Wie viele Cannabis Social Clubs gibt es in Deutschland?
Wie viele Cannabis Social Clubs es in Deutschland gibt, lässt sich mit den geprüften Quellen nicht sicher beziffern. Dieser Ratgeber nennt deshalb keine Gesamtzahl. Der Artikel erklärt, warum solche Zahlen schnell veralten, woran du Angaben misst und wo du den aktuellen Stand findest.
Warum dieser Ratgeber keine Zahl nennt
Zahlen zu Anbauvereinigungen sind schnell überholt, weil jede Anbauvereinigung eine eigene Erlaubnis braucht (§ 11 Abs. 1 KCanG) und Anträge laufend bearbeitet werden. Die Erlaubnis ist außerdem auf sieben Jahre zu befristen (§ 14 KCanG) und kann widerrufen werden, etwa wenn eine Anbauvereinigung die erlaubten Mengen wiederholt überschreitet (§ 15 Abs. 1 KCanG). Der Bestand ändert sich also in beide Richtungen. Eine Zahl aus einem Verbandstext oder einer Zeitung kann deshalb zum Zeitpunkt des Lesens schon veraltet sein. Ein verlässlicher Ratgeber nennt nur Zahlen, die aus einer benannten Quelle mit Datum stammen. Diese Voraussetzung erfüllt in den geprüften Quellen keine Gesamtangabe.
Woran du Zahlen messen kannst
Der verlässlichste Maßstab ist die Erlaubnis. Eine Anbauvereinigung zählt im rechtlichen Sinn, wenn sie eine Erlaubnis nach § 11 KCanG hat. Anträge, laufende Verfahren und Interessenbekundungen fallen nicht automatisch darunter. Wer also eine Zahl liest, sollte fragen, ob sie erteilte Erlaubnisse meint oder nur Anträge. Ohne diese Klärung sagt die Zahl wenig.
Welche Listen es gibt
In Niedersachsen führt die Landwirtschaftskammer Niedersachsen auf ihrem Cannabis-Portal eine Liste genehmigter Anbauvereinigungen. Sie ist für dieses Land die direkteste Quelle. Für andere Bundesländer lohnt die Anfrage bei der zuständigen Landesstelle, weil die Zuständigkeit je nach Land unterschiedlich organisiert sein kann. Eine einheitliche bundesweite Liste haben die geprüften Quellen nicht ausgewiesen.
Angaben von Verbänden richtig einordnen
Verbände von Clubs vertreten Interessen und veröffentlichen Zahlen aus ihrer eigenen Sicht. Solche Angaben können nützlich sein, sind aber keine amtlichen Zahlen. Wer sie verwendet, sollte Herausgeber, Datum und Methode nennen. Das gilt ebenso für Medienberichte, die sich auf Verbandsangaben berufen. Zahlen aus zweiter Hand sind oft ungenau oder schon überholt.
Warum die Zahl der Clubs wenig über den Schutz sagt
Eine hohe Zahl Clubs sagt nichts über Qualität oder Schutz aus. Wichtig sind die Regeln im Einzelfall: das Mindestalter von 18 Jahren, die Obergrenze von 500 Mitgliedern je Anbauvereinigung, das Werbeverbot und der Zutritt für Erwachsene. Diese Regeln gelten für jeden Club mit Erlaubnis, unabhängig von der Gesamtzahl im Land. Wer einen Club bewertet, sollte deshalb zuerst auf die Erlaubnis schauen.
Wie du aktuelle Angaben findest
- Die Liste der zuständigen Stelle für dein Bundesland suchen, wenn sie öffentlich ist.
- Das Datum des Abrufs festhalten, weil Listen sich ändern.
- Bei Verbänden nach Quelle und Erhebungsmethode fragen.
- Bei Unsicherheit die zuständige Landesstelle direkt kontaktieren.
Was Zahlen im Alltag bedeuten
Für einzelne Menschen zählt selten die Gesamtzahl. Wichtiger ist, ob der Club vor Ort eine Erlaubnis hat, ob er Mitglieder aufnimmt und welche Regeln er einhält. Die Zahl im Land sagt wenig darüber, wie ein Club arbeitet oder ob er zu deinem Alltag passt. Wer sich informieren will, achtet auf Erlaubnis, Regeln und Beratung.
Was du jetzt tun kannst
Wenn du einen Club suchst, prüfe zuerst seine Erlaubnis und erst dann seine Größe. Wenn du dich allgemein informieren willst, nutze den Gesetzestext und Beratungsangebote. Bei Fragen zum eigenen Konsum hilft eine Suchtberatungsstelle.
Warum Zahlen über Clubs oft nicht vergleichbar sind
Zahlen beziehen sich mal auf Erlaubnisse, mal auf Anträge, mal auf Mitgliedschaften oder Standorte. Wer zwei Quellen vergleicht, sollte deshalb zuerst klären, was gezählt wurde. Ohne diese Klärung entstehen leicht Widersprüche, die sich nicht auflösen lassen.
Hinzu kommt der Zeitpunkt. Eine Zahl beschreibt den Stand an einem Tag, nicht die Lage im ganzen Jahr. Wer sich auf eine Zahl stützt, sollte das Datum nennen und den Abrufzeitpunkt festhalten, damit andere die Angabe nachprüfen können.
Zahlen und Verantwortung
Eine Diskussion über die Anzahl der Clubs ersetzt keine Prüfung des einzelnen Vereins. Wer einen Club bewertet, braucht Angaben zur Erlaubnis, zu den Mitgliederregeln und zum Jugendschutz. Die Gesamtzahl beschreibt das Feld, entscheidet aber nicht über die Qualität eines einzelnen Angebots.
Politische Debatten greifen Zahlen gern auf. Für die eigene Entscheidung zählt jedoch der Gesetzestext und eine nachvollziehbare Prüfung der konkreten Anbauvereinigung.
Den Wortlaut von § 16 findest du auf gesetze-im-internet.de. Weiter lesen lohnt sich mit Wie prüfe ich, ob eine Anbauvereinigung genehmigt ist? und Wie viele Mitglieder darf ein Club höchstens haben?.
Häufige Fragen
Wo finde ich eine Liste genehmigter Clubs?
In Niedersachsen steht eine Liste genehmigter Anbauvereinigungen auf dem Cannabis-Portal der Landwirtschaftskammer Niedersachsen. Für andere Bundesländer fragst du bei der zuständigen Landesstelle nach. Prüfe das Datum des Abrufs, weil sich Listen ändern können.
Darf ein Club mehr als 500 Mitglieder haben?
Nein. Eine Anbauvereinigung darf nach § 16 Abs. 2 Satz 1 KCanG höchstens 500 Mitglieder haben. Die Grenze gilt für jeden einzelnen Club, nicht für alle Clubs zusammen.