Ist Cannabis in der Schwangerschaft schädlich?
Die klare Empfehlung der Prävention lautet: Bei Kinderwunsch, in der Schwangerschaft und in der Stillzeit auf Cannabis verzichten. Die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen (DHS) rät ausdrücklich dazu. Die Schweizer Fachstelle infodrog rät Schwangeren, keine psychoaktiven Substanzen zu konsumieren. Welche konkreten Folgen Cannabis für ein ungeborenes Kind hat, klärt eine Ärztin oder ein Arzt im persönlichen Gespräch.
Was die Empfehlung genau umfasst
Die DHS nennt drei Lebensphasen: den Kinderwunsch, die Schwangerschaft und die Stillzeit. In allen drei Fällen empfiehlt sie, auf Cannabis zu verzichten.
Was die Schweizer Fachstelle rät
Die Fachstelle infodrog rät Schwangeren, auf Cannabis, Alkohol, Tabak und andere psychoaktive Substanzen zu verzichten. Die Empfehlung gilt damit für mehrere Substanzen gleichzeitig. Eine Übersicht zu den Risiken des Konsums findest du im Ratgeber zu den Gesundheitsfolgen von Cannabis.
Kinderwunsch: früh anfangen
Wenn du einen Kinderwunsch hast, lohnt es sich, den Konsum früh zu beenden und nicht erst nach einem positiven Test. Die Empfehlung der DHS beginnt bewusst schon beim Kinderwunsch. Wer früh umstellt, hat mehr Zeit, sich Unterstützung zu holen, und muss nicht unter Zeitdruck entscheiden.
Stillzeit: eindeutige Empfehlung
Auch in der Stillzeit empfiehlt die DHS den Verzicht. Welche Auswirkungen Cannabis auf das gestillte Kind hat, besprichst du am besten mit einer Hebamme oder einer Ärztin. Die Empfehlung ist eindeutig, die genaueren Einzelheiten gehören in ein persönliches Gespräch.
Wenn eine Schwangerschaft schon besteht
Wer schwanger ist und Cannabis konsumiert hat oder konsumiert, sollte das der Frauenärztin oder dem Frauenarzt offen sagen. Offenheit hilft, passende Unterstützung zu finden, und ist wichtig für die medizinische Betreuung. Niemand muss sich dafür verurteilt fühlen, dass er ein Gespräch sucht.
Aufhören: was du beachten solltest
Wer aufhören will, sollte das mit einer Ärztin oder einem Arzt besprechen. Entzugssymptome können auftreten, und ihre Ausprägung ist je nach Person sehr unterschiedlich. drugcom nennt als Beispiele Schlafprobleme und wirre Träume. Diese Symptome sind unangenehm, aber sie sind ein Grund für ein gutes Begleitgespräch und keine Begründung, weiter zu konsumieren.
Wie sich das Verlangen nach Cannabis zeigt und was eine psychische Abhängigkeit ausmacht, erklärt der Ratgeber zur psychischen Abhängigkeit.
Wer die Empfehlung betrifft
Die Empfehlung richtet sich an Menschen mit Kinderwunsch, an Schwangere und an Menschen in der Stillzeit. Auch wer schwanger ist, ohne es zu wissen, sollte die Empfehlung ernst nehmen. Die DHS nennt genau diese Lebensphasen als Anlass, nicht ein bestimmtes Alter.
Wenn du vor der Schwangerschaft konsumiert hast
Manche Menschen konsumieren, bevor sie wissen, dass sie schwanger sind. Dafür muss sich niemand verurteilen. Wichtig ist, ab dem Moment, in dem du es weißt, den Konsum zu beenden und mit einer Ärztin oder einem Arzt zu sprechen. Die Empfehlung gilt dann für die Zukunft, und die Betreuung kann sich darauf einstellen.
Warum Unterstützung helfen kann
Wer sich wegen des eigenen Konsums Sorgen macht, findet Hilfe in einem sachlichen Gespräch. Eine Beratungsstelle kann dir zeigen, welche Schritte jetzt sinnvoll sind, und sie kann helfen, Unterstützung im Umfeld zu organisieren. Das gilt auch für Partnerinnen und Partner, die den Alltag mittragen.
