Welche Gesundheitsrisiken hat Schimmel für die Atemwege?
Schimmelsporen können bei starker Ausbreitung in Innenräumen Allergien, Asthma, Schleimhautreizungen und grippeartige Beschwerden auslösen. Das Umweltbundesamt beschreibt die Sporen als meist harmlos, solange sie nicht in größerer Menge in der Wohnung vorkommen. Dieser Ratgeber erklärt, wie Schimmel die Atemwege belastet, wer besonders aufmerksam sein sollte und was du vorbeugend tust.
Was Schimmel in der Atemluft bewirkt
Schimmel setzt Sporen frei, die sich in der Raumluft verteilen. Wer diese Sporen einatmet, kann mit Reizungen reagieren. Laut Umweltbundesamt führen die Sporen bei starker Ausbreitung in Innenräumen zu allergischen Reaktionen wie Asthma und Schleimhautreizungen oder zu grippeartigen Symptomen. Die Stärke der Beschwerden hängt von der Menge, der Dauer und der Empfindlichkeit der Person ab.
Typische Beschwerden
Das Umweltbundesamt beschreibt allergische Reaktionen wie beim Heuschnupfen (laufende Nase, Augenreizungen, Niesen), Schleimhautreizungen und grippeartige Symptome. Bei vorhandenem Asthma kann sich die Erkrankung verstärken. Wer solche Beschwerden nur in der Wohnung bemerkt, sollte das ernst nehmen und den Befund prüfen lassen.
- Laufende Nase, Augenreizungen und Niesen wie bei Heuschnupfen
- Schleimhautreizungen
- Verstärkung eines bestehenden Asthmas
- Grippeartige Symptome
Wer besonders aufmerksam sein sollte
Menschen mit Allergien oder Asthma sollten Schimmel besonders ernst nehmen, weil sich nach dem Umweltbundesamt ein vorhandenes Asthma verstärken kann. Wer ohnehin Atemwegsbeschwerden hat, sollte den Umgang mit Schimmel besonders ernst nehmen. Eine Ärztin oder ein Arzt kann einschätzen, wie stark die Belastung im Einzelfall ist.
Ursache finden und beseitigen
Der wichtigste Schutz besteht darin, die Feuchte zu verringern, die Schimmel überhaupt ermöglicht. Das Umweltbundesamt nennt Dauerlüften und Baumängel als häufige Ursachen für die Ausbreitung im Haus. Lüfte deshalb kurz und kräftig und suche nach der Feuchtequelle. Der Beitrag zu Schimmel bei feuchter Raumluft zeigt die Schritte im Detail.
Beseitigung nicht selbst übernehmen
Das Umweltbundesamt rät, Schimmel am Fenster, im Bad oder unter der Tapete besser von Fachleuten beseitigen zu lassen. Kleineren, nur oberflächlichen Befall (zum Beispiel unter 0,5 Quadratmetern) können nach seinen Angaben Personen selbst beseitigen, die nicht allergisch auf Schimmelpilze reagieren, und auch dann gelten Schutzmaßnahmen, die das Umweltbundesamt beschreibt. Bei größeren Flächen kann das Entfernen Sporen aufwirbeln. Ein Fachbetrieb arbeitet mit geeigneter Schutzausrüstung und bekämpft die Ursache. Melde den Befund dem Vermieter oder der Hausverwaltung, denn Schäden an der Bausubstanz liegen in deren Verantwortung.
Vorsorge im Alltag
Vorsorge heißt vor allem Lüften und Messen. Wer die Luftfeuchte beobachtet und Schäden früh meldet, verringert die Sporenbelastung deutlich. Abstand zu kalten Außenwänden lassen und Feuchte nach dem Duschen und Kochen zügig abführen, zählt ebenfalls. Diese Schritte kosten wenig Zeit und wirken dauerhaft.
Wann du zur Ärztin oder zum Arzt gehst
Wenn Atembeschwerden häufig auftreten, länger andauern oder sich in der Wohnung verstärken, lass dich untersuchen. Die Ärztin oder der Arzt kann Allergien testen und die Atemwege prüfen. Wichtig ist, die Wohnung als möglichen Auslöser zu erwähnen, denn das hilft bei der Diagnose. Verschreibungspflichtige Mittel gehören nur in ärztliche Hand, und eine Selbstbehandlung ersetzt keine Diagnose.
