Was passiert in der Drogenberatung?
In der Drogenberatung sprichst du mit einer Fachperson über deinen Konsum, deine Sorgen und mögliche nächste Schritte. Die Beratung ist kein Verhör. Sie hilft dir, deine Lage einzuordnen und zu entscheiden, was du tun willst. Wie das Gespräch im Einzelnen abläuft, legt jede Stelle selbst fest. Die Grundzüge sind aber überall ähnlich.
Wer die Drogenberatung nutzen kann
Die Drogenberatung richtet sich an Menschen, die Hilfe suchen. Der Online-Anbieter mindzone nennt ausdrücklich Konsumierende, Betroffene sowie Freundinnen, Freunde und Angehörige als Zielgruppe. Du musst also nicht selbst abhängig sein, um ein Gespräch zu führen. Auch wenn du dir nur Sorgen um einen anderen Menschen machst, bist du richtig.
Wenn du unsicher bist, ob deine Situation passt, frag einfach am Telefon oder per E-Mail nach. Die Stellen klären mit dir, ob sie zuständig sind.
Welche Themen im Gespräch vorkommen
Die Themen reichen vom Konsumverhalten über die Wirkungen und Risiken psychoaktiver Substanzen bis zu Abhängigkeit und Sucht. Bei Cannabis gehören dazu häufig folgende Fragen:
- Wie oft und in welchen Situationen konsumierst du?
- Welche Wirkung erlebst du, und welche Folgen bemerkst du im Alltag?
- Hast du das Gefühl, den Konsum noch steuern zu können?
- Wie wirkt sich der Konsum auf Schule, Ausbildung, Arbeit oder Beziehungen aus?
Du entscheidest, welche Themen du ansprichst und in welcher Tiefe. Die Fachperson fragt nach, wenn etwas unklar bleibt.
Der Erstkontakt
Der Erstkontakt dient dazu, dein Anliegen zu verstehen. Ob du vor Ort, am Telefon, per Chat oder per Video sprichst, unterscheidet sich je nach Angebot. Bei Online-Beratungen buchst du den Termin meist über die Plattform. Wie Termine vergeben werden, zeigt die jeweilige Plattform.
Am Ende des Erstkontakts sollte klar sein, wie es weitergeht, zum Beispiel mit einem weiteren Termin oder dem Hinweis auf eine andere Stelle. Frag ruhig nach, wenn du den nächsten Schritt nicht verstanden hast.
Was du vorher tun kannst
Eine kurze Vorbereitung macht das Gespräch ergiebiger. Notiere dir, was dich bewegt, und welche Ziele du hast. Wer mehr Struktur möchte, schreibt die letzten zwei bis vier Wochen Konsum auf. Der Artikel Wie bereite ich mich auf das erste Beratungsgespräch vor? gibt dafür eine Checkliste.
Was Angehörige in der Drogenberatung erwarten können
Auch Angehörige und Freunde können eine Drogenberatung nutzen. Im Mittelpunkt stehen dann deine eigene Lage, deine Sorgen und deine Grenzen. Die Beratung nimmt dir die Entscheidung für den anderen Menschen nicht ab, sie hilft dir aber, mit der Situation besser umzugehen.
Wenn du dir Sorgen machst, hilft es, konkrete Beobachtungen aufzuschreiben. Wann ist etwas passiert, was hast du gesehen, und wie hat die Person reagiert? Mehr Hinweise findest du im Artikel Wo finden Angehörige Beratung bei Cannabiskonsum?.
Was dir im Gespräch hilft
Ein Gespräch wirkt am besten, wenn du offen bist und dir Zeit nimmst. Diese Punkte erleichtern die Arbeit:
- Sag, was dir wichtig ist, auch wenn es dir unangenehm erscheint.
- Frag nach, wenn du einen Begriff nicht verstehst.
- Notiere dir Ergebnisse und vereinbarte Schritte.
- Sag offen, welche Fragen du lieber nicht beantworten möchtest.
Du musst im ersten Gespräch nicht alles erzählen. Eine Beratung entwickelt sich Schritt für Schritt, und das Vertrauen wächst meist mit jedem Termin.
Auch ohne Konsumziel willkommen
Viele Menschen wissen beim ersten Kontakt noch nicht, ob sie weniger konsumieren oder ganz aufhören möchten. Das ist kein Hindernis. Die Drogenberatung kann genau dabei helfen, diese Frage zu klären. Mehr dazu steht im Artikel Muss man zur Beratung schon aufhören wollen?.
Online oder vor Ort: was passt?
Beide Formen haben Vorteile. Online sprichst du von zu Hause aus. Vor Ort gibt es persönlichen Kontakt. Welche Form für dich passt, hängt von deiner Lage ab. Der Artikel Online-Beratung oder Beratungsstelle vor Ort: was passt? vergleicht beide Wege.
Grenzen der Beratung
Die Beratung ersetzt keine ärztliche Behandlung. Bei körperlichen Beschwerden, starker Angst oder Gedanken an Selbstverletzung wendest du dich an eine Ärztin, einen Arzt oder den Notruf. Die Beratungsstelle kann dich auf Wunsch an andere Hilfe verweisen.
Prävention in der Beratung
Auch Vorbeugung gehört zur Beratung. Wer früh über Wirkungen und Risiken spricht, erkennt Warnzeichen eher. Die Stellen geben dazu Informationen. Ein Selbsttest wie der drugcom-Cannabis-Check fragt den Konsum der letzten zwölf Monate ab, auch nach Kontrollverlust, und kann ein Anlass für ein Gespräch sein.
Nach dem Gespräch
Schreib direkt nach dem Termin auf, welche Schritte besprochen wurden und bis wann du sie umsetzen möchtest. Wenn etwas unklar geblieben ist, melde dich über den Kontaktweg der Stelle. Bei mindzone kannst du Fragen auch schriftlich stellen. Passt das Angebot nicht zu deiner Lage, kannst du ein anderes anfragen. Das ist ein ganz normaler Schritt.
Was du jetzt tun kannst
- Suche eine Stelle über das Suchthilfeverzeichnis der DHS oder einen Online-Anbieter.
- Prüfe, ob die Stelle für deine Situation zuständig ist.
- Notiere drei Fragen, die du stellen möchtest.
- Vereinbare einen Erstkontakt und merke dir, welcher nächste Schritt besprochen wurde.
Für ein erstes Gespräch am Telefon gibt es die Sucht & Drogen Hotline unter 01806 313031. Kosten und Zeiten stehen auf sucht-und-drogen-hotline.de. Bei akuter Gefahr wählst du den Notruf 112.
Häufige Fragen
Was passiert bei einer Drogenberatung?
Du sprichst mit einer Fachperson über deinen Konsum, über Wirkungen und Risiken und über deine Ziele. Die Beratung soll dir helfen, deine Lage einzuordnen und den nächsten Schritt festzulegen. Du entscheidest selbst, welche Themen du ansprichst. Bei Online-Angeboten buchst du den Termin meist über die Plattform. Angehörige und Freunde können ebenfalls Hilfe bekommen.