Was tun, wenn ein Kind Pflanzenteile in den Mund nimmt?
Wenn ein Kind Pflanzenteile in den Mund nimmt, ist schnelles Handeln gefragt. Der wichtigste Schritt ist, sofort das Giftinformationszentrum-Nord in Göttingen anzurufen. Es berät rund um die Uhr bei Vergiftungen oder dem Verdacht darauf, unter der Telefonnummer 0551 19240. Bei Atemnot, Krampfanfall oder Bewusstlosigkeit wählst du sofort den Notruf, und zwar ohne vorher auf Auskünfte zu warten.
Ruhe bewahren und das Kind im Blick behalten
Auch wenn der Schreck groß ist, hilft ein ruhiges und gezieltes Vorgehen. Lass das Kind nicht allein und behalte Atmung und Reaktion im Blick. Wer den Verdacht hat, dass etwas in den Mund gelangt ist, ruft an, ohne auf Beschwerden zu warten.
Wichtig ist außerdem, dass du das Kind nicht zu einer Handlung zwingst, die es verängstigt. Eine ruhige Stimme und klare Anweisungen helfen dem Kind und dir.
Das Giftinformationszentrum anrufen
Das Giftinformationszentrum-Nord berät nach eigener Angabe 24 Stunden am Tag bei Vergiftungen oder dem Verdacht darauf. Die Beratung gilt auch bei einem Verdacht. Was jetzt zu tun ist, klärst du mit den Fachleuten am Telefon. Die Website des Zentrums unter giz-nord.de beschreibt das Angebot. Die Nummer 0551 19240 lässt sich im Telefon speichern.
Wenn du anrufst, nenne zuerst das Alter des Kindes und den Zeitpunkt des Vorfalls. Beschreibe danach, welche Teile in den Mund gelangt sein könnten und wie viel ungefähr. Schildere auch, welche Beschwerden du bemerkst oder nicht bemerkst. Die Auskunft fällt besser aus, wenn du die Angaben strukturiert liefern kannst.
Welche Angaben du bereithalten solltest
Eine kurze Liste hilft, auch unter Stress nichts zu vergessen. Schreibe sie am besten schon jetzt auf einen Zettel am Kühlschrank oder speichere sie im Telefon.
- Alter des Kindes und ungefähr sein Gewicht
- Zeitpunkt des Vorfalls und wie lange er zurückliegt
- Welche Pflanzenteile oder welches Material in den Mund gelangt sind
- Wie viel ungefähr, soweit du es abschätzen kannst
- Welche Beschwerden oder Auffälligkeiten du beobachtest
- Ob das Kind bereits etwas gegessen oder getrunken hat
Wenn du unsicher bist, ob eine Angabe wichtig ist, nenne sie trotzdem. Die Fachleute entscheiden, was relevant ist.
Pflanzenteile sichern und aufbewahren
Frage am Telefon, ob und wie du Reste des Pflanzenmaterials aufbewahren sollst. Bis dahin gehört alles, was das Kind erreicht haben könnte, außer Reichweite des Kindes.
Diese Vorsicht hilft nicht nur dem Kind. Sie verhindert außerdem, dass weitere Teile in Reichweite bleiben. Wie du den Raum insgesamt sicherst, erklärt der Beitrag Wie kontrolliert man den Zugang zu einem abschließbaren Anbauraum?.
Wann der Notruf Vorrang hat
Es gibt Situationen, in denen die Beratung am Telefon nicht die erste Stelle ist. Bei Atemnot, bei einem Krampfanfall, bei Bewusstlosigkeit oder wenn das Kind nicht mehr reagiert, wählst du sofort den Notruf. Sage am Telefon, was passiert ist, und folge den Anweisungen. Wenn du das Giftinformationszentrum schon erreicht hast, informiere es über die Symptome, damit es die Einschätzung anpassen kann.
Vorbeugen: Pflanzen außer Reichweite halten
Die beste Hilfe ist, dass es gar nicht erst zu einem Vorfall kommt. Nach § 10 KCanG sind Cannabis und Vermehrungsmaterial am Wohnsitz durch geeignete Maßnahmen vor dem Zugriff Dritter zu schützen, insbesondere vor Kindern und Jugendlichen. Ein verschlossener Raum, eine Ablage außer Reichweite und klare Regeln im Haushalt gehören dazu. Der Beitrag Wie erklärt man Kindern altersgerecht, dass Pflanzen tabu sind? zeigt, wie du das Thema mit Kindern anspricht.
