Wie viele Jugendliche konsumieren Cannabis?
Wie viele Jugendliche Cannabis konsumieren, zeigen Befragungen. Eine feste Prozentzahl nennen wir nicht, denn die Werte hängen von Befragung, Jahr und Altersgruppe ab. Belegt ist die Richtung: Der Forschungsverbund EKOCAN schreibt in seiner Pressemitteilung zum ersten Zwischenbericht (September 2025), der sinkende Trend im Anteil der Jugendlichen, die Cannabis konsumieren, setze sich auch nach der Teillegalisierung fort. Etwa ein Zehntel der jugendlichen Konsumierenden konsumiere täglich oder fast täglich. Das erhöhe die Wahrscheinlichkeit für teilweise schwerwiegende Gesundheitsprobleme deutlich.
Was EKOCAN außerdem festhält
Im zweiten Zwischenbericht (April 2026) sehen die Forschenden, dass Jugendliche, die Cannabis konsumieren, Frühinterventions- und Beratungsangebote deutlich seltener in Anspruch nehmen als vor der Reform. Als Gründe nennen sie, dass die Justiz nicht mehr regelhaft zuweist und die Zusammenarbeit der Beteiligten wegen unklarer Zuständigkeiten komplizierter geworden ist. Zugleich beschreiben sie bei Jugendlichen ein ausgeprägtes Risikobewusstsein für die Gesundheitsgefahren. Beide Aussagen sind Zwischenstände.
Wie Befragungen Altersgruppen trennen
Aussagekräftige Erhebungen unterscheiden mehrere Altersgruppen, etwa Personen unter 18 Jahren und junge Erwachsene. Das KCanG definiert in § 1 Jugendliche (14 bis unter 18 Jahre) und Heranwachsende (18 bis unter 21 Jahre). Achte beim Vergleich darauf, ob dieselbe Altersspanne verglichen wird. Mehr dazu im Artikel Konsumzahlen nach Altersgruppen.
Was das Gehirn in der Jugend betrifft
Das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) betont, dass sich das junge Gehirn in einer wichtigen Entwicklungsphase befindet. Im schlimmsten Fall sei der Schul- oder Berufsabschluss gefährdet, weil das Gedächtnis schlechter arbeitet. Drugcom nennt überzeugende Belege dafür, dass ein früher Einstieg nachhaltige Beeinträchtigungen der kognitiven Leistungsfähigkeit zur Folge hat. Mehr dazu im Beitrag Warum ist das jugendliche Gehirn besonders betroffen?
Welche Regeln für Minderjährige gelten
| Regel | Inhalt | Fundstelle |
|---|---|---|
| Besitz | Erlaubt für Personen ab 18 Jahren, bis 25 Gramm | § 3 Abs. 1 KCanG |
| Konsum in Schulen und auf Kinderspielplätzen | Verboten, auch in deren Sichtweite (Sichtweite endet bei mehr als 100 Metern) | § 5 Abs. 2 KCanG |
| Konsum in Gegenwart von Minderjährigen | Verboten in unmittelbarer Gegenwart von Personen unter 18 Jahren | § 5 Abs. 1 KCanG |
| Zutritt zum befriedeten Besitztum einer Anbauvereinigung | Kein Zutritt für Personen unter 18 Jahren | § 23 Abs. 1 KCanG |
| Weitergabe und Überlassen | Strafbar nach § 34 Abs. 1 KCanG. Gibt eine Person über 21 Jahre Cannabis an ein Kind oder einen Jugendlichen weiter, liegt in der Regel ein besonders schwerer Fall vor (Freiheitsstrafe von drei Monaten bis zu fünf Jahren) | § 34 Abs. 1 und 3 KCanG |
Weitere Informationen bietet die Seite Jugendschutz.
Warum wir keine einzelnen Befragungszahlen nennen
Wir übernehmen Prozentwerte zum Jugendkonsum nur, wenn wir den Originalbericht mit Erhebungszeitraum und Stichprobe gelesen haben. Die herausgebenden Stellen veröffentlichen ihre Berichte meist selbst. Wer Zahlen aus Medien zitiert, sollte die Quelle prüfen, denn Schlagzeilen verkürzen.
