Wann sollte ein Elektrofachbetrieb die Anlage prüfen?
Eine Elektrofachkraft sollte die Anlage prüfen, wenn Warnzeichen auftreten, wenn sich die Nutzung eines Raumes ändert oder wenn Geräte und Leitungen dauerhaft stärker belastet werden. Die Berufsgenossenschaft Nahrung und Gastgewerbe (BGN) weist in ihren Hinweisen darauf hin, dass in regelmäßigen Abständen Prüfungen durch eine Elektrofachkraft erforderlich sind. Dieser Ratgeber ordnet die Anlässe ein und beschreibt, worauf du bei der Auswahl eines Betriebs achtest. Den Prüfumfang für deine Wohnung legt die Fachkraft fest.
Regelmäßige Prüfung als Grundlage
Die BGN schreibt: Um den sicheren Betrieb zu gewährleisten, sind in regelmäßigen Abständen Prüfungen durch eine Elektrofachkraft erforderlich. Die Prüfintervalle richten sich nach der Art des Betriebsmittels und der Art des Einsatzes. Manche Geräte müssen in Intervallen von wenigen Monaten geprüft werden, manche Anlagen nur im Abstand von einigen Jahren. Die Prüffristen können der DGUV Vorschrift 3 entnommen oder zusammen mit einer Elektrofachkraft ermittelt werden. Diese Hinweise gelten für Betriebe. Eine feste Prüffrist für die private Wohnung nennt die Quelle nicht. Die Fachkraft sagt dir, wann eine Prüfung bei dir sinnvoll ist.
Anlässe für eine Prüfung
Neben der regelmäßigen Prüfung gibt es Anlässe, bei denen du nicht abwarten solltest. Dazu gehören der Einzug in eine Wohnung mit älterer Elektrik, die Erweiterung um viele Geräte, ein Umbau oder eine Änderung der Nutzung eines Raumes. Auch nach einem Schaden an einer Leitung oder nach einem Wasserschaden in der Nähe von Anschlüssen lohnt sich die Prüfung. Das sind Empfehlungen aus der Praxis und keine gesetzlichen Fristen.
- Neue oder zusätzliche Verbraucher in einem Raum
- Umbau, Erweiterung oder neue Verteilung der Stromkreise
- Schäden an Leitungen oder ein Wasserschaden in der Nähe von Anschlüssen
Warnzeichen erkennen
Warnzeichen sind eine warme Steckdose oder ein warmer Stecker, Verfärbungen an Dose und Stecker, Brandgeruch, flackerndes Licht und eine Sicherung, die immer wieder auslöst. Schalte in diesem Fall die betroffenen Geräte ab und hole eine Elektrofachkraft. Nach der BGN ist Elektrizität nach den ausgewerteten Brandursachenstatistiken die Ursache für jeden dritten Brand. Defekte an Kleingeräten und überlastete Mehrfachsteckdosen gehören zu den genannten Auslösern.
Wer prüft und repariert
Nach den BGN-Hinweisen sind Reparaturen und Veränderungen an Geräten und Anlagen ausschließlich vom Fachmann auszuführen. Von Geräten und Anlagen gehen neben der Brandgefahr weitere schwerwiegende Gefahren aus, etwa die Körperdurchströmung. Die Betreibenden haben nach der BGN die Pflicht, die Sicherheit elektrischer Anlagen zu gewährleisten. Die Prüfung der festen Installation übernimmt eine Elektrofachkraft. Frage beim Betrieb nach der Qualifikation der Person, die zu dir kommt.
Einen passenden Betrieb finden
Lass dir das Angebot schriftlich geben, mit Angabe, welche Prüfungen und Messungen enthalten sind. Frage, ob der Betrieb Erfahrung mit Wohnungsanlagen hat und ob eine Betriebshaftpflichtversicherung besteht. Ein seriöser Betrieb erklärt, was er prüft und welche Ergebnisse du bekommst. Vergleiche mehrere Angebote, bevor du dich entscheidest.
Die Prüfung dokumentieren
Bewahre das Prüfprotokoll gut auf. Es zeigt, welche Stromkreise geprüft wurden, welche Mängel gefunden wurden und ob sie behoben sind. Bei einem Wechsel des Vermieters oder bei der Übergabe der Wohnung ist das Dokument hilfreich. Informiere Vermieter oder Hausverwaltung über die Ergebnisse, wenn die Anlage das Gebäude betrifft.
Zuständigkeiten im Mietverhältnis
Die feste Installation im Gebäude gehört in der Regel zur Verantwortung des Eigentümers oder Vermieters. Kläre deshalb schriftlich, wer die Prüfung beauftragt und wer die Kosten für Mängel trägt. Wer die Prüfung bezahlt, hängt vom Mietvertrag und davon ab, ob der Mangel in der Wohnung oder im Gebäude liegt. Der Mieterverein hilft dir, die Vertragsregeln zu verstehen.
Ablauf einer Prüfung
Eine Prüfung beginnt mit einem Gespräch über die Nutzung des Raums und bekannte Probleme. Danach sieht die Elektrofachkraft die Verteilung an, prüft Schutzeinrichtungen und misst die Stromkreise. Am Ende steht ein Bericht mit Mängeln und Empfehlungen. Lass dir den Ablauf vorab erklären und bitte um eine verständliche Erläuterung einzelner Punkte.
Was du jetzt tun kannst
- Prüfe, ob in den letzten Jahren eine Prüfung der Elektrik stattgefunden hat.
- Notiere Warnzeichen mit Datum und Ort.
- Hole mindestens zwei schriftliche Angebote von Elektrofachbetrieben ein.
- Bewahre das Prüfprotokoll zusammen mit den Unterlagen zur Wohnung auf.
Die Grundlagen zur Brandvorbeugung stehen im Beitrag zu Brandschutz beim Eigenanbau, und zu einzelnen Anschlüssen im Beitrag zu Verlängerungskabel und Mehrfachsteckdosen.
Häufige Fragen
Wie oft sollte die Elektrik geprüft werden?
Die BGN hält für Betriebe regelmäßige Prüfungen durch eine Elektrofachkraft für erforderlich und verweist für die Fristen auf die DGUV Vorschrift 3 oder die Ermittlung mit einer Fachkraft. Eine feste Frist für die private Wohnung nennt sie nicht. Eine Prüfung ist außerdem bei Warnzeichen oder veränderter Nutzung sinnvoll.
Wann muss ich sofort eine Fachkraft holen?
Bei warmen Steckdosen, Verfärbungen, Brandgeruch, flackerndem Licht oder häufig auslösenden Sicherungen. Schalte vorher die betroffenen Geräte ab.
Worauf achte ich bei der Auswahl des Betriebs?
Frage nach der Qualifikation der Elektrofachkraft, nach Erfahrung mit Wohnungsanlagen und nach einer Haftpflichtversicherung. Lass dir das Angebot schriftlich geben, mit Angabe der enthaltenen Prüfungen.