Achte außerdem darauf, dass Pflanzen nicht offen auf Fensterbänken, Tischen oder im Flur stehen. Gerade bei Besuch von Kindern lohnt ein kurzer Rundgang durch die Wohnung vor dem Besuch.
Nach dem Vorfall
Ob eine ärztliche Untersuchung nötig ist, besprichst du mit dem Giftinformationszentrum. Berichte einem Arzt, was passiert ist und welche Angaben du dem Giftinformationszentrum gemacht hast. Schreibe dir auf, wann was geschehen ist, denn das hilft bei späteren Gesprächen.
Wenn du den Vorfall selbst belastet hat, ist das verständlich. Eltern finden beim Elterntelefon der Nummer gegen Kummer Unterstützung unter 0800 111 0 550.
Typische Fehler in der Notsituation
In der Aufregung passieren oft Fehler, die sich leicht vermeiden lassen. Ein häufiger Fehler ist, zu lange nach der Ursache zu suchen, während das Kind unbeaufsichtigt bleibt. Ein anderer ist, Angaben aus dem Gedächtnis zu ergänzen, die man nicht sicher weiß. Sage in diesem Fall ehrlich, was du nicht weißt. Kennzeichne Schätzungen ausdrücklich als Schätzung.
Was du dem Kind bis dahin gibst oder nicht gibst, klärst du mit dem Giftinformationszentrum, das auf den Einzelfall eingehen kann.
Was du nach dem Anruf festhältst
Notiere nach dem Gespräch mit dem Giftinformationszentrum die Empfehlungen, die dir genannt wurden, und die Uhrzeit des Anrufs. Diese Notiz hilft dir und dem Arzt, den Verlauf nachzuvollziehen. Bewahre sie zusammen mit der Telefonnummer des Zentrums an einem festen Ort auf.
Wenn das Kind eine Betreuung besucht, informiere auch die Einrichtung, sobald das Kind gut versorgt ist. Dort sollte man wissen, was passiert ist, damit alle richtig reagieren können.
Notfallangaben für den Haushalt
Das Giftinformationszentrum-Nord ist unter 0551 19240 erreichbar und beantwortet Anrufe laut eigener Angabe 24 Stunden am Tag. Wer mit Kindern zusammenlebt oder Kinder zu Besuch hat, kann die Nummer im Telefon speichern und für andere Erwachsene im Haushalt sichtbar notieren. Kläre vorab, wer im Notfall anruft und wer beim Kind bleibt. So müssen im Ernstfall keine Absprachen mehr getroffen werden.
Was du jetzt tun kannst
Speichere die Nummer des Giftinformationszentrums-Nord im Telefon, schreibe die Liste der Angaben auf und sprich mit allen Erwachsenen im Haushalt darüber, wer im Notfall anruft. Prüfe außerdem, ob Pflanzenteile und Material für Kinder unerreichbar sind. Bei Fragen zum eigenen Konsum erreichst du die Sucht & Drogen Hotline unter 01806 313031.
Häufige Fragen
Welche Nummer ruft man an, wenn ein Kind Pflanzenteile verschluckt hat?
Das Giftinformationszentrum-Nord in Göttingen berät rund um die Uhr bei Vergiftungen oder Verdacht auf Vergiftungen, Telefon 0551 19240. Bei Atemnot, Krampfanfall oder Bewusstlosigkeit wählst du sofort den Notruf, bevor du weitere Angaben sammelst.
Welche Angaben braucht das Giftinformationszentrum am Telefon?
Hilfreich sind das Alter des Kindes, der Zeitpunkt des Vorfalls, die Art der Pflanzenteile, eine ungefähre Menge und die beobachteten Beschwerden. Ob du Reste aufbewahren sollst, klärst du am Telefon.
Muss man auch zum Arzt, wenn es dem Kind gut geht?
Ob eine ärztliche Untersuchung nötig ist, besprichst du mit dem Giftinformationszentrum. Berichte einem Arzt, was passiert ist, und nenne die Angaben, die du dem Giftinformationszentrum gemacht hast.