Was macht eine psychosoziale Suchtberatungsstelle (PSB)?
Eine psychosoziale Beratungsstelle, kurz PSB, ist eine Anlaufstelle der Suchthilfe für Menschen mit Suchtproblemen und für ihr Umfeld. Bei Cannabisproblemen berät sie zu Konsum, Gewohnheiten und Zielen, schätzt die Situation fachlich ein und hilft bei der Vermittlung in weitere Angebote. Wie vertraulich die Gespräche ablaufen, erklärt dir die Stelle beim ersten Kontakt.
Was die Abkürzung PSB bedeutet
PSB steht für psychosoziale Beratungsstelle. Der Name beschreibt die Verbindung von seelischer Gesundheit und sozialer Lage. Viele Menschen mit Suchtproblemen kämpfen zusätzlich mit Schulden, Stress im Job, Konflikten in der Familie oder Schwierigkeiten bei der Wohnsituation. Die Beratungsstelle betrachtet deshalb den Konsum im Zusammenhang mit dem ganzen Leben. Nach Angaben des Drogenbeauftragten der Bundesregierung gibt es in fast jeder Stadt Beratungsstellen für Menschen mit Suchtproblemen und Angehörige. Die Einrichtungsdatenbank der DHS enthält bundesweit über 1.400 ambulante Suchtberatungsstellen und 800 stationäre Einrichtungen.
Die Bezeichnungen und der genaue Zuschnitt können sich je nach Bundesland und Träger unterscheiden. Frag deshalb am Telefon nach, welche Angebote die Stelle tatsächlich macht. So vermeidest du Enttäuschungen und findest schneller die passende Hilfe.
Welche Aufgaben eine PSB übernimmt
Der Kern der Arbeit ist die Beratung zu Suchtproblemen. Dazu gehört ein erstes Gespräch, in dem die Fachkraft deine Situation erfasst. Anschließend klärt sie gemeinsam mit dir, ob zusätzliche Hilfen sinnvoll sind. Das Angebot richtet sich nach deinem Anliegen.
- Beratung: Gespräche zu Konsum, Gewohnheiten und Zielen, auch wenn du noch nicht aufhören willst.
- Einschätzung: Fachliche Klärung, ob eine Abhängigkeit oder andere Probleme vorliegen.
- Vermittlung: Hinweise auf Entzug, Entwöhnung, Ärztinnen und Ärzte oder Selbsthilfegruppen.
- Angehörigenarbeit: Gespräche für Familienmitglieder, die unter dem Konsum eines anderen Menschen leiden.
- Nachsorge: Begleitung nach einer Behandlung, damit der Alltag danach gelingt.
Nicht jede Stelle macht alle diese Punkte selbst. Manche arbeiten eng mit Kliniken oder Praxen zusammen, andere verweisen weiter. Die Fachkräfte sagen dir, was sie übernehmen und wohin sie dich schicken.
Für wen die PSB da ist
Die Beratungsstellen richten sich an Menschen mit Cannabisproblemen, aber auch mit anderen Suchtformen wie Alkohol oder Medikamenten. Ebenso kommen Angehörige, die sich um jemanden sorgen. Wenn zusätzlich Depressionen, Angst oder andere psychische Probleme auftreten, ist die PSB ebenfalls ein passender Ort. Fachlich spricht man dann oft von einer Doppeldiagnose.
Du musst nicht schon sicher sein, dass du aufhören willst. Viele Stellen beraten auch Menschen, die ihren Konsum erst prüfen oder eine unabhängige Einschätzung haben möchten. Der Artikel Muss man zur Beratung schon aufhören wollen? beantwortet diese Frage ausführlicher.
Wie die Beratung finanziert wird
Wie eine Beratungsstelle finanziert wird, hängt von Land, Kommune und Träger ab. Für dich als Ratsuchende oder Ratsuchenden ist wichtig, vor dem ersten Termin nachzufragen, ob Kosten entstehen. Der Artikel Wer zahlt die ambulante Suchtberatung? erklärt die Grundlagen, auf die du dich dabei stützen kannst.
Wie der Kontakt abläuft
Der Kontakt beginnt oft mit einem Anruf oder einer Nachricht über die Website. Ein kurzer Satz genügt: Du möchtest über deinen Cannabiskonsum sprechen. Danach vereinbart die Stelle einen Termin oder nennt dir die nächste offene Sprechzeit. Wie lange du warten musst, hängt von der Stelle ab, dazu informiert der Artikel Wie lange dauert es, bis ein Termin frei ist?
