Wie lange dauert der Cannabis-Entzug?
Die Frage nach der Dauer ist für viele Menschen der wichtigste Punkt vor dem Ausstieg. Die Angaben von drugcom nennen zwei Zeitspannen: Laut FAQ beginnen die Entzugssymptome meist 24 bis 48 Stunden nach dem letzten Konsum und dauern in der Regel bis zu einer Woche, im Höchstfall bis zu 14 Tage. In einem Beitrag zum Ausstieg heißt es, der körperliche Entzug sei in der Regel nach drei bis vier Wochen überstanden. Die psychische Abhängigkeit kann länger bleiben. Dieser Ratgeber ordnet die Angaben ein.
Was die Quellen zur Dauer sagen
Die drugcom-FAQ nennt: Die Symptome treten meist 24 bis 48 Stunden nach dem letzten Konsum auf, dauern in der Regel bis zu einer Woche an und im Höchstfall bis zu 14 Tage. Ein Beitrag von drugcom zum Ausstieg aus dem Cannabiskonsum nennt dagegen etwa drei bis vier Wochen, nach denen der Entzug weitgehend überstanden ist. Die Angaben weichen also voneinander ab, eine feste Zahl für jeden Einzelfall gibt es nicht.
Entzugssymptome treten laut drugcom besonders bei Menschen auf, die lange Zeit täglich gekifft haben, und sind je nach Person sehr unterschiedlich ausgeprägt. Sie können sehr unangenehm sein, stellen aber in der Regel keine ernsthafte Bedrohung für die Gesundheit dar.
Was bedeutet die psychische Abhängigkeit für den Verlauf?
drugcom beschreibt, dass sich bei dauerhaftem Konsum eine psychische Abhängigkeit entwickeln kann: Betroffene haben das Gefühl, nicht mehr ohne Cannabis zurechtzukommen. Viele Aufhörwillige verspüren in der Entzugsphase ein starkes Bedürfnis, wieder zu kiffen, denn die psychische Abhängigkeit kann sehr hartnäckig sein.
Die psychische Abhängigkeit ist laut drugcom langfristiger als der körperliche Entzug und erfordert eine aktive Auseinandersetzung mit dem Konsum. Plane deshalb Unterstützung nicht nur für den Anfang, auch für mehrere Wochen.
Wie häufig ist eine Abhängigkeit?
Nicht jede Person, die Cannabis konsumiert, wird abhängig. Nach cannabispraevention.de wird ungefähr eine von acht Personen, die Cannabis konsumieren, abhängig. Das Risiko steigt, wenn man ein- oder mehrmals pro Woche kifft. Wer aufhören möchte, sollte frühzeitig auf Unterstützung achten.
Warum ist der Rückfall ein Teil des Verlaufs?
Ein Rückfall muss das Ende des Ausstiegs nicht bedeuten, auch wenn er enttäuschend ist. Wichtig ist, daraus zu lernen und weiterzumachen. Frag dich, welche Situation den Konsum ausgelöst hat, und welche Alternative du beim nächsten Mal ausprobieren kannst.
Der Beitrag zu Rückfällen beim Cannabis erklärt, wie du damit umgehst. Hilfreich ist außerdem der Beitrag zu Stabilität nach dem Entzug.
Wann ist eine längere Begleitung sinnvoll?
Wenn die Beschwerden sehr lange anhalten, wenn Stimmung oder Schlaf stark leiden oder wenn du merkst, dass du allein nicht zurechtkommst, ist eine längere Begleitung sinnvoll. Eine Suchtberatungsstelle kann dich über Wochen begleiten. Bei schweren Krisen ist eine ärztliche Abklärung wichtig.
Auch Gruppenangebote können ein fester Rahmen sein.
Was passiert in den ersten Tagen konkret?
Als häufige Entzugssymptome nennt drugcom Nervosität und Unruhe, Schlafprobleme und wirre Träume, verminderten Appetit, Aggressivität, Depressionen, Angst, Muskelzittern, Schwitzen und erhöhte Temperatur, Durchfall, Magenprobleme, Übelkeit und Erbrechen sowie Kopfschmerzen. Es können auch mehrere Symptome gleichzeitig auftreten.
Plane diese Tage so, dass du möglichst wenig allein bist. Ein Telefonat mit einer Vertrauensperson, eine feste Mahlzeit oder ein kurzer Spaziergang können helfen, den Druck zu senken.
Wie geht es weiter, wenn die ersten Wochen vorbei sind?
Nach etwa drei bis vier Wochen ist der körperliche Entzug laut drugcom weitgehend überstanden. Die psychische Abhängigkeit erfordert danach weiter eine aktive Auseinandersetzung mit dem Konsum.
Ein fester Rahmen kann dabei helfen: Termine bei einer Beratungsstelle, Gruppenangebote oder sportliche Aktivitäten geben Struktur. Eine kleine Studie, über die drugcom berichtet (79 Teilnehmende, drei Wochen), fand bei Ausstiegswilligen, die Sport trieben, deutlich bessere Hirnleistungen als bei denen ohne Sport. Wegen der geringen Größe ist das vorsichtig zu lesen. Auch kleine Erfolge sollten sichtbar werden, zum Beispiel in einer Liste.
Was du jetzt tun kannst
Plane deinen Ausstieg so, dass du Unterstützung für die ersten Wochen hast. Notiere deine Beschwerden und deine Fortschritte, damit du den Verlauf sehen kannst. Der Beitrag zu Symptomen des Cannabis-Entzugs hilft dir, die Beschwerden einzuordnen. Eine Übersicht zu Beratungsangeboten findet sich auf der Themenseite Hilfe und Beratung.
Häufige Fragen
Wie lange dauert ein Cannabis-Entzug?
Eine feste Dauer gibt es nicht. Laut drugcom-FAQ beginnen die Symptome meist 24 bis 48 Stunden nach dem letzten Konsum und dauern in der Regel bis zu einer Woche, im Höchstfall bis zu 14 Tage. Ein anderer drugcom-Beitrag nennt drei bis vier Wochen bis zum weitgehenden Abklingen. Die psychische Abhängigkeit ist langfristiger.
Wie hoch ist das Risiko, abhängig zu werden?
Nicht jede Person wird abhängig. Nach cannabispraevention.de wird ungefähr eine von acht Personen, die Cannabis konsumieren, abhängig. Das Risiko steigt, wenn man ein- oder mehrmals pro Woche kifft. Wer merkt, dass der Konsum das Denken und den Alltag bestimmt, sollte frühzeitig Beratung nutzen.