Wer was klärt: Ärztinnen, Ärzte und Hebammen
Die Frauenärztin oder der Frauenarzt begleitet die Schwangerschaft und beantwortet Fragen zu Untersuchungen. Eine Hebamme begleitet dich in der Stillzeit und im Wochenbett und kann praktische Fragen klären. Für Fragen zu Konsum und Entzug ist eine Ärztin oder ein Arzt mit Erfahrung im Suchtbereich ein guter Ansprechpartner. Die Fachpersonen können zusammenarbeiten, wenn du es möchtest.
Vorbereitung auf eine Pause
Ein Ausstieg gelingt leichter, wenn du ihn planst. Notiere, in welchen Situationen du bisher konsumiert hast, und überlege, welche Alternativen für diese Momente taugen. Sprich mit einer Vertrauensperson, die dich unterstützt. Plane außerdem, wie du mit Verlangen umgehst, denn die Quellen beschreiben ein starkes Verlangen als Hauptmerkmal einer psychischen Abhängigkeit.
Schlafprobleme und wirre Träume gehören laut drugcom zu den möglichen Symptomen. Sprich sie früh an, damit die Ärztin oder der Arzt dich begleiten kann.
Was in der Stillzeit wichtig ist
In der Stillzeit geht es um zwei Menschen. Deshalb sollte jede Entscheidung über den Konsum mit einer Fachperson besprochen werden, die beide im Blick behält. Wer stillt, sollte keine eigenen Versuche starten. Besser ist ein Gespräch mit der Hebamme oder der Ärztin, bevor eine Entscheidung fällt.
Mit Partnerinnen und Partnern sprechen
Eine Schwangerschaft betrifft oft das ganze Umfeld. Ein offenes Gespräch mit dem Partner oder der Partnerin hilft, Verantwortung gemeinsam zu tragen. Dabei geht es um gemeinsame Planung und Unterstützung, nicht um Schuldzuweisungen.
Fragen für das Gespräch mit der Ärztin oder dem Arzt
- Welche Folgen hat der bisherige Konsum für die aktuelle Schwangerschaft oder Stillzeit?
- Welche Untersuchungen sind jetzt sinnvoll?
- Welche Unterstützung gibt es, wenn ich aufhören möchte?
- Welche Anlaufstellen gibt es in meiner Nähe?
Was du jetzt tun kannst
- Bei Kinderwunsch: Verzichte auf Cannabis, bevor du schwanger wirst.
- In der Schwangerschaft: Sag der Frauenärztin oder dem Frauenarzt, was du konsumiert hast oder noch konsumierst.
- In der Stillzeit: Verzichte und kläre Fragen mit einer Hebamme oder Ärztin.
- Wenn du den Konsum nicht allein beenden kannst: Wann professionelle Hilfe sinnvoll ist.
Für ein vertrauliches Gespräch erreichst du die Sucht & Drogen Hotline unter 01806 313031. Mehr zu Prävention und Jugendschutz findest du unter Prävention und Jugendschutz.
Häufige Fragen
Ist Cannabis in der Schwangerschaft schädlich?
Die DHS rät bei Kinderwunsch, Schwangerschaft und Stillzeit ausdrücklich vom Cannabiskonsum ab. Die Schweizer Fachstelle infodrog rät Schwangeren, keine psychoaktiven Substanzen zu konsumieren. Welche konkreten Folgen Cannabis für ein ungeborenes Kind hat, klärt eine Ärztin oder ein Arzt im persönlichen Gespräch.
Darf ich in der Stillzeit Cannabis konsumieren?
Die DHS empfiehlt auch in der Stillzeit den Verzicht auf Cannabis. Welche Auswirkungen Cannabis auf das gestillte Kind hat, besprichst du am besten mit einer Hebamme oder einer Ärztin. Wer aufhören möchte, sollte das ebenfalls mit einer Fachperson planen.
Was tue ich, wenn ich schwanger bin und gekifft habe?
Sag der Frauenärztin oder dem Frauenarzt offen, was du konsumiert hast oder noch konsumierst. Offenheit hilft, die passende Betreuung und Unterstützung zu finden. Die Sucht & Drogen Hotline bietet außerdem ein vertrauliches erstes Gespräch an.