Wenn Kinder betroffen sind
Bei wiederkehrenden Husten- oder Atemproblemen beim Kind sprichst du mit der Kinderärztin oder dem Kinderarzt. Achte auf Feuchte in den Räumen, in denen das Kind schläft und spielt, und melde Auffälligkeiten dem Vermieter.
Auslöser im Alltag erkennen
Nicht jeder Atemreiz kommt von Schimmel. Pollen, Staub, Tierhaare und Reinigungsmittel können ähnliche Beschwerden auslösen. Deshalb hilft es, die Beschwerden zu beobachten: Treten sie vor allem in der Wohnung auf, gewinnt der Verdacht auf Feuchte und Schimmel an Gewicht. Bessern sie sich außerhalb der Wohnung, kann das ein Hinweis sein. Die Einordnung trifft eine Ärztin oder ein Arzt. Notiere Zeiten, Räume und Symptome, damit du sie einer Ärztin oder einem Arzt zeigen kannst.
Auch Lüftungsgewohnheiten spielen eine Rolle. Das Umweltbundesamt nennt Dauerlüften als häufige Ursache für die Ausbreitung von Schimmel im Haus. Als Sofortmaßnahme bei hoher Wandfeuchte empfiehlt es kurzes Stoßlüften mehrmals täglich.
Wenn Kinder oder Vorerkrankungen betroffen sind
Bei Kindern, älteren Menschen und Personen mit bestehenden Erkrankungen der Atemwege sollte man Warnzeichen besonders ernst nehmen. Eine Ärztin oder ein Arzt entscheidet, welche Untersuchungen sinnvoll sind. Es hilft, die Wohnung als möglichen Auslöser zu benennen, damit die Diagnose die Umgebung berücksichtigt. Notiere, wann sich Beschwerden bessern oder verschlechtern, und zeige die Notizen der Ärztin oder dem Arzt.
Was das Umweltbundesamt zur Gefahr sagt
Das Umweltbundesamt schreibt, dass von Schimmelpilzen eine Gesundheitsgefahr ausgehen kann, wenn die Sporen in großer Zahl eingeatmet werden. Grundsätzlich können alle Schimmelpilze allergische Reaktionen auslösen. Wer in einer feuchten, schimmligen Wohnung lebt, hat nach seinen Angaben außerdem ein erhöhtes Risiko für Atemwegserkrankungen und Atemwegsinfektionen sowie für eine Verstärkung eines vorhandenen Asthmas. Die Sporen selbst sind überall in der Umwelt vorhanden und wachsen nur in feuchter Umgebung. Auf die Feuchte kommt es daher an.
Was du jetzt tun kannst
- Lüfte kurz und kräftig und messe die Luftfeuchte.
- Suche nach Feuchteflecken und melde sie dem Vermieter oder der Hausverwaltung.
- Lass größere Befälle von Fachleuten beseitigen.
- Sprich bei anhaltenden Atembeschwerden mit einer Ärztin oder einem Arzt.
Die Gesundheit der Atemwege hängt eng mit der Feuchte in der Wohnung zusammen. Den Umgang mit Schimmel im Alltag beschreibt der Beitrag zu Schimmel in der Wohnung erkennen. Für den allgemeinen Gesundheitsschutz im Eigenanbau findest du weitere Hinweise im Artikel zu Gesundheitsschutz beim Eigenanbau.
Häufige Fragen
Welche Beschwerden kann Schimmel auslösen?
Laut Umweltbundesamt können Schimmelsporen bei starker Ausbreitung in Innenräumen allergische Reaktionen wie Asthma und Schleimhautreizungen oder grippeartige Symptome auslösen. Die Stärke hängt von Menge, Dauer und Empfindlichkeit ab.
Sind Schimmelsporen gefährlich?
Das Umweltbundesamt beschreibt die Sporen als meist harmlos. Problematisch wird es bei starker Ausbreitung in Innenräumen. Wer Atembeschwerden hat, sollte sie ärztlich abklären lassen.
Wann soll ich eine Ärztin oder einen Arzt aufsuchen?
Wenn Atembeschwerden häufig auftreten, länger anhalten oder sich in der Wohnung verstärken, lass dich ärztlich untersuchen. Erwähne die Wohnung als möglichen Auslöser, denn das kann bei der Diagnose helfen.