 an 365 Tagen rund um die Uhr erreichbar und berät vertraulich und anonym. Bei akuter Gefahr wählst du den Notruf 112. Der Artikel Wo finden Angehörige Beratung bei Cannabiskonsum? bietet weitere Orientierung für den Umgang mit dieser Situation.
Prävention und frühe Unterstützung
Frühe Gespräche helfen, bevor sich Gewohnheiten festsetzen. Wer merkt, dass Konsum den Alltag, die Arbeit oder die Familie belastet, sollte nicht zu lange warten. Beratungsstellen und Online-Angebote sind dafür da, auch bei geringem Konsum oder bei Zweifeln.
Wenn du dich im Gespräch unsicher fühlst
Beim ersten Gespräch ist Unsicherheit verbreitet. Du darfst um eine Pause bitten, Fragen wiederholen lassen oder das Gespräch beenden, wenn es sich falsch anfühlt. Wenn dir eine Stelle nicht zusagt, kannst du bei einer anderen anfragen.
Frag nach, was als Nächstes passiert, wenn das nicht klar wird.
Was du jetzt tun kannst
- Suche im Suchthilfeverzeichnis mit Postleitzahl und dem Filter Gendersensible Suchtarbeit.
- Ruf zwei bis drei Stellen an und stell die Fragen aus diesem Artikel.
- Prüfe ein Online-Angebot, wenn du zunächst anonym sprechen möchtest.
- Nimm einen Zettel mit deinen Fragen in den ersten Termin.
Für ein erstes Gespräch am Telefon gibt es die Sucht & Drogen Hotline unter 01806 313031; Zeiten und Kosten stehen auf sucht-und-drogen-hotline.de. Bei akuter Gefahr wählst du den Notruf 112.
Häufige Fragen
Gibt es Suchtberatung speziell für Frauen?
Ja, im Suchthilfeverzeichnis der DHS gibt es den Filter „Gendersensible Suchtarbeit (Frauen, Männer, Divers)“. Ob eine Stelle speziell auf Frauen eingestellt ist, klärst du am besten am Telefon. Online-Angebote wie mindzone sind vertraulich, anonym und kostenfrei und bieten einen Einstieg ohne Anfahrt.