Was passiert nach dem Ende eines Anbauzyklus?
Nach dem Ende eines Anbauzyklus schließt du die Ernte ab, räumst den Anbauraum auf, prüfst Menge und Lagerung und planst die Pause. Erst dann ist ein Neustart sinnvoll. Wer den Abschluss überspringt, nimmt Schimmel, Staub und ungeklärte Mengen mit in den nächsten Zyklus. Dieser Artikel beschreibt die Abschlussschritte aus Sicht von Sicherheit, Ordnung und Rechtsrahmen.
Warum der Abschluss wichtig ist
Am Ende eines Zyklus liegen oft Reste, Behälter, Erde und Werkzeug herum. Feuchte Stellen können schimmeln, und das Umweltbundesamt (UBA) nennt zu viel Feuchtigkeit als Grund für Schimmel. Ein sauberer Abschluss verhindert, dass Sporen oder Staub in der Wohnung bleiben. Außerdem hast du dann einen klaren Überblick über das, was noch vorhanden ist.
Schritt 1: Ernte und Lagerung abschließen
Stelle sicher, dass die Trocknung abgeschlossen ist, bevor du die Ernte einlagerst. Ob das Material trocken ist, prüfst du an Gefühl, Geruch und Kondenswasser. Lagerst du die Ernte ein, achtest du auf dichte Behälter und einen Ort, der nicht frei zugänglich ist. Die Anforderungen an die Sicherung ergeben sich aus § 10 KCanG, der verlangt, Cannabis und Vermehrungsmaterial am Wohnsitz durch geeignete Maßnahmen zu sichern.
Schritt 2: Besitzmengen prüfen
Nach § 3 Abs. 1 KCanG ist der Besitz von bis zu 25 Gramm Cannabis für Personen ab 18 Jahren zum Eigenkonsum erlaubt. Am Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt sind nach § 3 Abs. 2 KCanG bis zu 50 Gramm erlaubt, bei Blüten, blütennahen Blättern und sonstigem Pflanzenmaterial bezogen auf das Gewicht nach dem Trocknen. Zusammen dürfen höchstens 50 Gramm besessen werden. Wer insgesamt mehr als 50 und bis zu 60 Gramm besitzt, handelt ordnungswidrig (§ 36 Abs. 1 Nr. 1 Buchst. b KCanG), bei mehr als 60 Gramm droht Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe (§ 34 Abs. 1 Nr. 1 Buchst. b KCanG). Wie die Ernte in die Besitzmenge eingerechnet wird, erklärt der Artikel zur Frage, ob die Ernte zur Besitzmenge zählt. Notiere nach dem Abschluss Datum, Menge und Lagerort, damit du die Übersicht behältst.
Schritt 3: Raum aufräumen und lüften
- Pflanzenreste verschlossen entsorgen, siehe zur Entsorgung von Pflanzenresten.
- Werkzeuge reinigen und vollständig trocknen lassen.
- Ablagen und Böden feucht abwischen, nicht trocken fegen.
- Raum gründlich lüften, Stoßlüften mehrmals täglich bei hoher Feuchte.
Danach misst du die Luftfeuchte mit einem Hygrometer. Das UBA empfiehlt für Wohnräume, dass die relative Luftfeuchte auf Dauer nicht mehr als 65 bis 70 Prozent anzeigen sollte. Liegt der Wert darüber, lüftest du weiter, bis der Raum im unkritischen Bereich liegt.
Schritt 4: die Pause planen
Eine Pause zwischen zwei Zyklen ist normal. Nutze sie, um den Raum zu prüfen, Schäden zu melden und die Ausrüstung zu sortieren. Wenn Feuchte in den Wänden auftritt, informierst du den Vermieter. Die Verbraucherzentrale empfiehlt, die Meldung schriftlich zu machen. Die Pause ist auch ein guter Moment, die Sicherung zu überprüfen, damit Schlüssel, Codes und Zugang klar geregelt sind.
Schritt 5: den Neustart vorbereiten
Beim nächsten Zyklus gilt wieder die Obergrenze von drei Pflanzen gleichzeitig, wie § 9 Abs. 1 KCanG es festlegt. Wer mit neuen Stecklingen startet, prüft vorher, wie sie gezählt werden. Mehr als drei Pflanzen gleichzeitig anzubauen, ist nach § 34 Abs. 1 Nr. 2 Buchst. a KCanG strafbar. Der Artikel zur Pflanzenzahl bei Stecklingen hilft dir dabei. Plane außerdem Zeit, Raum und Vertretung, damit der nächste Zyklus nicht unter Druck startet.
