Welche Hitzequellen sind im Anbauraum gefährlich?
Die gefährlichsten Hitzequellen in einem Raum mit Technik sind Geräte, die sich bei Gebrauch deutlich erwärmen, Geräte mit hoher Leistungsaufnahme und überlastete Kabel. Die Berufsgenossenschaft Nahrung und Gastgewerbe (BGN) nennt als am gefährlichsten die Geräte, die sich bei Gebrauch deutlich erwärmen, ob durch gewollte Nutzwärme oder durch ungewollte Wärmeentwicklung bei Defekt oder Überlastung. Wie viel Abstand ein Gerät braucht, steht in den Herstellerangaben. Dieser Ratgeber bleibt allgemein und verweist bei Einbauten an eine Elektrofachkraft.
Warum Wärme ein Brandrisiko ist
Wärme entsteht in jedem Gerät, das Strom in Heizleistung umsetzt. Solange sie abfließt, ist alles in Ordnung. Problematisch wird es, wenn sie sich staut, weil ein Gerät zugedeckt ist, zu eng steht oder schlecht belüftet wird. Für einen Brand müssen nach den Erläuterungen der BGN ein brennbarer Stoff, Sauerstoff und eine ausreichende Zündenergie zusammentreffen. Zu den brennbaren Feststoffen zählt sie unter anderem Holz, Fette, Kunststoffe und Kartonage. Ein aufgeräumter Raum nimmt dem Feuer den Brennstoff.
Heizgeräte und Geräte mit hoher Leistung
Die Herstellerangaben nennen für Heizgeräte in der Regel Mindestabstände zu leicht entzündlichen Gegenständen wie Möbeln, Vorhängen und Papier. Halte diese Angaben ein und decke Geräte im Betrieb nicht ab. Nach der BGN sollen Lüftungsschlitze stets freigehalten werden. Elektroherd, Grill und Bügeleisen sollen im eingeschalteten Zustand unter Beobachtung bleiben. Thermostate, die überhitzte Geräte automatisch abschalten, bieten laut BGN häufig keinen ausreichenden Schutz.
- Mindestabstand nach Herstellerangabe zu Möbeln, Vorhängen und Papier einhalten
- Lüftungsschlitze freihalten und Geräte im Betrieb nicht abdecken
- Nicht auf Thermostate allein verlassen
Kabel unter Last
Kabel werden warm, sobald sie viel Strom führen. Die BGN weist darauf hin, dass die auf Steckern und Leitungen vermerkte Maximalbelastung immer einzuhalten ist, sonst droht Überhitzung. Eine Hitzequelle entsteht also oft in der Leitung, die das Gerät versorgt. Prüfe Kabel regelmäßig auf warme Stellen und Verfärbungen. Verlängerungen und Leisten nutzt du nur im Rahmen ihrer Belastungsangabe.
Einbaustrahler und Decken
Einbaustrahler in Decken sind eine besondere Gefahr, weil man ihre Wärme kaum sieht. Die erforderlichen Abstände zu Dämmung, Holz und Unterkonstruktion hängen vom Gerät und vom Bauteil ab. Verlässlich sind die Herstellerunterlagen und die Einschätzung eines Fachbetriebs. Zahlenwerte aus Foren sind keine geeignete Grundlage. Lass vor dem Einbau von einer Elektrofachkraft klären, ob der Deckenaufbau geeignet ist.
Brennbare Materialien im Raum
Brennbares Material wie Papier, Kartons, Stoffe, Holz und Kunststoffe gehört nicht in die Nähe von Geräten und Kabeln. Die BGN zählt Kartonagen und Kunststoffe ausdrücklich zu den brennbaren Feststoffen. Lagere sie mit Abstand und räume den Raum regelmäßig auf. Das verringert die Brandlast, also die Menge an Material, die im Ernstfall brennen kann.
