Was passiert, wenn man einen MPU-Termin verpasst?
Wenn du einen MPU-Termin verpasst, melde dich sofort bei der Begutachtungsstelle und frag nach einem neuen Termin. Warte nicht, bis die Stelle von sich aus reagiert. Zwei Ebenen sind zu unterscheiden. Die erste ist das Vertragsverhältnis mit der Stelle: Die Untersuchung erfolgt auf Grund deines Auftrags (§ 11 Abs. 6 Satz 5 FeV), Absage- und Stornoregeln stehen deshalb in deinen Vertragsunterlagen. Die zweite ist das Verfahren bei der Fahrerlaubnisbehörde: Sie hat dir eine Frist gesetzt, bis zu der du das Gutachten beibringen musst.
Warum die Frist der Behörde zählt
Die Anordnung nennt eine Frist, innerhalb der du dich auf deine Kosten untersuchen lassen und das Gutachten beibringen musst (§ 11 Abs. 6 FeV). Weigerst du dich, dich untersuchen zu lassen, oder bringst du das Gutachten nicht fristgerecht bei, darf die Behörde bei ihrer Entscheidung auf die Nichteignung schließen. Darauf muss sie dich in der Anordnung hinweisen (§ 11 Abs. 8 FeV). Ein verpasster Termin ist deshalb vor allem dann kritisch, wenn die Frist dadurch zu platzen droht.
Ruf also nicht nur bei der Stelle an. Prüfe, wie viel Zeit bis zum Fristende bleibt. Wird es knapp, wende dich schriftlich an die Behörde, schildere den Grund und bitte um Verlängerung. Ob sie zustimmt, entscheidet die Behörde. Eine Anwältin oder ein Anwalt für Verkehrsrecht kann die Formulierung prüfen.
Warum du sofort handeln solltest
Jeder Tag, der verstreicht, macht es schwerer, das Versäumnis zu erklären. Ruf noch am selben Tag bei der Stelle an und bestätige das Gespräch danach schriftlich. Notiere Datum, Uhrzeit und den Namen der Person, mit der du gesprochen hast. Eine schriftliche Nachricht zeigt, dass du dich gekümmert hast, und hält fest, was du mitgeteilt hast.
Welche Absagefrist gilt
Wie viele Tage vorher du einen Termin absagen musst, regelt nicht die Fahrerlaubnis-Verordnung. Es steht in deiner Terminbestätigung oder in den Bedingungen der Stelle. Lies deine Unterlagen genau und melde dich lieber früher als zu spät.
- Prüfe die Terminbestätigung auf Frist und Absageweg.
- Melde dich telefonisch und schriftlich, wenn die Frist knapp wird.
- Halte Nachweise bereit, zum Beispiel eine ärztliche Bescheinigung.
Welche Gründe die Stelle prüft
Ob ein Grund ausreicht, entscheidet die Stelle nach ihren Bedingungen. Eine plötzliche Erkrankung mit ärztlicher Bescheinigung lässt sich belegen, ein vergessener Termin nicht. Eine unvorhersehbare Notlage kann ebenfalls zählen, wenn du sie belegen kannst. Wenn du unsicher bist, ob dein Grund reicht, frag die Stelle direkt.
Ein Beispiel: Der Termin fällt auf einen Arbeitstag
Stell dir vor, du wachst am Termintag mit einer starken Erkältung auf und kannst nicht zur Untersuchung fahren. Du rufst sofort bei der Stelle an, erklärst die Lage und schickst die ärztliche Bescheinigung noch am selben Tag nach. Zusätzlich schreibst du der Behörde, dass sich die Untersuchung verschiebt, und nennst den neuen Termin. So zeigst du, dass du verantwortlich handelst, auch wenn der erste Termin nicht geklappt hat.
Was du der Stelle schreiben solltest
Deine Nachricht sollte kurz und sachlich sein. Nenne dein Aktenzeichen oder die Terminnummer, das Datum des versäumten Termins und den Grund. Bitte um einen neuen Termin und nenne, wann du verfügbar bist. Füge die Nachweise bei und bewahre eine Kopie auf.
- Aktenzeichen und Termindatum
- Ein kurzer, ehrlicher Grund
- Die Bitte um einen neuen Termin mit deiner Verfügbarkeit
- Die beigefügten Nachweise, etwa eine ärztliche Bescheinigung
Formuliere nichts, was du nicht belegen kannst. Eine Begründung, die sich später als falsch herausstellt, schadet deinem Verfahren mehr als der verpasste Termin.
Häufige Fehler nach einem verpassten Termin
Der größte Fehler ist, zu warten. Ein zweiter Fehler ist, den Grund nachträglich zu verändern oder nur mündlich zu erklären. Schriftliche Belege sind bei Rückfragen entscheidend. Ebenso problematisch ist es, einen Termin ohne Absprache nachzuholen. Stimme den Ablauf vorher mit der Stelle ab.
Was passiert, wenn die Stelle den Grund nicht anerkennt?
Dann gelten ihre Vertragsbedingungen, zum Beispiel zu Stornogebühren. Frag nach der Begründung in schriftlicher Form. Die Folgen für das Verfahren hängen von der Frist der Behörde ab. Lass dich von einer Anwältin oder einem Anwalt für Verkehrsrecht beraten, bevor du weitere Schritte unternimmst, besonders wenn schon eine Frist läuft.
Nächste Schritte
Kläre den neuen Termin schriftlich und frag nach, welche Unterlagen du mitbringen musst. Hilfe zur Vorbereitung bietet der Beitrag Lohnt sich eine MPU-Vorbereitung oder ein Beratungskurs? Den Ablauf der Untersuchung erklärt Wie läuft eine MPU bei Cannabis ab? Die Rechtsgrundlagen findest du in § 11 der Fahrerlaubnis-Verordnung.
Häufige Fragen
Was passiert, wenn ich die MPU-Frist verpasse?
Die Behörde darf auf deine Nichteignung schließen, wenn du das Gutachten nicht fristgerecht beibringst (§ 11 Abs. 8 FeV). Darauf muss sie in der Anordnung hinweisen. Melde dich deshalb sofort bei der Stelle und, wenn die Frist knapp wird, schriftlich bei der Behörde. Ob sie die Frist verlängert, entscheidet sie.
Muss ich einen MPU-Termin vorher absagen?
Wie und bis wann du absagen musst, regeln die Bedingungen der Begutachtungsstelle, nicht die Fahrerlaubnis-Verordnung. Du findest sie in der Terminbestätigung. Melde dich lieber früher als zu spät, am besten telefonisch und schriftlich.