Welche Symptome hat der Cannabis-Entzug?
Wer Cannabis regelmäßig konsumiert und aufhört, kann Entzugserscheinungen bemerken. Laut drugcom sind sie unangenehm, stellen aber in der Regel keine ernsthafte Bedrohung für die Gesundheit dar. Sie können den Ausstieg erschweren. Dieser Ratgeber beschreibt die typischen Symptome, zeigt, wie du sie einordnest, und benennt die Warnzeichen, bei denen du nicht abwarten solltest.
Welche Symptome treten typischerweise auf?
drugcom nennt diese häufigen Entzugssymptome nach dem Absetzen. Es können auch mehrere gleichzeitig auftreten, und die Ausprägung ist je nach Person sehr unterschiedlich.
- Nervosität und Unruhe
- Schlafprobleme und wirre Träume
- Verminderter Appetit
- Aggressivität
- Depressionen und Angst
- Muskelzittern, Schwitzen und erhöhte Temperatur
- Durchfall, Magenprobleme, Übelkeit und Erbrechen
- Kopfschmerzen
- Starkes Bedürfnis, wieder zu kiffen
Das starke Bedürfnis, wieder zu kiffen, hängt laut drugcom mit der psychischen Abhängigkeit zusammen, die sehr hartnäckig sein kann. Es wird oft Craving genannt.
Warum fallen die Beschwerden unterschiedlich aus?
drugcom beschreibt, dass Entzugssymptome besonders bei Menschen auftreten, die lange Zeit täglich gekifft haben, und je nach Person sehr unterschiedlich ausgeprägt sind. Nicht alle Cannabisabhängigen erleben körperliche Entzugserscheinungen. Diese Unterschiede sagen nichts über Schwäche aus.
Wie unterscheiden sich Entzug und Abhängigkeit?
Laut drugcom sind Entzugssymptome Anzeichen für eine körperliche Abhängigkeit, die aber wesentlich milder ausgeprägt ist als bei Opiat- oder Alkoholabhängigen. Zugleich müssen sie nicht auftreten, denn nicht alle Cannabisabhängigen erleben körperliche Entzugserscheinungen. Abhängigkeit besteht nach drugcom meist aus einem Bündel von Merkmalen. Mehr dazu steht im Artikel Woran erkenne ich eine Cannabisabhängigkeit?
Nach cannabispraevention.de wird ungefähr eine von acht Personen, die Cannabis konsumieren, abhängig. Wer Entzugssymptome erlebt, sollte den Konsum ernst nehmen und sich beraten lassen.
Wie kannst du die Symptome lindern?
Die genutzten Quellen nennen keine Behandlung, die für alle gilt. Im Alltag können ein geregelter Tagesablauf und Gespräche mit Vertrauenspersonen entlasten. Eine kleine Studie, über die drugcom berichtet (79 Teilnehmende), sah bei Ausstiegswilligen, die Sport trieben, bessere Hirnleistungen als bei denen ohne Sport. Die Studie ist eher klein.
- Halte einen festen Schlafrhythmus ein, auch wenn der Schlaf anfangs schwerfällt.
- Plane kleine Aktivitäten, die dich beschäftigen und ablenken.
- Meide Situationen, die starkes Verlangen auslösen, zumindest anfangs.
- Trink ausreichend und achte auf regelmäßige Mahlzeiten.
- Sprich mit einer Vertrauensperson über das, was du gerade erlebst.
Der Beitrag zu Schlafproblemen im Entzug zeigt weitere konkrete Hilfen.
Wann solltest du ärztliche Hilfe holen?
Manche Beschwerden erfordern professionelle Begleitung. Dazu gehören anhaltende Niedergeschlagenheit, Suizidgedanken, Halluzinationen, starke Verwirrtheit oder Selbstverletzung. Auch wenn du Medikamente oder andere Substanzen zusätzlich nimmst, sprich die Situation mit einer Ärztin ab.
Wenn du unsicher bist, ob deine Beschwerden noch im normalen Rahmen liegen, hol dir eine Einschätzung. Die Praxis oder eine Suchtberatungsstelle kann dir helfen, das einzuordnen. Bei akuter Gefahr gilt: Notruf rufen.
Wie zeigt sich das Verlangen im Alltag?
Hilfreich ist es, Situationen mit starkem Verlangen zu erkennen. Notiere, wann das Verlangen besonders stark ist und was kurz vorher passiert ist. Mit der Zeit zeigen sich Muster, auf die du gezielt reagieren kannst, etwa durch einen Spaziergang oder ein Gespräch.
Welche körperlichen Beschwerden sind typisch?
Körperlich nennt drugcom Muskelzittern, Schwitzen, erhöhte Temperatur, Durchfall, Magenprobleme, Übelkeit und Erbrechen sowie Kopfschmerzen. Die Beschwerden sind unangenehm, stellen aber in der Regel keine ernsthafte Bedrohung für die Gesundheit dar. Trink ausreichend, achte auf Pausen und schone dich, wenn du müde bist. Wenn Beschwerden sich deutlich verschlimmern, lass dich ärztlich untersuchen.
Welche Warnzeichen zeigen sich bei der Stimmung?
Eine vorübergehende Niedergeschlagenheit ist im Entzug nicht ungewöhnlich. Anders ist es, wenn die Stimmung über lange Zeit sehr tief bleibt, wenn du dich zurückziehst oder wenn Gedanken an Verzweiflung und Sinnlosigkeit auftauchen. Solche Anzeichen sind ernst zu nehmen und gehören in ärztliche Hände.
Sprich mit einer Vertrauensperson, wenn du merkst, dass dich die Stimmung nicht loslässt. Du musst diese Last nicht allein tragen.
Was du jetzt tun kannst
Notiere, welche Symptome du erlebst, wie stark sie sind und wann sie auftreten. Diese Notizen helfen dir und einer Beratung oder Ärztin, die Lage zu verstehen. Der Beitrag zur Dauer des Cannabis-Entzugs erklärt den typischen Verlauf. Wenn du zu Hause aufhören möchtest, lies außerdem den Beitrag zu Entzug zu Hause. Die Themenseite Hilfe und Beratung zeigt weitere Anlaufstellen.
Häufige Fragen
Welche Symptome hat der Cannabis-Entzug am häufigsten?
Häufig sind Nervosität, Unruhe, Schlafprobleme, verminderter Appetit, Aggressivität, Schwitzen, Kopfschmerzen und ein starkes Bedürfnis, wieder zu kiffen. Auch Depressionen und Angst können auftreten. Die Stärke ist sehr unterschiedlich. Besonders betroffen sind laut drugcom Menschen, die lange täglich konsumiert haben.
Ist ein Cannabis-Entzug gefährlich?
Meist ist er unangenehm, aber nicht lebensbedrohlich. Gefährlich kann es werden, wenn starke Depressionen, Suizidgedanken oder Verwirrtheit auftreten. Dann solltest du nicht abwarten. Hol sofort ärztliche oder fachliche Hilfe.