Welche Hilfen kann die Schule vermitteln?
Eine Schule kann Hilfe bei Cannabiskonsum nicht selbst leisten, aber sie kann auf die Sucht & Drogen Hotline, auf drugcom.de, auf Suchtberatungsstellen aus dem DHS-Suchthilfeverzeichnis, auf die Schulsozialarbeit und auf das Jugendamt verweisen. Lehrkräfte, Schulsozialarbeit und Beratungslehrkräfte wissen oft, welche Stellen in der Region arbeiten. Entscheidend ist, dass die Hilfe schnell erreichbar ist und der junge Mensch sich ernst genommen fühlt.
Die Sucht und Drogen Hotline
Die Sucht und Drogen Hotline ist unter 01806 313031 erreichbar. Sie ist eine erste Anlaufstelle für Fragen zu Sucht und Drogen. Auf der Website der Hotline findest du weitere Informationen. Die Hotline ist nach ihrer Website ein Angebot für Menschen mit Suchtproblemen und für Angehörige, Freundinnen, Freunde und Kolleginnen und Kollegen; das Gespräch ist anonym. Schulen können die Nummer in Infomaterial und im Sekretariat aushängen.
Online-Angebote für junge Menschen
drugcom.de bietet sachliche Informationen zu Cannabis und zu Fragen des Konsums. Dort gibt es Lexikonartikel, einen Cannabis-Check und weitere Hinweise. Für Schülerinnen und Schüler ist das ein niedrigschwelliger Einstieg, weil sie sich ohne Termin informieren können. Ein Selbsttest ersetzt keine Beratung, er kann aber das eigene Nachdenken anstoßen. Wer wissen möchte, woran man eine Abhängigkeit erkennt, findet dazu den Artikel Wie erkennt man selbst, ob man abhängig ist?.
Suchtberatung vor Ort
Suchtberatungsstellen sind Fachstellen, die Konsumfragen einordnen und Gespräche führen. Beratungsstellen in der Nähe findest du im Suchthilfeverzeichnis der DHS (filterbar nach Bundesland, Postleitzahl oder Ort und Umkreis), außerdem fragen Schulsozialarbeit oder Jugendamt. Wer selbst Hilfe sucht, findet im Artikel Wie finde ich eine Suchtberatung in meiner Nähe? einen Überblick über den Weg dorthin. Der junge Mensch sollte bei der Wahl der Stelle und des Termins einbezogen werden.
Die Rolle der Jugendhilfe
Wenn Familie und Schule allein nicht weiterkommen, kann das Jugendamt Familien beraten und weitere Hilfen organisieren. Die Zusammenarbeit zwischen Schule und Jugendhilfe beschreibt der Artikel Wie arbeiten Schule und Jugendhilfe bei Cannabis zusammen? im Detail. Wichtig ist, dass alle Beteiligten wissen, wer welchen Teil übernimmt.
Vorbereitung im Kollegium
Bevor ein Fall auftritt, sollte die Schule intern klären, wer die Vermittlung übernimmt. Das kann die Schulsozialarbeit sein, die Beratungslehrkraft oder eine feste Lehrkraft mit Zuständigkeit für Gesundheitsthemen. Wichtig ist eine kurze Liste mit Kontaktdaten der Stellen in der Region. Sie sollte aktuell gehalten und im Lehrerzimmer sichtbar sein, damit im Ernstfall niemand erst suchen muss.
Außerdem lohnt sich ein gemeinsamer Blick auf die Frage, was die Schule selbst leisten kann und was an Fachstellen gehört. Eine Schule begleitet Schülerinnen und Schüler im Alltag. Eine Suchttherapie gehört in die Hand von Fachleuten. Diese Trennung erleichtert es, die Hilfe rechtzeitig an die richtige Stelle zu geben. Wer das im Team besprochen hat, reagiert ruhiger, wenn ein Fall auftritt.
Was die Schule konkret tun kann
- Eine feste Ansprechperson für Cannabisfragen benennen und im Kollegium bekanntmachen.
- Die Hotline-Nummer und die Online-Angebote in das Infomaterial aufnehmen.
- Den Kontakt zu einer Suchtberatungsstelle herstellen und die Eltern informieren.
- Nach einigen Wochen nachfragen, ob die Hilfe angenommen wurde.
- Den Fall dokumentieren, damit später nachvollziehbar ist, was vereinbart wurde.
Hilfe annehmen fällt schwer
Manche junge Menschen zögern, Hilfe anzunehmen, etwa weil sie Konsequenzen fürchten. Die Schule sollte deshalb klar sagen, dass es um Unterstützung geht und nicht allein um eine Strafe. Gleichzeitig muss sie Grenzen benennen. Dazu gehört das Verbot des öffentlichen Konsums in Schulen und in deren Sichtweite (§ 5 Abs. 2 Nr. 1 KCanG). Grenzen und Hilfe lassen sich im selben Gespräch ansprechen.
Prävention als Teil der Hilfe
Hilfe beginnt oft vor dem Problem. Schulen können Informationen zu Risiken anbieten. Laut cannabispraevention.de sind die Risiken für Jugendliche besonders hoch. Drugcom berichtet über Hirnveränderungen im Zusammenhang mit einem Konsumbeginn vor dem 18. Lebensjahr; bislang ist laut drugcom nicht abschließend geklärt, ob sich das Gehirn Jugendlicher wieder erholt. Solche Befunde sollten nüchtern und mit Quelle vorgetragen werden, ohne zu dramatisieren.
Wo du weiterkommst
Für Lehrkräfte und Eltern lohnt der Einstieg über die Themenseite Prävention und Jugendschutz. Für Jugendliche selbst ist die Hotline oder die Suchtberatung der richtige Weg, wenn der Konsum Sorgen macht. Wer unsicher ist, wie der nächste Schritt aussieht, bespricht ihn zuerst im Team und holt sich dann fachlichen Rat.
Häufige Fragen
Welche Hilfe kann die Schule direkt vermitteln?
Die Schule kann auf die Sucht und Drogen Hotline unter 01806 313031 hinweisen und auf Online-Angebote wie drugcom.de verweisen. Sie kann den Kontakt zur Schulsozialarbeit herstellen und das Jugendamt einbeziehen. Die Behandlung selbst übernehmen Fachstellen, nicht die Schule.
Kann die Schule Eltern bei der Suche nach Hilfe unterstützen?
Ja, die Schule kann Eltern auf Beratungsstellen hinweisen und den Kontakt begleiten. Die Entscheidung über weitere Schritte treffen Eltern und Jugendliche gemeinsam mit den Fachstellen. Wichtig ist, dass Eltern eine klare Ansprechperson in der Schule haben.