Wo finden Eltern eine Suchtberatung in der Nähe?
Eltern finden eine Suchtberatung in der Nähe über die Einrichtungssuche der Niedersächsischen Landesstelle für Suchtfragen (NLS) oder über das Suchthilfeverzeichnis der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen (DHS). Wer zuerst reden möchte, erreicht das Elterntelefon der Nummer gegen Kummer unter 0800 111 0 550. Die Sucht & Drogen Hotline ist unter 01806 313031 erreichbar. Beide Angebote helfen, bevor ein Termin vor Ort steht.
Die Suchtberatung vor Ort
Die NLS bietet auf ihrer Seite einen Bereich für Ratsuchende und eine Einrichtungssuche. Darüber findest du Beratungsstellen in Niedersachsen. Sie heißen dort Fachstellen für Sucht und Suchtprävention. Nach der NLS ist die Suchtberatung auch Anlaufstelle für Angehörige. Das DHS-Suchthilfeverzeichnis ist bundesweit nutzbar und lässt sich nach Postleitzahl oder Ort, Umkreis und Zielgruppe „Angehörige“ filtern.
Die Beratung ist nach der NLS kostenlos und findet auf Wunsch anonym statt. Die Beratenden unterliegen der gesetzlichen Schweigepflicht. Kontakt kannst du vor Ort, telefonisch oder per E-Mail aufnehmen. Der Wunsch nach Abstinenz ist nach der NLS keine Voraussetzung für die Beratung, es kann auch um eine Verringerung des Konsums gehen.
Telefonische Hilfe, wenn du sofort reden willst
Nicht jede Familie kann sofort einen Termin wahrnehmen. Dann kann ein Anruf den ersten Schritt machen. Die folgende Übersicht zeigt die Nummern, die auf den Seiten der Anbieter genannt werden.
| Angebot | Nummer | Für wen |
|---|---|---|
| Elterntelefon der Nummer gegen Kummer | 0800 111 0 550 | Eltern und andere Bezugspersonen, anonym und kostenlos |
| Sucht & Drogen Hotline | 01806 313031 | Fragen zu Sucht und Drogen, rund um die Uhr, kostenpflichtig |
Am Telefon musst du nicht alles wissen. Es reicht, wenn du beschreibst, was dir Sorgen macht. Die Beratung hilft dir dann, die nächste Stelle zu finden.
So findest du eine Stelle in deiner Nähe
Ein praktischer Weg hat vier Schritte. So kommst du zu einem passenden Termin, ohne lange zu suchen.
- Öffne die Einrichtungssuche der NLS und gib deinen Wohnort ein.
- Prüfe, ob die Stelle auch Angehörige oder Eltern berät.
- Rufe an und frage, wie lange die Wartezeit für einen Erstkontakt ist.
- Notiere vorab Fragen, damit du im Gespräch nichts vergisst.
Wenn der erste Anruf nicht klappt, versuch es mit einer anderen Stelle. Mehr Hinweise zu Auswahl und Ablauf findest du im Artikel zur Suchtberatungsstelle.
Was du zum ersten Gespräch mitbringst
Eine kurze Liste hilft, auch wenn du aufgeregt bist. Schreibe auf, seit wann dir etwas auffällt, welche Veränderungen du beobachtest und was du bereits versucht hast. Wichtig ist auch, was dein Kind selbst sagt, soweit du das weißt.
Notiere außerdem, welche Fragen dich am meisten beschäftigen. Zum Beispiel: Wie spreche ich das Thema an, ohne dass es eskaliert? Welche Regeln sind sinnvoll? Wann sollte ich mir Unterstützung von außen holen?
Wann Beratung besonders sinnvoll ist
Eltern sollten nicht warten, bis die Lage eskaliert. Gute Gründe für ein Gespräch sind ein wiederkehrender Streit über Cannabis, Rückzug aus dem Familienleben oder ein Gefühl, mit der Situation allein nicht weiterzukommen. Auch wenn du unsicher bist, ob ein Konsum vorliegt, kann die Beratung helfen, das einzuordnen.
