Wie vermeidet man die Überlastung von Stromkreisen?
Eine Überlastung vermeidest du, indem du die Gesamtleistung der Verbraucher im Blick behältst, Mehrfachsteckdosen nicht hintereinanderschaltest und Warnzeichen früh ernst nimmst. Ein durch zu viele Verbraucher überlasteter Stromkreis, insbesondere an Mehrfachsteckdosen, gilt nach den Angaben der Berufsgenossenschaft Nahrung und Gastgewerbe (BGN) als mögliche Brandursache. Dieser Ratgeber bleibt allgemein. Für deine Anlage entscheidet eine Elektrofachkraft.
Was bei einer Überlastung passiert
Ein Stromkreis ist für eine bestimmte Gesamtleistung ausgelegt. Hängen zu viele Verbraucher daran, steigt die Stromstärke, und Leitungen, Steckdosen und Verteiler erwärmen sich. Es zählt die Summe der Leistung und nicht allein die Zahl der Geräte. Die Folge können eine auslösende Sicherung oder eine unbemerkte Erwärmung an schlechten Kontakten sein.
Mehrfachsteckdosen richtig nutzen
Die BGN schreibt in ihren Hinweisen: Die falsche Verwendung von Mehrfachsteckdosen ist eine häufige Brandursache. Bei kleineren elektronischen Geräten wie Fernseher oder Laptop können sie normalerweise gefahrlos benutzt werden. Mehrere größere Verbraucher wie Waschmaschine, Herd oder Spülmaschine dürfen niemals gleichzeitig angeschlossen werden. Das Hintereinanderschalten mehrerer Mehrfachsteckdosen ist unzulässig. Stark verschmutzte oder verstaubte Mehrfachsteckdosen sind zu reinigen oder zu ersetzen.
- Mehrfachsteckdosen nicht hintereinanderschalten
- Die auf Stecker und Leitung vermerkte Maximalbelastung einhalten
- Geräte mit hoher Leistungsaufnahme nicht gemeinsam an eine Leiste hängen
Die Maximalbelastung ablesen
Nach der BGN ist auf dem Gehäuse von Steckern und auf Leitungen die Maximalbelastung vermerkt. Diese Vorgaben sind immer einzuhalten, sonst droht eine Überhitzung. Das Typenschild jedes Geräts nennt die Leistungsaufnahme. Addiere die Werte der Geräte, die gleichzeitig an einem Stromkreis laufen, und vergleiche die Summe mit den Angaben zur Absicherung. Wie viel dein Stromkreis verträgt, sagt dir die Elektrofachkraft, denn es hängt von Sicherung und Leitung ab.
Warnzeichen erkennen
Zu den Warnzeichen zählen eine warme Steckdose oder ein warmer Stecker, Verfärbungen an Dose und Stecker, ein Brandgeruch, flackerndes Licht und eine Sicherung, die häufig auslöst. Schalte in diesem Fall die betroffenen Geräte ab und hole eine Elektrofachkraft. Fasse dabei keine heißen Teile an.
Kabel und Verbindungen prüfen
Beschädigte Kabel sollen nach der BGN sofort ersetzt und nicht mit Isolierband repariert werden. Beschädigte Geräte sind sofort aus dem Verkehr zu ziehen. Eine Kabeltrommel darf nur mit abgerolltem Kabel betrieben werden. Beim Gerätekauf lohnt der Blick auf das CE-Zeichen. Geräte mit gültigem Prüfzeichen wie VDE, TÜV oder GS erhöhen nach der BGN die Wahrscheinlichkeit, ein sicheres Produkt zu betreiben.
Sicherungen nicht verändern
Eine Sicherung ist auf die Leitung abgestimmt, die sie schützt. Wenn eine Sicherung auslöst, ist das ein Hinweis auf ein Problem. Eine stärkere Sicherung einzusetzen ist gefährlich, weil die Leitung dann nicht mehr geschützt ist. Lass die Ursache von einer Elektrofachkraft klären. Reparaturen und Veränderungen an Geräten und Anlagen sind nach der BGN ausschließlich vom Fachmann auszuführen.
Die Elektrik dauerhaft entlasten
Wenn ein Raum mit mehreren Geräten dauerhaft genutzt wird, lohnt sich eine Planung durch eine Elektrofachkraft. Sie prüft, ob die vorhandene Absicherung zur Gesamtlast passt, und schlägt bei Bedarf eine neue Verteilung vor. Die BGN verweist darauf, dass in regelmäßigen Abständen Prüfungen durch eine Elektrofachkraft erforderlich sind. Die Prüffristen können nach ihren Angaben der DGUV Vorschrift 3 entnommen oder mit einer Elektrofachkraft ermittelt werden. Die BGN-Hinweise richten sich an Betriebe. Für deine Wohnung klärst du den Prüfbedarf mit der Fachkraft.
Zuständigkeiten im Mietverhältnis
Bei Fragen zur festen Installation wendest du dich an die Hausverwaltung oder den Vermieter, denn Änderungen an der Elektrik betreffen das Gebäude. Kläre schriftlich, wer die Prüfung beauftragt und wer Mängel behebt.
Kleingeräte nicht unterschätzen
Die BGN führt aus, dass bei der Auswertung von Brandereignissen die Ursache häufig im Defekt eines Kleingeräts wie eines Wasserkochers oder einer Kaffeemaschine liegt. Nach den Brandursachenstatistiken, die sie auswertet, ist Elektrizität die Ursache für jeden dritten Brand. Geräte, die sich bei Gebrauch deutlich erwärmen, sind am gefährlichsten, ob durch gewollte Nutzwärme oder durch Defekt und Überlastung. Lüftungsschlitze von Geräten sollen stets freigehalten werden.
Wasser und Pflanzen von der Elektrik fernhalten
Wasser und elektrische Bauteile vertragen sich nach der BGN nicht. Pflanzen und Blumen haben auf Elektrogeräten nichts zu suchen, denn auslaufendes Wasser kann einen Kurzschluss auslösen. Das gilt auch für Steckdosenleisten am Boden: Gieß- und Kondenswasser gehört nicht in ihre Nähe.
Was du jetzt tun kannst
- Verteile die Verbraucher auf mehrere Steckdosen und Stromkreise.
- Entferne hintereinandergeschaltete Mehrfachsteckdosen.
- Ersetze beschädigte Kabel und Stecker sofort.
- Lass bei Warnzeichen eine Elektrofachkraft prüfen.
Die Grundlagen zum Brandschutz finden sich im Beitrag zu Brandschutzgrundlagen beim Eigenanbau, und zu Verlängerungen im Beitrag zu Verlängerungskabel und Mehrfachsteckdosen.
Häufige Fragen
Woran erkenne ich eine Überlastung?
Warnzeichen sind eine warme Steckdose oder ein warmer Stecker, Verfärbungen, Brandgeruch, flackerndes Licht und eine Sicherung, die häufig auslöst. Schalte die betroffenen Geräte ab und lass die Anlage von einer Elektrofachkraft prüfen.
Darf ich Mehrfachsteckdosen hintereinanderschalten?
Nein, das ist nach den Angaben der Berufsgenossenschaft Nahrung und Gastgewerbe unzulässig. Die BGN nennt die falsche Verwendung von Mehrfachsteckdosen eine häufige Brandursache.
Was ist bei beschädigten Kabeln zu tun?
Beschädigte Kabel sollen nach der BGN sofort ersetzt und nicht mit Isolierband repariert werden. Beschädigte Geräte gehören aus dem Verkehr. Reparaturen an Anlagen übernimmt eine Fachkraft.