Welche Anlaufstellen gibt es für Eltern in der Jugendhilfe?
Wenn ein Kind mit Cannabis auffällt, stellen sich Eltern oft zuerst die Frage, an wen sie sich wenden können. Die Antwort führt meist zur örtlichen Jugendhilfe. Werden Jugendliche unter 18 Jahren beim Cannabiskonsum erwischt, werden die Eltern laut Cannabisprävention des Bundes in jedem Fall informiert. Unter Umständen kann außerdem die zuständige örtliche Jugendhilfe hinzugezogen werden. Die Jugendhilfe ist damit eine Anlaufstelle, die du kennen solltest, bevor es konkret wird.
Was die Jugendhilfe bei Cannabis macht
Die Jugendhilfe unterstützt Familien, Kinder und Jugendliche in schwierigen Lebenslagen. Welche Aufgaben sie bei einem Cannabisvorfall im Einzelfall übernimmt, erfährst du beim örtlichen Jugendamt. Ruf dort an und frag nach, was in deiner Situation vorgesehen ist.
Du kannst nachfragen, was gemeint ist, welche Mitwirkung von dir erwartet wird und welche Angebote es gibt. Wenn du unsicher bist, lass dich vorher beraten, zum Beispiel am Elterntelefon.
Wer vor Ort ansprechbar ist
Vor Ort gibt es mehrere Stellen, die bei Cannabisfragen weiterhelfen können. Eine Übersicht über typische Ansprechpartner:
- das Jugendamt als örtlicher Träger der Jugendhilfe
- Beratungsstellen für Sucht, die auch Angehörige beraten
- Erziehungsberatungsstellen für Fragen rund um Familie und Erziehung
- die Schulsozialarbeit, wenn das Kind eine Schule besucht
- die Kinder- und Jugendärztin oder der Hausarzt bei gesundheitlichen Fragen
Welche Stelle für deinen Fall am besten passt, lässt sich am Telefon klären. Viele Stellen verweisen dich bei Bedarf an eine andere Einrichtung weiter.
Das Suchthilfeverzeichnis als Wegweiser
Die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen (DHS) betreibt das Suchthilfeverzeichnis. Dort findest du Beratungsstellen vor Ort. Laut Cannabisprävention des Bundes lässt sich die Suche nach Bundesland, Postleitzahl oder Ort sowie nach Umkreis eingrenzen. Die Linksammlung der Cannabisprävention des Bundes bietet zusätzlich weiterführende Links zu Beratung und Material.
Nutze die Suche mit deinem Wohnort und probiere den Umkreis, falls in deiner Stadt wenig angezeigt wird. Notiere dir die Stellen, die passen, und ruf an, bevor du einen Termin vereinbarst.
Telefonische Erstberatung
Wenn du zuerst sprechen möchtest, sind zwei Nummern hilfreich. Die Sucht & Drogen Hotline erreichst du unter 01806 313031. Das Elterntelefon der Nummer gegen Kummer ist unter 0800 111 0 550 erreichbar. Das Elterntelefon ist laut Betreiber anonym und kostenlos, die Sucht & Drogen Hotline ist kostenpflichtig. Beide Angebote helfen dir, deine Sorge zu ordnen und die nächsten Schritte zu planen, auch wenn noch keine Behörde eingebunden ist.
Am Telefon musst du nicht alles wissen. Es reicht, die Situation in ein oder zwei Sätzen zu schildern und dann zu fragen, welche Stelle in deiner Region zuständig ist.
Wie du dich auf ein Gespräch mit der Jugendhilfe vorbereitest
- Schreib dir die wichtigsten Veränderungen und Vorfälle mit Datum auf.
- Notiere, was die Schule oder andere Personen dir berichtet haben.
- Überlege, welche Unterstützung du dir für dein Kind und für dich wünschst.
- Frag nach dem nächsten Schritt und nach dem Namen der zuständigen Person.
- Bitte um eine schriftliche Zusammenfassung, wenn es um wichtige Absprachen geht.
Diese Vorbereitung hilft, im Gespräch ruhig zu bleiben. Du musst nicht alles sofort entscheiden. Frag nach, wie viel Zeit du für Entscheidungen hast, und hol dir vorher Rat.
Wann eine Fachberatung für Recht sinnvoll ist
Für Straftaten, die auch Erwachsenen verboten sind, etwa die unerlaubte Weitergabe von Cannabis, können laut Cannabisprävention des Bundes auch strafmündige Jugendliche ab 14 Jahren zur Verantwortung gezogen werden. Bei Fragen zu Rechtsfolgen, Strafen oder einem Verfahren gilt: Gerichte entscheiden im Einzelfall. Eine Fachanwältin oder ein Fachanwalt kann das einordnen. Das Jugendamt und die Beratungsstellen können dich an die passende Stelle verweisen. Die Rechtslage für Eltern und Kinder fasst die Cannabisprävention zusammen, aber sie ersetzt keine Einzelberatung.
Was du jetzt tun kannst
Such dir zwei Anlaufstellen aus, die in deiner Nähe liegen, und notiere dir die Telefonnummern. Rufe an, bevor du sie brauchst, dann fällt der Erstkontakt im Ernstfall leichter. Frag offen nach, welche Hilfe möglich ist, und nimm dir Zeit für die Entscheidung. Wie du das Gespräch mit deinem Kind vorbereitest, steht unter Wie sprechen Eltern das Thema Cannabis richtig an?. Was passiert, wenn die Schule informiert, erklärt Wie unterstützt die Schule Eltern bei Cannabisfällen?.
Die Rolle des Jugendamts im Jugendschutz beschreibt Wann wird das Jugendamt informiert?. Wer zusätzlich eine Beratung für sich selbst sucht, findet bei Wo bekommen Eltern Beratung bei Cannabis? einen Überblick. Allgemeine Informationen bieten der Themenbereich Prävention und Jugendschutz und die Seite Jugendschutz.
Häufige Fragen
Wann wird die Jugendhilfe bei Cannabis eingebunden?
Wenn Jugendliche unter 18 Jahren beim Cannabiskonsum erwischt werden, werden die Eltern in jedem Fall informiert. Unter Umständen kann außerdem die zuständige örtliche Jugendhilfe hinzugezogen werden. Welche Schritte folgen, hängt vom Einzelfall ab. Frag bei der Stelle nach, was geplant ist.
Wo finde ich eine Beratungsstelle vor Ort?
Das Suchthilfeverzeichnis der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen listet Beratungsstellen vor Ort und lässt sich nach Ort und Umkreis eingrenzen. Die Linksammlung der Cannabisprävention bietet weitere Verweise. Für eine erste Einschätzung helfen die Sucht & Drogen Hotline und das Elterntelefon der Nummer gegen Kummer.