Ist Passivrauch von Cannabis für Kinder gefährlich?
Ist Passivrauch von Cannabis für Kinder gefährlich? Das BIÖG schreibt: Besondere Vorsicht gilt in Bezug auf Kinder und Kleinkinder, diese sollten niemals dem Rauch von Cannabis- oder Tabakprodukten ausgesetzt werden. Wer Kinder im Haushalt oder im Umfeld hat, sollte den Rauch deshalb gar nicht erst in ihre Nähe bringen. Dieser Artikel erklärt, was die Prävention sagt, welche Regeln das Gesetz setzt und wie du den Schutz im Alltag umsetzt.
Was die Prävention sagt
Das BIÖG beschreibt in seinen häufigen Fragen zwei Seiten. Unter extremen Bedingungen (unbelüfteter kleiner Raum, hohe Rauchentwicklung, mehrstündiger Aufenthalt) sei es möglich, dass durch Passivrauchen THC aufgenommen wird. An der frischen Luft könne das Risiko für Erwachsene vernachlässigt werden. Zugleich verursache passiv eingeatmeter Tabakrauch viele Gesundheitsschäden. Für Kinder und Kleinkinder gilt deshalb die Vorsicht, die das BIÖG nennt.
Wo ab welcher Menge Passivrauch für Kinder unbedenklich wäre, nennt das BIÖG nicht. Die einfache Konsequenz lautet: Wo Kinder sind, wird nicht geraucht.
Warum Kinder besonders betroffen sind
Das BIÖG nennt Jugendliche durchs Kiffen viel gefährdeter als Erwachsene, weil sich das junge Gehirn in einer wichtigen Entwicklungsphase befindet und THC die Reifeprozesse im Gehirn stört. Die Quellen beziehen sich dabei auf den Konsum selbst. Wie viel THC Kinder über Passivrauch aufnehmen, beschreiben sie nicht, deshalb gilt die vorsichtige Regel.
Die Regeln im Gesetz
Nach § 5 Abs. 1 KCanG ist der Konsum von Cannabis in unmittelbarer Gegenwart von Personen verboten, die das 18. Lebensjahr noch nicht vollendet haben. Ein Verstoß ist eine Ordnungswidrigkeit (§ 36 Abs. 1 Nr. 4 KCanG), die mit einer Geldbuße geahndet werden kann (§ 36 Abs. 2 KCanG). Ob eine Situation „unmittelbare Gegenwart“ ist, entscheidet im Einzelfall die Behörde oder das Gericht.
§ 5 Abs. 2 KCanG nennt außerdem Orte wie Schulen und Kinderspielplätze. Der öffentliche Konsum ist dort verboten, auch in deren Sichtweite. Die Sichtweite endet nach dem Gesetz bei einem Abstand von mehr als 100 Metern vom Eingangsbereich.
Schwangerschaft und Stillzeit
Die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen rät bei Kinderwunsch, Schwangerschaft und Stillzeit ausdrücklich dazu, auf Cannabis zu verzichten. Wer schwanger ist, sollte sich dazu von einer Ärztin oder einem Arzt beraten lassen.
Im Haushalt umsetzen
Konsum findet dort statt, wo Kinder nicht sind und nicht hinkommen. Ob Lüften ausreicht, nennen die Quellen nicht; die sichere Lösung ist die räumliche Trennung.
Sprich mit allen Erwachsenen im Haushalt ab, welche Regel gilt.
Besuch und Umfeld
Auch Besuch kann Kinder dem Rauch aussetzen. Wer Gäste hat, sollte vorab klären, wo geraucht werden darf. Im Zweifel gilt: Kinder bleiben in einem anderen Raum, und der Konsum findet außerhalb statt.
Prävention: einfache Regeln
Die wichtigste Prävention ist eine einfache Regel: Wo Kinder sind, wird kein Cannabis geraucht. Diese Regel ist leicht zu merken.
Das Gesetz ergänzt diesen Schutz: Ab- und Weitergabe, Überlassen zum unmittelbaren Verbrauch und Verabreichen von Cannabis sind nach § 34 Abs. 1 Nr. 7 bis 9 KCanG strafbar.
Wann du Rat holst
Wenn ein Kind Rauch ausgesetzt war und du dir Sorgen machst, sprich mit der Kinderärztin oder dem Kinderarzt. Auch bei anhaltenden Beschwerden beim Kind ist ärztliche Hilfe der richtige Schritt. Im Notfall rufst du den Notruf 112.
Für Eltern gibt es Beratung. Das Elterntelefon der Nummer gegen Kummer ist unter 0800 111 0 550 erreichbar. Bei Fragen zum eigenen Konsum hilft die Sucht und Drogen Hotline unter 01806 313031 (kostenpflichtig, täglich 8 bis 24 Uhr).
Wenn Passivrauch im Alltag vorkommt
Passivrauch entsteht nicht nur in der eigenen Wohnung. Auch Balkone, Gemeinschaftsräume und geteilte Flächen kommen infrage. Eine einfache Regel wie „Kinder sind nie in Rauchnähe“ hilft im Zweifel mehr als jede Ausnahme.
Schulen, Spielplätze und öffentliche Orte
Weiterlesen: Sind Kinder durch Cannabisprodukte gefährdet?, Wie schützen Eltern ihre Kinder zu Hause vor Cannabis? und Darf man zu Hause kiffen, wenn Kinder im Haushalt leben?
Was du jetzt tun kannst
- Lege eine klare Regel fest: Wo Kinder sind, wird nicht geraucht.
- Sprich mit allen Erwachsenen im Haushalt über diese Regel.
- Klär mit Gästen vorab, wo geraucht werden darf.
- Wenn du schwanger bist oder stillst, sprich mit einer Ärztin oder einem Arzt über den Verzicht.
Häufige Fragen
Ist Passivrauch von Cannabis für Kinder gefährlich?
Das BIÖG schreibt, Kinder und Kleinkinder sollten niemals dem Rauch von Cannabis- oder Tabakprodukten ausgesetzt werden. Unter extremen Bedingungen (kleiner, unbelüfteter Raum, hohe Rauchentwicklung, mehrstündiger Aufenthalt) kann beim Passivrauchen THC aufgenommen werden. Deshalb gilt die einfache Regel, dass Kinder dem Rauch nicht ausgesetzt werden.
Ist Konsum in der Wohnung erlaubt, wenn Kinder im Haushalt leben?
Der Konsum in unmittelbarer Gegenwart von Minderjährigen ist nach § 5 KCanG verboten. Wer Kinder im Haushalt hat, sollte den Konsum deshalb an einen Ort verlegen, an dem Kinder nicht sind und den Rauch nicht einatmen.
Was tun, wenn ein Kind dem Rauch ausgesetzt war?
Wenn du dir Sorgen machst, sprich mit der Kinderärztin oder dem Kinderarzt. Bei anhaltenden Beschwerden ist ärztliche Hilfe nötig. Im Notfall rufst du den Notruf 112.