Woran Eltern und Schule Veränderungen bemerken
Konsum zeigt sich nicht immer offen. Schlechtere Noten, Müdigkeit, ein neuer Freundeskreis oder Geldprobleme können viele Ursachen haben. Deshalb hilft es, über längere Zeit auf Muster zu achten. Ein offenes Gespräch ohne Vorwurf öffnet eher die Tür als ein Verhör. Schulen und Beratungsstellen geben bei Unsicherheit einen ersten Blick von außen.
Typische Fragen von Eltern
- Wie erkenne ich, ob mein Kind konsumiert? Auffällig sind plötzliche Veränderungen im Verhalten, einzelne Symptome sagen wenig.
- Soll ich Verbote aussprechen? Klare Grenzen helfen, wenn sie erklärt werden und verlässlich gelten.
- Wann hole ich Hilfe? Bei anhaltenden Veränderungen, Schulproblemen oder Rückzug lohnt ein früher Kontakt zu einer Beratungsstelle.
Wo Jugendliche und Eltern Rat finden
Die Cannabisprävention des BIÖG bietet Informationen für Jugendliche, Eltern und Fachkräfte. Telefonisch erreichst du die Sucht & Drogen Hotline unter 01806 313031, die Seite weist den Anruf als kostenpflichtig aus. Fragen zu Rechtsfolgen bei einem konkreten Vorfall klärt eine Anwältin oder ein Anwalt, bei Sorgen um die Gesundheit eine Ärztin, ein Arzt oder eine Suchtberatungsstelle.
Wie Prävention mit Befragungsdaten arbeitet
Befragungen helfen Schulen, Jugendhilfe und Gesundheitsstellen, Angebote auf die Zielgruppe zuzuschneiden. Der EKOCAN-Bericht von 2026 zeigt zum Beispiel, dass weniger Jugendliche Frühinterventions- und Beratungsangebote nutzen. Das ist ein Hinweis darauf, wo Zuständigkeiten und Zusammenarbeit verbessert werden könnten, und ein Grund, Eltern und Fachkräfte auf freiwillige Beratungsangebote hinzuweisen.
Was du tun kannst
Wenn du dir Sorgen um einen jungen Menschen machst, sprich früh mit einer Beratungsstelle oder der Schule. Eltern und Fachkräfte finden Hilfe im Themenbereich Prävention und Jugendschutz.
Häufige Fragen
Wie viele Jugendliche konsumieren Cannabis?
Das hängt von der Befragung ab. Laut EKOCAN sinkt der Anteil konsumierender Jugendlicher seit längerem, und dieser Trend setzte sich nach der Teillegalisierung fort. Rund ein Zehntel der konsumierenden Jugendlichen konsumiert täglich oder fast täglich. Prozentwerte findest du in den Originalberichten.
Ab welchem Alter darf man Cannabis besitzen?
Ab 18 Jahren. Der Besitz ist bis zu bestimmten Mengen erlaubt (§ 3 KCanG). Für Jüngere gilt das nicht, und die Weitergabe an Minderjährige ist strafbar (§ 34 KCanG).
Welche Folgen hat früher Konsum für das Gehirn?
Das BIÖG weist darauf hin, dass sich das junge Gehirn in einer wichtigen Entwicklungsphase befindet. Drugcom nennt überzeugende Belege für nachhaltige Beeinträchtigungen der kognitiven Leistungsfähigkeit bei frühem Einstieg. Wer sich sorgt, kann sich beraten lassen.
Quellen
- UKE/EKOCAN: Pressemitteilung zum ersten Zwischenbericht (28.09.2025)
- UKE/EKOCAN: Pressemitteilung zum zweiten Zwischenbericht (27.03.2026)
- cannabispraevention.de (BIÖG): Gefahren für Jugendliche
- drugcom.de: Drogenlexikon Cannabis
- Konsumcannabisgesetz § 5 auf gesetze-im-internet.de
- Konsumcannabisgesetz § 34 auf gesetze-im-internet.de
- Konsumcannabisgesetz § 23 auf gesetze-im-internet.de
- Sucht & Drogen Hotline