Schadet das Rauchen von Cannabis der Lunge?
Ja, das Rauchen von Cannabis belastet die Atemwege. Nach drugcom schädigen die Substanzen im Cannabisrauch die Flimmerhärchen in den Atemwegen. Ob das Rauchen von Cannabis allein vermehrt zu Atemwegserkrankungen führt, ist laut drugcom allerdings noch nicht eindeutig belegt. Das sind feine Härchen, die Schleim und Fremdstoffe aus den Atemwegen befördern. Die Quellen nennen Entzündungen der Atemwege, Kurzatmigkeit, chronischen Husten und Bronchitis als Risiken. Zum Lungenkrebsrisiko bei Cannabis allein gibt es noch keine endgültige Aussage.
Was Cannabisrauch in den Atemwegen anrichtet
Die Atemwege sind darauf eingerichtet, Luft zu leiten und zugleich zu reinigen. Die Flimmerhärchen sind dafür ein wichtiger Teil. Laut drugcom schädigen die Substanzen im Cannabisrauch genau diese Härchen. Die Quellen sehen darin einen Teil der Belastung für die Atemwege.
Achte im Alltag auf anhaltenden Husten, Auswurf oder Atemnot, und lass solche Beschwerden ärztlich abklären.
Welche Beschwerden die Quellen nennen
- Entzündungen der Atemwege
- Kurzatmigkeit
- Chronischer Husten
- Bronchitis
Die Schweizer Fachstelle infodrog nennt genau diese Beschwerden als Risiken des Cannabisrauchens. Das BIÖG nennt zusätzlich Hinweise darauf, dass das Risiko für Lungenschäden wie chronische Atemwegsbeschwerden, Husten und Atemnot höher ist.
Lungenkrebs: was bisher offen ist
Zum Zusammenhang zwischen Lungenkrebs und Cannabiskonsum steht laut drugcom eine endgültige Aussage noch aus. Die Forschung gibt zu diesem Punkt also noch keine sichere Antwort. Das BIÖG schreibt, der in Joints mitgerauchte Tabak erhöhe das Risiko, später an Lungenkrebs zu erkranken.
Wer eine offene Frage zur Lunge hat, sollte sie nicht mit Vermutungen beantworten. Eine Ärztin oder ein Arzt kann die Atemwege untersuchen und dir sagen, was bei dir zu beobachten ist.
Mischkonsum mit Tabak verschärft das Bild
Wer Cannabis mit Tabak mischt, belastet die Atemwege zusätzlich. Infodrog schreibt, dann bestünden die gleichen Risiken wie für Tabakkonsum allein, und die DHS nennt ein höheres Risiko von Lungenfunktionsstörungen und Krebserkrankungen, auch bei Shishas und Bongs. Feel-ok ergänzt ein höheres Risiko, nikotinabhängig zu werden. Den Vergleich erklärt der Ratgeber zum Mischkonsum mit Tabak im Detail.
Warum auch seltener Konsum zählt
Nach drugcom belasten grundsätzlich alle inhalierten Fremdstoffe die Atemwege, und Cannabisrauch enthält etwa die gleiche Menge Teer wie Tabakrauch. Wasserpfeifen mindern dieses Risiko nicht, da sie den Rauch laut drugcom nur abkühlen. Eine Längsschnittstudie weist allerdings darauf hin, dass auch bei langjährigem Cannabisrauchen kaum mit Einschränkungen der Lungenkapazität zu rechnen ist, bei Tabakrauchen dagegen schon. Den Blick auf seltenen Konsum vertieft der Ratgeber zum gelegentlichen Konsum.
Warnzeichen ernst nehmen
Ein Husten, der über Wochen bleibt, Atemnot, die früher nicht da war, oder veränderter Auswurf gehören in die Hand einer Ärztin oder eines Arztes. Dieser Text ersetzt keine Untersuchung. Eine Ärztin oder ein Arzt kann prüfen, ob die Beschwerden mit dem Rauchen zusammenhängen oder andere Ursachen haben, und dir sagen, welche Untersuchungen sinnvoll sind.
Sprich den Konsum bei der Ärztin oder dem Arzt offen an, damit sich ein Befund einordnen lässt.
Was Prävention für die Lunge bedeutet
Weniger Rauch bedeutet weniger Belastung für die Atemwege. Wer den Konsum einschränkt oder pausiert, setzt sie in dieser Zeit nicht neu aus.
Das Konsumverbot in Gegenwart von Minderjährigen (§ 5 Abs. 1 KCanG) gilt auch zu Hause. Wie das im Alltag aussieht, erklärt der Ratgeber zum Kiffen zu Hause mit Kindern.
Was sich nach einer Pause verändern kann
Wer den Konsum pausiert, kann beobachten, wie sich Husten und Atemnot im Alltag entwickeln. Notiere, wann Beschwerden auftreten, zum Beispiel bei Anstrengung oder morgens nach dem Aufstehen.
Das kann ein Gespräch mit der Ärztin oder dem Arzt erleichtern. Ob sich dadurch etwas verbessert, kann eine Ärztin oder ein Arzt einordnen.
Was du für deine Lunge tun kannst
- Konsumiere weniger, denn jeder Zug belastet die Atemwege.
- Verzichte darauf, Tabak beizumischen, weil dann die Risiken des Tabaks hinzukommen.
- Lass anhaltenden Husten, Auswurf oder Atemnot ärztlich abklären.
- Wenn dir das Aufhören schwerfällt, nutze eine Beratung: Suchtberatung in deiner Nähe finden.
Für eine vertrauliche Einschätzung erreichst du die Sucht & Drogen Hotline unter 01806 313031 (kostenpflichtig, täglich 8 bis 24 Uhr). Mehr zu Prävention und Jugendschutz findest du unter Prävention und Jugendschutz. Eine Beratung ersetzt keine ärztliche Untersuchung.
Häufige Fragen
Ist das Rauchen von Cannabis schlecht für die Lunge?
Ja, Cannabisrauch kann die Flimmerhärchen in den Atemwegen schädigen. Die Quellen nennen Entzündungen der Atemwege, Kurzatmigkeit, chronischen Husten und Bronchitis als Risiken. Wer Tabak beimischt, bekommt zusätzlich die Risiken des Tabakkonsums. Bei anhaltenden Beschwerden sollte eine Ärztin oder ein Arzt die Lunge untersuchen.
Verursacht Cannabis Lungenkrebs?
Zum Zusammenhang zwischen Lungenkrebs und Cannabiskonsum allein gibt es nach drugcom noch keine endgültige Aussage. Das BIÖG schreibt, dass der in Joints mitgerauchte Tabak das Risiko erhöht, später an Lungenkrebs zu erkranken. Bei Sorgen um die Lunge hilft eine ärztliche Untersuchung.
Macht es einen Unterschied, ob ich Cannabis mit Tabak mische?
Ja, nach den Angaben von infodrog bestehen bei der Mischung die gleichen Risiken wie für Tabakkonsum allein. Feel-ok nennt zusätzlich die Belastung der Atemwege und ein höheres Risiko für eine Nikotinabhängigkeit. Wer die Mischung vermeidet, verringert diese zusätzlichen Risiken.