Wichtig ist auch der Blick auf dich selbst. Eltern, die sich gut unterstützt fühlen, können ruhiger auf ihr Kind eingehen. Eine Beratung ist deshalb kein Eingeständnis, dass du versagt hast.
Was in einem Beratungsgespräch passiert
Wie ein erstes Gespräch abläuft, unterscheidet sich je nach Stelle. Du kannst am Telefon nachfragen, wie die Beratung aufgebaut ist.
Fragen, die du mitbringen kannst: Wie erlebe ich den Konsum meines Kindes? Wie reagiere ich im Alltag? Welche Regeln oder Gespräche könnten helfen?
Frag am Telefon, ob es Angebote für Eltern oder Angehörige gibt, zum Beispiel Gruppen.
Wenn sich der Streit in der Familie zuspitzt, ist eine Beratung auch dann sinnvoll, wenn die Ursache unklar bleibt.
Prävention: Klare Regeln im Alltag
Für Eltern gibt es einen rechtlichen Punkt, der im Alltag oft übersehen wird: Der Konsum von Cannabis ist in unmittelbarer Gegenwart von Personen unter 18 Jahren verboten (§ 5 KCanG). Öffentlicher Konsum ist außerdem in Schulen, auf Kinderspielplätzen, in Kinder- und Jugendeinrichtungen, in öffentlich zugänglichen Sportstätten und jeweils in deren Sichtweite verboten (§ 5 Abs. 2 KCanG). Solche Regeln lassen sich im Familienalltag gut besprechen, bevor es Streit gibt. Weitere Informationen bietet der Bereich Jugendschutz.
Wenn das Kind den Konsum abstreitet
Viele Eltern erleben, dass Jugendliche Konsum leugnen oder herunterspielen. Das ist nicht ungewöhnlich und sagt nicht automatisch etwas über dein Verhältnis zum Kind aus. Wichtiger als ein Beweis ist oft die Frage, wie es deinem Kind geht.
Hilfreich ist, konkrete Beobachtungen zu benennen und Vermutungen lieber offen zu fragen. Sag zum Beispiel, dass dein Kind seit einigen Wochen weniger schläft und sich nicht mehr mit den alten Freunden trifft. Ein solches Gespräch öffnet eher die Tür als ein Vorwurf.
Wenn du dir Sorgen machst, bespreche deine Beobachtungen vorab mit einer Beratung. So kannst du das Gespräch vorbereiten und ruhig bleiben, auch wenn es schwierig wird.
Was du jetzt tun kannst
Rufe zuerst das Elterntelefon oder die Sucht & Drogen Hotline an, wenn du jemanden zum Reden brauchst. Suche danach mit der Einrichtungssuche der NLS eine Beratungsstelle in deiner Nähe. Wenn dein Kind bereits Hilfe braucht, bespreche mit der Beratung auch den nächsten Schritt. Hilfreich können außerdem Texte sein, die bei der ersten Reaktion helfen, etwa der Artikel Was Eltern als Erstes tun sollten oder der Ratgeber Beratung für Eltern.
Häufige Fragen
Wo finde ich eine Suchtberatung für Eltern in meiner Nähe?
Die Einrichtungssuche der Niedersächsischen Landesstelle für Suchtfragen zeigt Beratungsstellen in deinem Umkreis. Dort prüfst du, ob die Stelle auch Eltern berät. Rufe anschließend an und frage nach der Wartezeit. Telefonisch helfen zudem das Elterntelefon unter 0800 111 0 550 und die Sucht & Drogen Hotline unter 01806 313031.
Was ist das Elterntelefon der Nummer gegen Kummer?
Das Elterntelefon ist ein Beratungsangebot für Mütter und Väter, die sich Sorgen um ihr Kind machen. Es ist unter 0800 111 0 550 erreichbar. Die Beratung ist anonym und kostenlos, und du kannst dort beschreiben, was dich beschäftigt.
Was sollte ich zum ersten Gespräch in der Suchtberatung mitbringen?
Hilfreich ist eine kurze Notiz mit den wichtigsten Beobachtungen, seit wann sie bestehen und was bereits versucht wurde. Notiere auch deine Fragen. Du musst keine Fakten vollständig kennen, eine ehrliche Schilderung reicht meistens als Einstieg.