Welche Entzugserscheinungen treten bei Cannabis auf?
Entzugserscheinungen bei Cannabis treten auf, wenn ein regelmäßiger Konsum plötzlich endet. Laut drugcom beginnen sie meist 24 bis 48 Stunden nach dem letzten Konsum und dauern in der Regel bis zu einer Woche, im Höchstfall bis zu 14 Tage. Dieser Artikel erklärt, welche Beschwerden typisch sind, wie man sie einordnen kann und wann Unterstützung wichtig wird.
Wann die Beschwerden beginnen
Laut drugcom treten die Symptome meist 24 bis 48 Stunden nach dem letzten Konsum auf. Ein Kalender mit den Tagen seit dem letzten Konsum hilft, die Beschwerden einzuordnen.
Typische Symptome
Drugcom nennt als häufige Entzugssymptome nach dem Absetzen unter anderem:
- innere Unruhe und Nervosität
- Schlafstörungen und unruhige, wirre Träume
- verringerter Appetit
- Reizbarkeit bis hin zu Aggressivität
- Niedergeschlagenheit und Ängste
- Muskelzittern, Schwitzen und erhöhte Körpertemperatur
- Magen-Darm-Beschwerden wie Durchfall, Übelkeit und Erbrechen
- Kopfschmerzen
Mehrere Symptome können gleichzeitig auftreten. Drugcom beschreibt sie als Anzeichen einer körperlichen Abhängigkeit, die wesentlich milder ausgeprägt ist als bei Opiat- oder Alkoholabhängigen, und als Zeichen dafür, dass sich der Organismus nach regelmäßigem Konsum umstellt. Sie stellen in der Regel keine ernsthafte Bedrohung für die Gesundheit dar. Bei Unsicherheit klärt eine Ärztin oder ein Arzt die Beschwerden ab.
Wie lange die Beschwerden dauern
Nach der Auskunft von drugcom halten die Beschwerden in der Regel bis zu einer Woche an, im Höchstfall bis zu 14 Tage. Diese Angabe ist ein Anhaltspunkt für die Planung. Sie bedeutet nicht, dass jede Person nach einer Woche vollständig beschwerdefrei ist. Ein anderer drugcom-Beitrag nennt für den körperlichen Entzug in der Regel drei bis vier Wochen und betont, dass die psychische Abhängigkeit länger anhält. Wer die eigene Dauer genauer einschätzen möchte, bespricht das am besten mit einer Ärztin oder einem Arzt.
Sinnvoll ist es, sich für die ersten Tage Unterstützung zu holen. Wer Schlaf, Essen und Alltag stabil halten kann, erleichtert den Übergang.
Die Stärke der Beschwerden
Entzugssymptome sind je nach Person unterschiedlich ausgeprägt. Manche Menschen spüren kaum etwas, andere erleben die ersten Tage als sehr belastend. Laut BIÖG kennt im Schnitt fast jede zweite Person mit regelmäßigem Konsum Entzugssymptome.
Die Stärke sagt nichts über den persönlichen Wert oder die Willenskraft aus. Wer merkt, dass die Beschwerden Arbeit oder Schlaf stark beeinträchtigen, sollte sich früher Hilfe holen. Entzugssymptome sind laut drugcom Anzeichen einer körperlichen Abhängigkeit. Der Artikel Wie viele Konsumierende werden abhängig? erklärt, wie Gewöhnung und Abhängigkeit zusammenhängen.
Wann ärztlicher Rat wichtig ist
Bei starken Beschwerden, die nicht besser werden, sollte eine Ärztin oder ein Arzt aufgesucht werden. Das gilt auch, wenn Schlaf oder Essen dauerhaft ausfallen oder wenn Ängste stark zunehmen. Bei Gedanken, sich selbst zu schaden, ist der Notruf 112 die richtige Nummer. Wer Medikamente einnimmt, sollte vor einem Ausstieg mit der Ärztin oder dem Arzt sprechen.
Auch Menschen mit bestehenden psychischen Erkrankungen sollten vor dem Aufhören Rücksprache halten.