Typische Fehler am Zyklusende
Häufig bleibt die letzte Ernte liegen, weil die Kontrolle zu lange ausbleibt. Ebenso riskant ist es, die Ausrüstung feucht einzulagern oder den Raum nicht zu lüften. Ein weiterer Fehler ist, die Besitzmengen nicht zu prüfen und den Überblick zu verlieren. Wer den Abschluss in feste Schritte gliedert, vermeidet diese Probleme.
Wann du Hilfe holst
Bei Fragen zur Mietwohnung oder zu Schäden hilft der Mieterverein. Für Fragen zur Gesundheit beim Umgang mit Schimmel sprichst du mit einer Ärztin oder einem Arzt. Die Schutzregeln für den Eigenanbau fasst der Artikel zum Gesundheitsschutz zusammen. Bei Einzelfällen zu Gesetz und Besitz lies den Gesetzestext selbst oder frag eine Beratungsstelle.
Die Ernte im Überblick festhalten
Bevor du den Zyklus abschließt, fasst du alles in einer Übersicht zusammen. Notiere die Zahl der Pflanzen, die Erntemengen, das Datum des Trocknungsendes und die Lagerorte. Diese Übersicht zeigt dir, wie viel Material noch vorhanden ist und ob du die Besitzgrenzen einhältst. Sie ist außerdem eine gute Grundlage für die Planung des nächsten Zyklus, weil du siehst, was gut funktioniert hat.
Die Besitzgrenzen im Blick behalten
Die Besitzgrenzen nach § 3 KCanG (25 Gramm, am Wohnsitz insgesamt höchstens 50 Gramm nach dem Trocknen) beziehen sich allein auf den Besitz. Ergibt die Ernte eine Menge darüber, ziehst du die Folgen aus § 34 und § 36 KCanG in Betracht. Der Gesetzestext auf gesetze-im-internet.de ist die verlässliche Grundlage. Bei Einzelfällen kann eine Fachanwältin oder ein Fachanwalt die Lage einordnen.
Sicherung in der Pause
Auch zwischen zwei Zyklen bleibt Material im Haus: getrocknete Ernte, Reste und möglicherweise Vermehrungsmaterial. § 10 KCanG verlangt, beides am Wohnsitz durch geeignete Maßnahmen vor dem Zugriff Dritter zu schützen. Ein Verstoß ist nach § 36 Abs. 1 Nr. 6 KCanG eine Ordnungswidrigkeit. Prüfe in der Pause Schloss, Schlüsselverwaltung und Behälter und bespreche mit allen im Haushalt, wer Zugang hat.
Mit der Pause Ordnung schaffen
Die Pause zwischen zwei Zyklen eignet sich für die Pflege der Ausrüstung. Prüfe Schläuche, Behälter und Werkzeuge auf Schäden, reinige sie gründlich und lagere sie trocken. Feuchte Gegenstände, die verschlossen eingelagert werden, sind ein häufiger Grund für Schimmel. Lass sie deshalb vollständig trocknen, bevor du sie wegräumst.
Der Raum nach dem Zyklus
Nach dem Abschluss kontrollierst du den Raum auf Feuchteschäden, Schimmel an Wänden und Fensteranschlüssen und Staub in den Ecken. Zeigt sich Schimmel an Wänden, informierst du den Vermieter, denn die Verbraucherzentrale empfiehlt die Meldung schriftlich. Bei größeren Flächen holst du Fachleute dazu, wie die Verbraucherzentrale es ab einem halben Quadratmeter empfiehlt. Die Pause ist der richtige Zeitpunkt, um Schäden zu klären, bevor der nächste Zyklus beginnt.
Neustart mit klaren Regeln
Vor dem Neustart legst du die Regeln fest: wie viele Pflanzen du gleichzeitig hältst, wer Zugang zum Raum hat, wie die Ernte lagert und wann du die Entsorgung erledigst. Die Pflanzenzahl ist gesetzlich auf höchstens drei gleichzeitig begrenzt. Schreibe die Regeln auf, damit alle Beteiligten sie kennen.
Typische Probleme nach einem Zyklus
Oft wird der Abschluss vergessen, weil die Pause als Erholung gilt. Dadurch bleibt Material unkontrolliert liegen, Schimmel entsteht, und beim Neustart ist die Ausgangslage schlechter. Ein weiteres Problem ist das Vergessen von Besitzgrenzen, wenn mehrere Ernten zusammenkommen. Mit einer festen Checkliste vermeidest du beides.
Häufige Fragen
Was muss man nach dem Ende eines Anbauzyklus beachten?
Schließe die Ernte ab, lagere sie sicher und prüfe die Besitzmenge. Entsorge Reste verschlossen, reinige Werkzeuge und lüfte den Raum gründlich. Achte in der Pause auf die Luftfeuchte. Beim Neustart gilt die Obergrenze von drei Cannabispflanzen gleichzeitig nach § 9 Abs. 1 KCanG.