Im Erstgespräch erfasst die Fachkraft deine Situation. Dazu gehören Konsumgewohnheiten, gesundheitliche Fragen, Arbeit, Schule oder Ausbildung und das soziale Umfeld. Am Ende könnt ihr gemeinsam überlegen, welche Schritte sinnvoll sind. Der Ablauf im Detail steht im Artikel Wie läuft das erste Gespräch in der Suchtberatung ab?.
PSB und andere Anlaufstellen im Vergleich
Die PSB ist eine ambulante Anlaufstelle. Sie ergänzt Hausarztpraxen, Kliniken und Selbsthilfegruppen. Wer einen Platz in einer Entwöhnungsbehandlung braucht, wird oft von der Beratungsstelle dorthin begleitet. Umgekehrt unterstützt die Stelle Menschen, die nach einer stationären Behandlung wieder in den Alltag zurückfinden müssen.
| Anlaufstelle | Schwerpunkt | Typischer Einstieg |
|---|---|---|
| Psychosoziale Beratungsstelle | Konsum, Alltag, Vermittlung | Anruf oder Kontakt über die Website |
| Hausarztpraxis | Körper, Medikamente, Diagnose | Termin in der Praxis |
| Suchtklinik | Intensive Behandlung | Vermittlung über Beratung oder Arzt |
| Selbsthilfegruppe | Austausch mit Betroffenen | Kontakt über Beratung oder Internet |
Die Tabelle ist eine Orientierung. Viele Wege führen über mehrere dieser Stellen, und das ist üblich. Wichtig ist, dass die Stellen miteinander sprechen können, wenn du das möchtest.
Was im Erstgespräch auf dich zukommt
Das Erstgespräch dauert meist eine Weile, weil die Fachkraft ein Gesamtbild braucht. Du musst dich nicht vorbereiten wie für eine Prüfung. Hilfreich sind ein paar Stichworte: deine Gewohnheiten, deine größten Sorgen und die Situationen, in denen der Konsum stark wird. So fällt es leichter, das Wichtige auszusprechen.
Die Fachkraft fragt vermutlich, seit wann du konsumierst, wie sich dein Konsum verändert hat und welche Folgen du bemerkst. Auch Gesundheit, Schlaf, Arbeit oder Schule und dein Umfeld kommen zur Sprache. Du entscheidest selbst, wie tief du in einzelne Themen einsteigst. Wenn dir etwas unangenehm ist, kannst du das sagen.
Am Ende steht oft ein erster nächster Schritt, etwa ein weiterer Termin, eine Empfehlung oder der Kontakt zu einer anderen Stelle. Stell vorher deine Fragen. Gut geeignet sind Fragen zur Schweigepflicht, zur Dauer der Begleitung, zur Einbindung von Angehörigen und zu Angeboten nach der Beratung.
Was du jetzt tun kannst
- Suche eine PSB in deiner Nähe, zum Beispiel über das Suchthilfeverzeichnis der DHS.
- Ruf an und frag, welche Angebote die Stelle macht und wie die Terminvergabe läuft.
- Kläre vorab, ob Kosten entstehen, und schreib dir deine Fragen auf.
- Nimm eine Vertrauensperson mit, wenn dir das hilft.
Eine PSB ist ein niedrigschwelliger Einstieg in die Hilfe. Du musst dafür nicht alles wissen. Die Fachkräfte helfen dir, die nächsten Schritte zu sortieren, und du entscheidest selbst, wie es weitergeht. Weitere Orientierung findest du im Bereich Hilfe und Beratung.
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen einer PSB und einer Suchtklinik?
Eine PSB ist eine ambulante Beratungsstelle. Du kommst zu Gesprächen und behältst deinen Alltag. Eine Suchtklinik ist eine stationäre oder teilstationäre Einrichtung für intensive Behandlung. Die PSB klärt, ob eine Klinik sinnvoll ist, und begleitet dich bei der Vermittlung.
Kann auch ein Angehöriger zur PSB gehen?
Ja. Viele Beratungsstellen haben Angebote für Familienmitglieder, Partnerinnen und Partner sowie Freunde. Angehörige können Fragen zum Umgang mit dem Konsum klären und Entlastung finden. Ob und in welchem Umfang das möglich ist, erfragst du bei der Stelle.
Muss ich für die PSB eine Überweisung haben?
Ob du eine Überweisung oder eine Anmeldung über ein Amt brauchst, unterscheidet sich je nach Stelle. Frag beim ersten Kontakt nach, welche Voraussetzungen für dich gelten. Auch wenn ein Gericht oder ein Amt die Beratung vorschlägt, klärt die Stelle mit dir den Ablauf.