Ärztlicher Rat ist besonders wichtig, wenn du Medikamente einnimmst, eine chronische Erkrankung hast oder schwanger bist beziehungsweise einen Kinderwunsch hast. Die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen rät bei Kinderwunsch, Schwangerschaft und Stillzeit, auf den Konsum von Cannabis zu verzichten. Eine Ärztin oder ein Arzt kann einschätzen, welcher Weg in deiner Situation passt. Auch bei Unsicherheit über Wechselwirkungen mit Medikamenten lohnt sich der Austausch mit der Apotheke.
Hilfe während des Ausstiegs
Eine Suchtberatungsstelle kann den Ausstieg planen und begleiten. Die Sucht & Drogen Hotline erreichst du unter 01806 313031. Die Angebote stehen auf sucht-und-drogen-hotline.de. Wer den Ausstieg allein versucht, sollte sich wenigstens eine Person suchen, die im Alltag ansprechbar ist.
Der Artikel Was passiert, wenn man mit dem Kiffen aufhört? beschreibt weitere Schritte, die beim Aufhören helfen können.
Prävention nach dem Ausstieg
Drugcom weist darauf hin, dass viele Aufhörwillige in dieser Phase ein starkes Bedürfnis verspüren, wieder zu kiffen, weil die psychische Abhängigkeit sehr hartnäckig sein kann. Wer die Erfahrung der ersten Woche ernst nimmt, kann seine Routinen so umbauen, dass der Konsum weniger Raum bekommt. Dazu gehören Verabredungen ohne Cannabis, feste Schlafzeiten und ein Plan für Momente, in denen das Verlangen stark ist. Das BIÖG weist darauf hin, dass Konsum die Entwicklung junger Menschen beeinflussen kann. Für sie bleibt der Schutz vor Konsum besonders wichtig.
Den Alltag im Entzug organisieren
Die folgenden Vorschläge sind praktische Anregungen ohne Wirksamkeitsbeleg. Feste Schlafzeiten, auch wenn der Schlaf unruhig ist, und regelmäßige Mahlzeiten, auch wenn der Appetit fehlt, geben dem Tag Struktur.
Ein Spaziergang am Tag ist eine Möglichkeit. Wer sehr unruhig ist, sollte sich nicht überfordern und Bewegung in kleinen Schritten steigern.
Wer Arbeit oder Ausbildung hat, kann die Lage mit einer vertrauten Person im Betrieb oder in der Schule besprechen, wenn die Beschwerden den Alltag stark einschränken. Auch Termine lassen sich in den ersten Tagen oft reduzieren. Das schafft Raum für Erholung. Pausen, in denen du dich zurückziehen kannst, gehören ebenso dazu, ohne dass du dich dafür schuldig fühlen musst.
Sprich außerdem mit den Menschen, mit denen du zusammenlebst. Wenn sie wissen, was gerade los ist, können sie Rücksicht nehmen, und du musst nicht alles allein erklären.
Was du jetzt tun kannst
- Den Tag des letzten Konsums notieren und die Beschwerden täglich festhalten.
- Für die ersten Tage Unterstützung im Umfeld organisieren.
- Bei starken oder lang anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen.
- Bei Gedanken, sich selbst zu schaden, den Notruf 112 wählen.
Drugcom beschreibt den Entzug als unangenehm, aber in der Regel nicht lebensbedrohlich.
Häufige Fragen
Wann beginnen Entzugserscheinungen bei Cannabis?
Laut drugcom treten die Symptome meist 24 bis 48 Stunden nach dem letzten Konsum auf. Das ist ein typischer Zeitraum, der je nach Person variieren kann. Wer die Beschwerden früh bemerkt, kann sich rechtzeitig Unterstützung holen.
Wie lange dauern Entzugserscheinungen bei Cannabis?
Laut drugcom dauern sie in der Regel bis zu einer Woche an, im Höchstfall bis zu 14 Tage. Ein anderer drugcom-Beitrag nennt für den körperlichen Entzug drei bis vier Wochen. Die genaue Dauer ist von Person zu Person verschieden. Bei lang anhaltenden oder starken Beschwerden sollte eine Ärztin oder ein Arzt aufgesucht werden.
Wo bekomme ich Hilfe beim Ausstieg?
Die Sucht & Drogen Hotline ist unter 01806 313031 erreichbar. Eine Suchtberatungsstelle vor Ort kann den Ausstieg planen. Bei starken Beschwerden oder Gedanken, sich selbst zu schaden, sind Ärztin, Arzt oder der Notruf 112 die richtigen Anlaufstellen.