Wasser und Pflanzen
Wasser und elektrische Bauteile vertragen sich nach der BGN nicht. Pflanzen und Blumen haben auf Elektrogeräten nichts zu suchen, weil auslaufendes Wasser einen Kurzschluss auslösen kann. Gieße so, dass nichts auf Geräte, Stecker oder Leisten tropfen kann.
Stecker, Dosen und Verbindungen
Wärme entsteht auch an Verbindungen, die schlecht sitzen. Ein lockerer Stecker, eine abgenutzte Steckdose oder ein geknicktes Kabel erwärmt sich schneller als der Rest der Leitung. Solche Stellen erkennst du an Verfärbungen oder einem leichten Geruch. Schalte den Stromkreis ab und lass die Stelle von einer Elektrofachkraft prüfen. Beschädigte Kabel sollen nach der BGN sofort ersetzt und nicht mit Isolierband repariert werden.
Wann ein Fachbetrieb hinzukommt
Sobald du fest installierte Geräte planst, Deckeneinbauten erwägst oder Wärme an Kabeln bemerkst, holst du eine Elektrofachkraft. Sie prüft Leitungen, Absicherung und Abstände. Reparaturen und Veränderungen an Geräten und Anlagen sind nach der BGN ausschließlich vom Fachmann auszuführen.
Wie häufig Überhitzung der Auslöser ist
Nach den Brandursachenstatistiken, die die BGN auswertet, ist Elektrizität die Ursache für jeden dritten Brand und Überhitzung für jeden zehnten. Die BGN nennt als Auslöser unter anderem einen Lichtbogenkurzschluss, einen Kontaktfehler, zu hohe Nutzwärme und ein Versagen von Steuerungs- oder Regeleinrichtungen. Das zeigt, dass Hitze auch an Defekten in Geräten entstehen kann, die nur wenig Leistung aufnehmen.
Wenn es zu einem Entstehungsbrand kommt
Die BGN empfiehlt für den Ernstfall: Ruhe bewahren, anwesende Personen alarmieren, die Feuerwehr alarmieren und einen Entstehungsbrand nur ohne Eigengefährdung löschen. Bei Eigengefährdung oder Brandausbreitung ist zu flüchten, denn die Rettung von Menschenleben geht vor der Brandbekämpfung. Welche Schritte im Wohnhaus gelten, beschreibt der Beitrag zum richtigen Verhalten bei einem Brand.
Was du jetzt tun kannst
- Lies die Herstellerangaben aller Heizgeräte und Strahler im Raum.
- Halte Abstände zu brennbaren Materialien ein und räume auf.
- Prüfe Kabel und Stecker auf Wärme und Verfärbung.
- Lass fest installierte Wärmequellen von einer Elektrofachkraft prüfen.
Die Grundlagen zum Brandschutz stehen im Beitrag zu Brandschutz beim Eigenanbau. Bei Überlastung der Stromkreise hilft der Beitrag zur Vermeidung von Überlastung.
Häufige Fragen
Welche Abstände gelten für Heizgeräte?
Die Herstellerangaben gelten. Sie nennen in der Regel einen Mindestabstand zu leicht entzündlichen Gegenständen wie Möbeln, Vorhängen und Papier. Geräte dürfen im Betrieb nicht abgedeckt werden. Bei Unsicherheit hilft ein Fachbetrieb.
Sind Einbaustrahler in der Decke ungefährlich?
Nein, auch sie erzeugen Wärme, deren Stau gefährlich sein kann. Die Abstände richten sich nach dem Gerät und dem Deckenaufbau. Lass vor dem Einbau eine Elektrofachkraft die Lage prüfen und richte dich nach den Herstellerunterlagen.
Reicht ein Thermostat als Schutz vor Überhitzung?
Nach den Hinweisen der BGN bieten Thermostate, die überhitzte Geräte automatisch abschalten, häufig keinen ausreichenden Schutz. Geräte mit starker Wärmeentwicklung sollen im Betrieb unter Beobachtung bleiben.